Dax lĂ€sst krĂ€ftig nach - Ălpreis steigt deutlich
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 17:45 Uhr, dts-nachrichtenagentur.de"Mit der AufkĂŒndigung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran schalten die Anleger langsam in den Panikmodus", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. "Mit den Worten von US-PrĂ€sident Trump und den nun drohenden Taten kommen unangenehme Erinnerungen zurĂŒck. Die Ălpreise reagieren entsprechend und springen aus ihrem wochenlangen AbwĂ€rtstrend nach oben", so Lipkow. "Der Dax setzt seinen AbwĂ€rtstrend nach dem Erreichen eines neuen Rekordhochs zu Beginn der Woche fort und rutscht wieder unter die Marke von 25.000 Punkten."
Die Investoren reduzierten ihre konjunkturellen Risikopositionen und versuchten, sich ĂŒber KĂ€ufe von Energieunternehmen abzusichern, erlĂ€uterte der Analyst. "Die unwĂ€gbare Situation im Nahen Osten gleicht einem kurz vor der Explosion stehenden Pulverfass. Mit einer Fortsetzung des Krieges im Nahen Osten wĂŒrde eine vollkommen neue Dimension des Konflikts in der Region erreicht."
Unter starken Verkaufsdruck geraten Lipkow zufolge auch die Banken und Immobilienwerte. "Die wieder steigenden Ălpreise verstĂ€rken die Inflationsgefahr. Das heute anstehende Sitzungsprotokoll der US-Notenbank rĂŒckt dadurch in den Fokus", erklĂ€rte er. "Sollte das Pendel auf der Sitzung in zwei Wochen bereits in Richtung Zinserhöhung ausgeschlagen haben, dĂŒrften die jetzt anziehenden Energiepreise zusĂ€tzlichen Druck auf die Notenbanker ausĂŒben. Das Eskalationspotenzial im Iran war jedem klar, doch der Zeitpunkt kommt ungelegen."
Inmitten der aktuellen Konsolidierung im Halbleitersektor sehe sich der Markt nun zusĂ€tzlich steigenden geopolitischen Risiken ausgesetzt. "Die zuletzt favorisierten zyklischen Branchen könnten sich als Schuss in den Ofen herausstellen, kĂ€me jetzt ein erneuter Bremsklotz fĂŒr die Konjunktur", so Lipkow. "LĂ€nger auf höherem Niveau verweilende Energiepreise wĂŒrden das zarte PflĂ€nzchen Wachstum in Deutschland austrocknen, bevor es die ersten groĂen BlĂ€tter bekommen hat."
Bis kurz vor Handelsschluss konnten sich lediglich die Papiere von Eon, Hannover RĂŒck und BASF im Plus halten. Das Schlusslicht bildeten die Akiten von Vonovia, Heidelberg Materials und der Deutschen Bank.
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im August kostete 49 Euro und damit sechs Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund neun bis elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ălpreis stieg noch stĂ€rker: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 79,84 US-Dollar, das waren 7,7 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Mittwochnachmittag etwas stĂ€rker: Ein Euro kostete 1,1410 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8764 Euro zu haben.
