HĂ€ngepartie bei Kampfjet-Projekt FCAS geht weiter
24.04.2026 - 11:39:34 | dpa.de(Aktualisierung: neu: deutsche und spanische Seite)
NIKOSIA (dpa-AFX) - Die HĂ€ngepartie bei dem milliardenschweren RĂŒstungsprojekt FCAS geht weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron delegierten das Thema bei einem Treffen am Rande des EU-Gipfels in Zypern nun wieder an die Verteidigungsminister. Sie hĂ€tten den Auftrag, "an verschiedenen StrĂ€ngen der Kooperation weiterzuarbeiten und nĂ€chste Schritte zu verabreden", teilte eine deutsche Regierungssprecherin mit. "Diese Arbeit wird in den nĂ€chsten Wochen abgeschlossen werden."
Macron: FCAS "ĂŒberhaupt nicht" gescheitert
Ăhnlich Ă€uĂerte sich Macron. Auf die Frage, ob das gemeinsame Vorhaben gescheitert sei, sagte Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron in Nikosia: "Nein, ĂŒberhaupt nicht." Er habe ein gutes GesprĂ€ch dazu mit Merz gehabt.
Man habe die Verteidigungsministerien beauftragt, in den kommenden Wochen an verschiedenen Achsen und unterschiedlichen Themen zu arbeiten. Dabei gehe es nicht nur um das Kampfjet-Projekt. Macron betonte: "Europa hat Einigkeit, mehr UnabhÀngigkeit und mehr SouverÀnitÀt nie so sehr gebraucht wie jetzt."
Entscheidung bereits mehrfach verschoben
FCAS steht fĂŒr "Future Combat Air System" und wĂ€re bei einer Realisierung das gröĂte und teuerste europĂ€ische RĂŒstungsprojekt. Das Luftkampfsystem soll im Verbund mit unbewaffneten und bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Der Plan ist, dass es den von der Bundeswehr genutzten Eurofighter und auch die französische Rafale ab 2040 ablöst.
Die beteiligten Unternehmen Dassault (Frankreich), Airbus NL0000235190 Deutschland und Indra (Spanien) sind sich ĂŒber den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeugs bisher nicht einig geworden und haben die Entscheidung mehrfach verschoben. Die GesprĂ€che zweier Vermittler haben zuletzt kein einvernehmliches Ergebnis gebracht. FĂŒr die europĂ€ische RĂŒstungszusammenarbeit und das deutsch-französische VerhĂ€ltnis wĂ€re ein Scheitern ein herber RĂŒckschlag.
Spaniens Regierungschef Pedro SĂĄnchez sagte in Nikosia, sein Land wolle, dass das Projekt endlich vorankomme. Spanien sei ebenso wie Deutschland und Frankreich je zu einem Drittel beteiligt. Es gebe wohl Schwierigkeiten beim Start dieser Zusammenarbeit, aber "Spanien ist jedenfalls nicht das Problem".
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