Alfen Aktie: 5 GWh mit CATL geplant
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 11:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der niederländische Spezialist für Energielösungen Alfen und der chinesische Batteriegigant CATL weiten ihre Zusammenarbeit massiv aus. Beide Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung (MoU) über die Installation von Natrium-Ionen-Batteriespeichersystemen (BESS) mit einer Gesamtkapazität von 5 Gigawattstunden (GWh) in Europa. Damit setzen die Partner auf eine Technologie, die eine kostengünstige und ressourcenschonende Alternative zur etablierten Lithium-Ionen-Chemie darstellt.
Technologischer Sprung durch Natrium-Ionen-Speicher
Im Zentrum der Vereinbarung steht die "TENER Sodium"-Plattform von CATL, die speziell für den Einsatz im Stromnetz entwickelt wurde. Die Markteinführung dieser Systeme in den Niederlanden und Westeuropa ist für das Jahr 2027 geplant. Laut Medienberichten bietet die neue Zellgeneration eine Energiedichte von rund 160 Wattstunden pro Kilogramm und arbeitet mit einer Effizienz von 97 Prozent. Ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) ist die Langlebigkeit: Die Systeme sind auf über 15.000 Ladezyklen und eine Betriebsdauer von 25 bis 30 Jahren ausgelegt.
Zudem erweist sich die Natrium-Technologie als äußerst widerstandsfähig gegenüber extremen Temperaturen. Während Lithium-Batterien bei Kälte oft an Kapazität verlieren, behalten die Natrium-Ionen-Zellen bei minus 20 Grad Celsius noch mehr als 92 Prozent ihres Leistungsvermögens. Der Einsatzbereich reicht laut technischen Spezifikationen von minus 40 bis plus 70 Grad Celsius. Wie das Portal Electrek berichtet, ist Natrium etwa tausendmal häufiger verfügbar als Lithium, was die Abhängigkeit von knappen Rohstoffen reduziert. CATL, das seit 2016 rund 1,2 Milliarden Euro in die Forschung dieser Technologie investiert hat, strebt einen Kostenvorteil von 30 bis 40 Prozent gegenüber LFP-Zellen an.
Strategische Bedeutung und Marktumfeld
Für Alfen bedeutet die Partnerschaft eine wichtige Diversifizierung seines Portfolios. Das Unternehmen hat in Europa bereits Speicherprojekte mit einer Kapazität von mehr als 1 GWh realisiert und arbeitet seit 2023 mit CATL im Bereich der Lithium-Ionen-Versorgung zusammen. Alfen-CEO Michael Colijn bezeichnete die Natrium-Ionen-Technologie als den nächsten logischen Schritt, um die Resilienz und Diversität der Energieinfrastruktur zu erhöhen. Die Systeme verzichten vollständig auf kritische Materialien wie Kobalt oder Nickel.
Die Kursentwicklung der Alfen-Aktie spiegelt die jüngsten operativen Fortschritte nur bedingt wider. Das Wertpapier schloss am Freitag bei 13,18 € und notiert damit aktuell 12,58 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage. Dennoch weist die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 29,15 % auf, was das grundsätzliche Vertrauen der Anleger in die Wachstumsstrategie unterstreicht.
Ausblick auf die europäische Energiewende
Die Partnerschaft ist Teil einer größeren Exportoffensive von CATL. Neben dem Deal mit Alfen hat der chinesische Konzern in den vergangenen Monaten weitere Großaufträge gesichert, darunter eine 60-GWh-Vereinbarung mit dem Unternehmen HyperStrong. Für den europäischen Markt ist das Projekt mit Alfen jedoch der erste Export im Gigawatt-Maßstab.
Die neuen Speicher sollen dazu beitragen, die Volatilität erneuerbarer Energien im europäischen Stromnetz auszugleichen. Durch eine verbesserte bidirektionale Spannungssteuerung versprechen die Partner eine Steigerung der Gesamteffizienz des Systems um etwa zwei Prozent. Die kommerzielle Auslieferung ab 2027 wird von Experten als Meilenstein für die Etablierung von Natrium-Batterien in der westlichen Netzinfrastruktur gewertet. Da die Einheiten mit bestehenden LFP-Installationen kompatibel sind, können Betreiber ihre Kapazitäten flexibel erweitern oder hybride Speicherkonzepte umsetzen.
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