Alzheimer-VerbÀnde, Curriculum

Alzheimer-VerbĂ€nde stellen neues Curriculum fĂŒr Sterbebegleitung vor

Veröffentlicht am: 27.03.2026 um 02:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Drei große VerbĂ€nde haben ein ĂŒberarbeitetes Curriculum fĂŒr die Begleitung Demenzkranker in der letzten Lebensphase prĂ€sentiert. Es fokussiert auf nonverbale Kommunikation und fĂ€llt in das letzte Jahr der Nationalen Demenzstrategie.
Alzheimer-VerbĂ€nde stellen neues Curriculum fĂŒr Sterbebegleitung vor Illustration mit AI erstellt.

Drei große VerbĂ€nde haben ein neues Curriculum fĂŒr die Sterbebegleitung von Demenzkranken vorgestellt. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Palliativmedizin und der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband prĂ€sentierten die ĂŒberarbeitete Schulung „Mit-GefĂŒhlt“. Sie soll Ehrenamtliche und FachkrĂ€fte besser auf die Begleitung von Menschen mit fortgeschrittener Demenz vorbereiten.

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Nonverbale Kommunikation in den Fokus gerĂŒckt

Das Curriculum reagiert auf eine wachsende Herausforderung: In der letzten Lebensphase findet Kommunikation oft jenseits der Sprache statt. Die Schulung konzentriert sich deshalb auf das Verstehen nonverbaler Signale und die Wahrnehmung von Emotionen. Ziel ist eine Begleitung mit Empathie und WertschÀtzung, selbst wenn verbale Interaktion nicht mehr möglich ist.

Praktische Handlungsanweisungen reichen von der Schmerzerkennung bis zur UnterstĂŒtzung der Angehörigen. Ein zentraler Aspekt ist die Sensibilisierung fĂŒr Momente erstaunlicher Klarheit, die auch in schwerster Demenz auftreten können. Die enge Zusammenarbeit der drei DachverbĂ€nde soll Hospizarbeit und Demenzexpertise besser verzahnen.

Finales Jahr der Nationalen Demenzstrategie

Die Veröffentlichung fĂ€llt in das letzte Jahr der aktuellen Nationalen Demenzstrategie. Bis Ende 2026 sollen 162 geplante Maßnahmen umgesetzt sein. Erst kĂŒrzlich erschien eine neue BroschĂŒre zur StĂ€rkung lokaler Demenznetzwerke. Diese Netzwerke sind entscheidend, um Versorgungspfade von der Diagnose bis zur palliativen Begleitung lĂŒckenlos zu gestalten.

Ein aktueller Regierungsbericht unterstreicht den Aufbau von „Caring Communities“ – sorgenden Gemeinschaften – als strategischen Pfeiler. Gleichzeitig zeigen juristische Expertisen weiterhin dringliche Themen auf: etwa HĂŒrden bei Sozialleistungen oder der Schutz vor Gewalt in der Pflege. Experten fordern, palliative Versorgung schon frĂŒh nach der Diagnose in die Planung einzubeziehen.

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Wissenschaft fordert maßgeschneiderten Ansatz

Aktuelle Studien stĂŒtzen diese Forderung. Forschungsergebnisse belegen, dass eine frĂŒhzeitige palliative Begleitung Krankenhausaufenthalte signifikant senken kann. Eine US-Studie betont: Patienten mit Alzheimer benötigen einen „maßgeschneiderten“ Ansatz, der sich deutlich von der Krebsversorgung unterscheidet.

Menschen mit Demenz haben oft eine lĂ€ngere Verweildauer in Hospizprogrammen. Die Vermeidung intensivmedizinischer Maßnahmen in der terminalen Phase erhöht nicht nur die LebensqualitĂ€t der Betroffenen. Sie reduziert auch die psychische Belastung pflegender Angehöriger, die hĂ€ufig unter ethischen Konflikten leiden.

Dramatischer Anstieg der Fallzahlen erwartet

Die Dringlichkeit der Maßnahmen wird durch Prognosen unterstrichen. Bis 2040 könnte sich die Zahl der Betroffenen, die spezialisierte UnterstĂŒtzung am Lebensende benötigen, mehr als verdoppeln. In England und Wales rechnen Experten beispielsweise mit bis zu 676.000 Betroffenen.

Diese Entwicklung stellt Gesundheitssysteme weltweit vor enorme Herausforderungen. Aktuelle Strukturen sind oft nicht auf diesen Anstieg vorbereitet. Vielerorts mangelt es an FachkrĂ€ften mit doppelter Qualifikation in Palliativmedizin und Demenz. Initiativen wie das neue Curriculum bilden daher eine wichtige Basis fĂŒr eine Infrastruktur, die auf menschliche WĂŒrde ausgerichtet ist.

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