American Express Aktie: Ein Fels am Ground Zero
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 13:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während Delta Air Lines mit starken Quartalszahlen für Rückenwind an der Wall Street sorgt, schlägt American Express in dieser Woche gleich zwei Kapitel auf: eines an der Börse, eines im Beton. Die Aktie legte um 3,07 Prozent auf 346,72 Dollar zu, vorbörslich ging es am Freitag mit weiteren 0,38 Prozent auf 348,04 Dollar weiter nach oben. Der Auslöser kam nicht aus dem eigenen Haus, sondern von einem Partner.
Delta übertraf mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,56 Dollar die Erwartungen und hob die Jahresprognose deutlich über den Analystenkonsens. Für American Express ist das mehr als eine Randnotiz: Aus der Kreditkarten-Partnerschaft mit der Fluggesellschaft flossen im Quartal 2,4 Milliarden Dollar an Vergütungen — ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Steigt die Nachfrage bei Delta, profitiert auch American Express über Gebühren und Provisionen aus dem gemeinsamen Kartengeschäft.
Grundsteinlegung mit Symbolkraft
Parallel zur Kursbewegung hat American Express am Donnerstag den Bau seines neuen globalen Hauptsitzes am 2 World Trade Center in Lower Manhattan offiziell begonnen. Der geplante American Express Tower soll knapp zwei Millionen Quadratfuß Fläche bieten und rund 380 Meter in die Höhe ragen — das letzte kommerzielle Gebäude, das den Wiederaufbau des World-Trade-Center-Campus komplettiert. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani und Vertreter der Hafenbehörde von New York und New Jersey nahmen an der Zeremonie teil.
Nach Angaben einer im Februar erstellten Wirtschaftsanalyse soll das Projekt über 3.200 direkte und indirekte Bauarbeitsplätze schaffen und der Stadt New York rund 5,9 Milliarden Dollar sowie dem Bundesstaat 6,3 Milliarden Dollar an wirtschaftlichem Nutzen bringen. American Express, seit 1850 in New York ansässig, will das Gebäude ab 2031 beziehen.
Finanziell steht der Konzern auf solidem Fundament: Bei einer Marktkapitalisierung von 237,5 Milliarden Dollar wuchs der Umsatz der vergangenen zwölf Monate um 10,9 Prozent auf 68,8 Milliarden Dollar. Die Dividende zahlt das Unternehmen inzwischen seit 56 Jahren ununterbrochen — ein Kontinuitätssignal, das zur langfristig angelegten Standortentscheidung passt.
Bis zum geplanten Einzug 2031 bleibt es bei einer Großbaustelle direkt am historischen Ground Zero. Für die Aktie dürfte in den kommenden Wochen aber vor allem die Entwicklung des eigenen Kartengeschäfts und der Partnerschaften wie mit Delta den Ton angeben.
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