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American International Group-Aktie (US0268747849): Kursrücksetzer nach Rallye - wie robust ist das Versicherungsgeschäft?

20.05.2026 - 19:55:45 | ad-hoc-news.de

Die American International Group-Aktie hat nach deutlichen Kursgewinnen zuletzt einen Dämpfer erhalten. Neue Quartalszahlen und ein laufendes Aktienrückkaufprogramm rücken das Versicherungsgeschäft und die Kapitalstärke des Konzerns in den Fokus.

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Die Aktie von American International Group steht nach einer starken Kursentwicklung in den vergangenen Monaten wieder verstärkt im Fokus vieler Privatanleger. Nach Daten von finanzen.ch notierte das Papier am 19.05.2026 bei 77,53 US-Dollar, was einem Tagesverlust von 1,06 Prozent entsprach, basierend auf Angaben von finanzen.ch Stand 19.05.2026. Zuvor hatte die American International Group-Aktie von höheren Zinsen, einem verbesserten Underwriting und umfangreichen Aktienrückkäufen profitiert.

Für frische Impulse sorgten die jüngsten Quartalszahlen: American International Group veröffentlichte am 02.05.2025 Ergebnisse für das erste Quartal 2025 und meldete dabei einen Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie aus der Unternehmensmitteilung hervorgeht, die auf der Website von American International Group abrufbar ist, vgl. American International Group Stand 02.05.2025. Zudem betonte das Management den Fokus auf profitables Wachstum im Schaden- und Unfallgeschäft sowie die Fortsetzung des laufenden Aktienrückkaufprogramms, was auch für Anleger in Deutschland relevant ist.

Stand: 20.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: American International Group
  • Sektor/Branche: Versicherungen, Finanzdienstleistungen
  • Sitz/Land: New York, USA
  • Kernmärkte: Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik
  • Wichtige Umsatztreiber: Schaden- und Unfallversicherung, Lebens- und Rentenprodukte, institutionelle Versicherungsprogramme, Anlageergebnisse
  • Heimatbörse/Handelsplatz: New York Stock Exchange (Ticker AIG)
  • Handelswährung: US-Dollar

American International Group: Kerngeschäftsmodell

American International Group zählt zu den weltweit größten Versicherungsgruppen mit einem Schwerpunkt auf Schaden- und Unfallversicherungen für Unternehmen und Privatkunden. Das Geschäftsmodell umfasst vor allem gewerbliche Versicherungen wie Haftpflicht-, Sach- und Industrieversicherungen, aber auch Spezialdeckungen für komplexe Risiken. Darüber hinaus bietet der Konzern Lebens- und Rentenprodukte sowie Rückversicherungslösungen an, wodurch ein diversifiziertes Ertragsprofil entsteht.

Historisch war American International Group stark im globalen Industriekundengeschäft verankert, was sich in umfangreichen Programmen für Haftpflicht, Transport, Luftfahrt und Energie widerspiegelt. In den vergangenen Jahren wurde das Portfolio jedoch neu ausgerichtet, um weniger rentable oder besonders kapitalintensive Bereiche zu reduzieren und die Profitabilität im Kerngeschäft zu steigern. Das Unternehmen konzentriert sich dabei verstärkt auf Bereiche mit aus Sicht des Managements attraktiveren Margen und stabileren Schadenverläufen.

Ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells ist das Underwriting, also die sorgfältige Auswahl und Bepreisung von Risiken. American International Group setzt hier auf umfangreiche Daten, versicherungsmathematische Modelle und Risikomanagementprozesse, um Schadenquoten zu kontrollieren und die Profitabilität des Portfolios zu sichern. Parallel dazu spielt die Kapitalanlage der vereinnahmten Prämien eine wichtige Rolle für den Gesamtertrag, da die Mittel vor der Auszahlung von Schäden in Anleihen und andere Wertpapiere investiert werden.

Durch die Kombination aus Zeichnungsergebnis und Anlageergebnis strebt American International Group einen stabilen, über den Zinszyklus hinweg resilienten Ertrag an. Gerade in einem Umfeld höherer Zinsen eröffnen sich dem Konzern zusätzliche Ertragschancen in den festverzinslichen Portfolios, während gleichzeitig das Risiko von Naturkatastrophen, Großschäden und Kapitalmarktvolatilität im Blick behalten werden muss. Diese Balance zwischen Risikoübernahme und Kapitalertrag prägt das Kerngeschäft der American International Group.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von American International Group

Die wichtigsten Umsatztreiber von American International Group liegen im Bereich der Schaden- und Unfallversicherungen, insbesondere in den Sparten für gewerbliche Kunden. Dazu zählen Sachversicherungen für Gebäude und Anlagen, Haftpflichtdeckungen für Unternehmen, Transport- und Luftfahrtversicherungen sowie Speziallösungen für Branchen wie Energie, Infrastruktur oder Finanzdienstleister. In diesen Segmenten werden meist mittlere bis große Policen mit entsprechendem Prämienvolumen platziert, was die Bedeutung für die Gesamterlöse unterstreicht.

Daneben trägt das Geschäft mit Lebens- und Rentenversicherungen zum Konzernumsatz bei. Dieses Segment umfasst unter anderem festverzinsliche Rentenprodukte, variable Rentenlösungen und Versicherungen für die Altersvorsorge institutioneller und privater Kunden. Der Ertrag in diesem Bereich hängt nicht nur von eingezahlten Prämien, sondern auch von der Entwicklung der Kapitalanlagen und der Langlebigkeit der Versicherten ab. In den vergangenen Jahren hat American International Group Teile des Lebensversicherungsgeschäfts restrukturiert und Beteiligungen veräußert, um die Kapitalbasis zu stärken und den Fokus auf margenstärkere Produkte zu legen.

Ein weiterer Treiber sind maßgeschneiderte Versicherungsprogramme für multinationale Konzerne. American International Group gilt in diesem Segment als einer der Anbieter mit globaler Präsenz, was Unternehmen die Bündelung von Risiken über Ländergrenzen hinweg ermöglicht. Solche Programme generieren nicht nur Prämien, sondern stärken durch langfristige Vertragsbeziehungen auch die Kundenbindung. Ergänzend bietet American International Group Risikoberatung, Schadenprävention und digitale Services, um Kunden bei der Steuerung ihrer Risikolandschaft zu unterstützen.

Die Entwicklung der Prämieneinnahmen wird zudem stark von der Preisgestaltung im Versicherungsmarkt beeinflusst. In Phasen steigender Prämien, oft als sogenannter Hard Market bezeichnet, können Versicherer wie American International Group höhere Preise für die Übernahme von Risiken durchsetzen, was die Ertragslage unterstützt. Umgekehrt führen intensiver Wettbewerb und sinkende Prämien in einem Soft Market zu einem stärkeren Fokus auf Kostenkontrolle und selektives Wachstum. Für die American International Group-Aktie sind daher sowohl die Underwriting-Disziplin als auch die Fähigkeit, Preiszyklen zu nutzen, zentrale Faktoren.

Auch das Anlageergebnis zählt zu den wichtigen Ergebnisbestandteilen. American International Group investiert die vereinnahmten Prämien überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere, aber auch in alternative Anlagen und Aktien, je nach Risikoprofil und regulatorischen Anforderungen. In einem Umfeld höherer Leitzinsen profitieren solche Portfolios tendenziell von höheren laufenden Erträgen, während gleichzeitig Marktwertschwankungen bei Anleihen und anderen Wertpapieren im Blick behalten werden müssen. Für die Ergebnisentwicklung der American International Group-Aktie spielen daher sowohl Versicherungs- als auch Kapitalmarktaspekte eine Rolle.

Jüngste Quartalszahlen und Kapitalmanagement im Fokus

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal 2025 am 02.05.2025 legte American International Group wesentliche Kennzahlen zur Geschäftsentwicklung vor. Das Management berichtete von einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie im Vergleich zum ersten Quartal 2024 sowie von einer verbesserten Combined Ratio im Schaden- und Unfallsegment, wie aus der Ergebnispräsentation hervorgeht, die über die Unternehmenswebsite zugänglich ist, vgl. American International Group Investor Relations Stand 02.05.2025. Die Combined Ratio misst das Verhältnis von Schaden- und Kostenaufwendungen zu den verdienten Prämien; Werte unter 100 Prozent gelten dabei als operativ profitabel.

Eine sinkende Combined Ratio deutet darauf hin, dass American International Group weniger für Schäden und Kosten im Verhältnis zu den Prämien ausgeben musste, was auf strengeres Underwriting, Preisanpassungen oder ein günstigeres Schadenumfeld hinweisen kann. Gleichzeitig verwies das Unternehmen auf ein gestiegenes Prämienvolumen in ausgewählten Segmenten, etwa bei Industrie- und Spezialversicherungen. Dies deutet darauf, dass der Konzern sowohl bei der Preisgestaltung als auch beim Volumenwachstum im Markt Fuß fasst, bleibt jedoch von den künftigen Schadenverläufen und möglichen Großereignissen abhängig.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ergebnisdarstellung lag auf der Kapitalstruktur und der Rückführung von Mitteln an Aktionäre. American International Group setzte sein Aktienrückkaufprogramm fort und gab im Zuge der Quartalszahlen an, im Berichtszeitraum eigene Aktien im signifikanten Umfang zurückgekauft zu haben. Solche Rückkäufe verringern die Anzahl ausstehender Aktien und können den Gewinn je Aktie stützen, wobei die tatsächliche Wirkung von der Bewertung der Aktie zum Zeitpunkt des Rückkaufs und dem langfristigen Ertrag des Unternehmens abhängt.

Neben Aktienrückkäufen spielt auch die Dividendenpolitik eine Rolle für die Attraktivität der American International Group-Aktie. Der Konzern zahlt regelmäßige Dividenden in US-Dollar aus, die in Deutschland über Depots in der Regel automatisch umgerechnet und gutgeschrieben werden. Die Entwicklung der Ausschüttungshöhe hängt von Faktoren wie Gewinnentwicklung, Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden und strategischen Investitionsplänen ab. Für Anleger sind sowohl die Kontinuität der Dividende als auch mögliche Steigerungen oder Kürzungen ein wichtiges Signal zur finanziellen Stabilität.

In der Kommunikation zu den Quartalszahlen betonte das Management zudem die Bedeutung der Kapitalstärke und der Solvabilität. Versicherer wie American International Group unterliegen strengen Eigenkapitalanforderungen, um Leistungsversprechen gegenüber Kunden auch in Stressphasen einhalten zu können. Ratings von Agenturen wie S&P Global oder Moody's spielen hier eine Rolle, da sie den Zugang zu Fremdkapitalmärkten beeinflussen. Eine solide Kapitalausstattung kann es American International Group erleichtern, in Wachstumsbereiche zu investieren oder weitere Rückflüsse an Aktionäre zu ermöglichen.

Kursentwicklung der American International Group-Aktie und Zinseffekte

Die Kursentwicklung der American International Group-Aktie in den vergangenen Jahren wurde maßgeblich von der Zinsentwicklung und der Einschätzung der Investoren zur Profitabilität im Versicherungsgeschäft geprägt. Nach den bei finanzen.ch abrufbaren Daten lag der Kurs in der jüngeren Vergangenheit im Bereich von über 60 US-Dollar und erreichte im Mai 2026 einen Stand von 77,53 US-Dollar, wie die Notierung am 19.05.2026 zeigt, vgl. finanzen.ch Stand 19.05.2026. Die jüngste Tagesbewegung nach unten um gut ein Prozent ist dabei im Kontext einer zuvor deutlichen Aufwärtsbewegung zu sehen, die von gestiegenen Zinsen und verbesserten Ergebnissen getragen wurde.

Höhere Zinsen wirken sich auf Versicherer wie American International Group zweifach aus. Einerseits steigen die laufenden Erträge aus neu angelegten Mitteln im Anleiheportfolio, was insbesondere bei langfristig gebundenen Lebensversicherungsgeldern zu höheren Margen führen kann. Andererseits können Kursverluste bei bestehenden Anleihen in der Bilanz sichtbar werden, wenn Marktzinserhöhungen die Marktwerte drücken. Die genaue Wirkung hängt von der Laufzeitenstruktur des Portfolios, der Bilanzierungsmethode und der Fähigkeit ab, Anleihen bis zur Fälligkeit zu halten.

Für das Schaden- und Unfallgeschäft sind steigende Zinsen tendenziell vorteilhaft, da Prämien schneller reinvestiert werden können und dadurch das Finanzergebnis gestützt wird. Zugleich stehen Versicherer in einem Umfeld höherer Zinsen häufig unter dem Druck, ihren Kunden attraktive Produkte zu bieten, etwa bei Rentenpolicen oder Sparprodukten. Für American International Group bedeutet dies, dass Produkte laufend angepasst und Preissensitivität sowie Wettbewerbsumfeld genau beobachtet werden müssen.

Die American International Group-Aktie reagiert zudem auf die Einschätzung der Märkte zu Großschadenrisiken wie Naturkatastrophen, Industrieunfällen oder Haftungsfällen. Ereignisse wie Hurrikans, Erdbeben oder größere Haftpflichtschäden können zu hohen Schadenaufwendungen führen und kurzfristig die Ertragslage belasten. Die Risikomodelle von American International Group sollen solche Szenarien zwar berücksichtigen, doch bleiben die exakten Eintrittszeitpunkte und Schadenshöhen naturgemäß unsicher. Entsprechend reflektiert der Aktienkurs neben Fundamentaldaten auch die Risikowahrnehmung der Anleger.

Mit Blick auf die Bewertung spielt das Kurs-Gewinn-Verhältnis eine Rolle, das sich aus dem Aktienkurs und dem Gewinn je Aktie ergibt. Ob die aktuelle Bewertung der American International Group-Aktie im Vergleich zu anderen internationalen Versicherern hoch oder niedrig ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter Wachstumsaussichten, Kapitalausstattung, Schadenhistorie und Managementstrategie. Anleger berücksichtigen häufig auch das Verhältnis von Kurs zu Buchwert, da Versicherer über umfangreiche Bilanzpositionen in Form von Anlagevermögen und versicherungstechnischen Rückstellungen verfügen.

Strategische Ausrichtung und Portfolio-Anpassungen

In den vergangenen Jahren hat American International Group mehrere strategische Schritte unternommen, um das Geschäftsmodell zu fokussieren und die Profitabilität zu steigern. Dazu zählt die Reduktion bestimmter Geschäftsfelder, die als zu volatil oder kapitalintensiv eingestuft wurden, sowie die Ausgliederung des Lebensversicherungssegments in eigenständigere Strukturen. Die Strategie zielt darauf ab, das Kerngeschäft im Schaden- und Unfallbereich zu stärken und zugleich flexibler auf Kapitalmarktanforderungen reagieren zu können.

Ein wichtiger Bestandteil der Neuausrichtung ist das sogenannte Portfolio-Management, mit dem American International Group regelmäßig überprüft, welche Sparten und Regionen attraktives Wachstumspotenzial bieten und welche Bereiche gegebenenfalls zurückgefahren werden. In Märkten mit intensivem Wettbewerb und hohen Schadenquoten kann das Unternehmen beispielsweise entscheiden, Prämien anzuheben, Risiken neu zu bepreisen oder sich selektiv zurückzuziehen. Ziel ist es, die durchschnittliche Profitabilität über das gesamte Portfolio zu erhöhen und die Volatilität der Ergebnisse zu begrenzen.

Digitalisierung und Datenanalyse spielen ebenfalls eine wachsende Rolle in der Strategie von American International Group. Durch die Nutzung großer Datenmengen aus Schadenhistorien, Sensorik, IoT-Anwendungen und Kundendaten sollen Risiken besser bewertet und Produkte zielgerichteter gestaltet werden. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in automatisierte Prozesse, um Schadensmeldungen effizienter zu bearbeiten, Betrugsfälle zu identifizieren und die Kundenerfahrung zu verbessern. Solche Initiativen können langfristig zur Kostensenkung und zur Differenzierung im Wettbewerb beitragen.

Die Risikosteuerung bleibt ein zentrales Element der Konzernstrategie. American International Group arbeitet mit Rückversicherern zusammen, um Teile großer Risiken weiterzugeben und die eigene Bilanz zu entlasten. Darüber hinaus nutzt das Unternehmen Instrumente der Kapitalmarktfinanzierung wie Katastrophenanleihen, um bestimmte Extremereignisse zu transferieren. Diese Kombination aus klassischer Rückversicherung und Kapitalmarktlösungen soll dazu beitragen, dass American International Group auch in außergewöhnlichen Schadenjahren handlungsfähig bleibt und seine Verpflichtungen gegenüber Kunden erfüllen kann.

Offizielle Quelle

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

American International Group agiert in einem stark regulierten und wettbewerbsintensiven Versicherungsmarkt, in dem globale Wettbewerber wie Chubb, Allianz, AXA, Zurich und andere Konzerne um Großkunden und Privatkunden ringen. Branchentrends wie steigende Schadenaufwendungen durch Inflation, höhere Rückversicherungskosten und zunehmende Naturkatastrophen stellen Versicherer vor Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen höhere Zinsen, neue Technologien und wachsende Risikobereiche wie Cyberversicherung zusätzliche Chancen.

Der Trend zur Absicherung von Cyberrisiken ist für Versicherer wie American International Group besonders relevant. Unternehmen sehen sich zunehmenden Bedrohungen durch Hackerangriffe, Datenlecks und Betriebsunterbrechungen ausgesetzt. Mit speziellen Cyberpolicen können Versicherer hier neue Prämienquellen erschließen, müssen aber die rasante Veränderung der Risikolandschaft berücksichtigen. Fehleinschätzungen können zu hohen Schadenaufwendungen führen, weshalb Versicherer laufend ihre Modelle anpassen und Erfahrungen aus Schadenfällen einfließen lassen.

Ein weiteres Thema ist die Nachhaltigkeit. Viele institutionelle Kunden und Investoren achten verstärkt auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien. Versicherer wie American International Group entwickeln Produkte, die nachhaltige Projekte unterstützen, und integrieren ESG-Kriterien in ihre Anlageportfolios. Zugleich stehen sie in der Diskussion, wie sie mit der Versicherung von emissionsintensiven Branchen umgehen. Diese Debatte kann langfristig Einfluss auf das Geschäft mit Energie-, Industrie- und Infrastrukturkunden haben.

Die Wettbewerbsposition von American International Group wird auch durch die Markenwahrnehmung, die Finanzstärke und die globale Präsenz geprägt. Großkunden legen Wert auf Anbieter mit hoher Ratingqualität, weltweiter Schadensabwicklung und langjähriger Erfahrung in komplexen Risiken. American International Group kann hier auf eine lange Historie und ein breites Netzwerk zurückgreifen, steht aber weiterhin im Wettbewerb mit anderen globalen Gruppen, die ebenfalls ihre Kapazitäten und technologischen Fähigkeiten ausbauen.

Warum American International Group für deutsche Anleger relevant ist

Für Anleger in Deutschland ist die American International Group-Aktie vor allem als internationaler Versicherungswert mit US-Hintergrund interessant. Das Papier ist an der New York Stock Exchange gelistet und kann in der Regel problemlos über Xetra, Tradegate oder Auslandsbörsen im deutschen Online-Brokerage gehandelt werden. Viele deutsche Anleger nutzen US-Finanzwerte, um ihr Portfolio geografisch und sektoral zu diversifizieren, insbesondere mit Blick auf die Bedeutung des US-Versicherungsmarktes.

Da American International Group neben dem US-Heimatmarkt auch in Europa und anderen Regionen aktiv ist, besteht ein indirekter Bezug zur europäischen und deutschen Wirtschaft. Konzerne mit Geschäft in Deutschland können über internationale Versicherungsprogramme von American International Group abgedeckt sein, etwa in Bereichen wie Industrieversicherung oder Haftpflicht. Damit spiegelt die Geschäftsentwicklung des Unternehmens teilweise auch die Investitions- und Risikobereitschaft von Unternehmen in Europa wider.

Wechselkursbewegungen zwischen Euro und US-Dollar sind für deutsche Anleger ebenfalls relevant. Da die American International Group-Aktie in US-Dollar notiert und Dividenden in US-Dollar ausschüttet, beeinflusst der Wechselkurs den in Euro gemessenen Wert der Anlage. Ein stärkerer US-Dollar kann den Euro-Gegenwert von Kursgewinnen und Dividenden erhöhen, während ein schwächerer Dollar den Effekt umkehrt. Investoren berücksichtigen daher neben Unternehmensnachrichten häufig auch makroökonomische Faktoren wie Zinspolitik und Wechselkursentwicklung.

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Risiken und offene Fragen

Wie bei allen Versicherungsunternehmen ist auch bei American International Group die zukünftige Schadenentwicklung ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Naturkatastrophen, Großschäden und Haftungsfälle können die Combined Ratio in einzelnen Jahren deutlich belasten. Zwar versucht American International Group, diese Risiken durch Rückversicherung und Diversifikation zu begrenzen, dennoch bleiben extreme Szenarien ein inhärenter Bestandteil des Geschäftsmodells. Auch regulatorische Änderungen und strengere Kapitalanforderungen können die Ertragslage beeinflussen.

Die Kapitalmarktrisiken stellen einen weiteren wichtigen Aspekt dar. Schwankungen an Anleihe- und Aktienmärkten können zu Bewertungsänderungen im Anlageportfolio führen, die sich auf das Eigenkapital und die ausgewiesenen Ergebnisse auswirken. Steigende Zinsen sind zwar grundsätzlich positiv für neue Anlagen, können aber bestehende Bestände unter Druck setzen. Zudem hängen künftige Erträge von der Entwicklung der Weltwirtschaft, der Inflation und der Geldpolitik großer Notenbanken ab, die sich nur bedingt prognostizieren lassen.

Offene Fragen betreffen auch die strategische Positionierung von American International Group in Zukunftsfeldern wie Cyberversicherung, Nachhaltigkeitsprodukten und digitalen Plattformen. Der Erfolg in diesen Bereichen hängt davon ab, inwieweit das Unternehmen innovative Produkte entwickeln, Risiken korrekt bepreisen und sich gegen etablierte und neue Wettbewerber behaupten kann. Zusätzlich sind die weitere Ausgestaltung des Kapitalmanagements, der Umgang mit möglichen Übernahmen oder Portfolioverkäufen und die Reaktion auf veränderte Kundenbedürfnisse Themen, die den Kurs der American International Group-Aktie in den kommenden Jahren beeinflussen können.

Fazit

American International Group hat sich nach einer Phase der Neuaufstellung wieder stärker als globaler Versicherer mit Fokus auf Schaden- und Unfallgeschäft positioniert. Die jüngsten Quartalszahlen mit verbesserter Combined Ratio und steigenden Erträgen zeigen, dass die Maßnahmen zur Portfoliobereinigung und zur Stärkung des Underwritings Wirkung entfalten. Gleichzeitig tragen Aktienrückkäufe und Dividenden dazu bei, die Kapitalstruktur zu optimieren und Aktionären Mittel zurückzuführen.

Für die American International Group-Aktie bleiben jedoch klassische Versicherungsrisiken, Kapitalmarktschwankungen und die weitere Zinsentwicklung wichtige Einflussfaktoren. Die Bewertung im Vergleich zu anderen internationalen Versicherungswerten hängt von der zukünftigen Ergebnisstabilität, der Kapitalstärke und der Umsetzung der strategischen Initiativen ab. Deutsche Anleger, die sich für den Titel interessieren, sollten neben den Unternehmenskennzahlen auch Wechselkursentwicklungen und branchenspezifische Trends im Blick behalten und die Aktie in den Kontext ihrer individuellen Risikotoleranz und Anlagestrategie stellen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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