Android-Malware, Keenadu

Android-Malware Keenadu ĂŒbernimmt Kontrolle ĂŒber tausende Tablets

06.03.2026 - 05:00:48 | boerse-global.de

Die Android-Schadsoftware Keenadu wird in der Produktion eingeschleust und ermöglicht Angreifern totale Kontrolle. Über 13.000 infizierte Tablets sind bekannt, Deutschland ist stark betroffen.

Android-Malware Keenadu ĂŒbernimmt Kontrolle ĂŒber tausende Tablets - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Eine neue Android-Malware namens „Keenadu“ infiziert tausende GerĂ€te direkt ab Werk. Die Sicherheitsfirma Kaspersky warnt: Der SchĂ€dling ermöglicht Angreifern die vollstĂ€ndige Kontrolle. Über 13.000 infizierte Tablets sind bereits bekannt, Deutschland zĂ€hlt zu den am stĂ€rksten betroffenen LĂ€ndern.

Eine Backdoor in der Systemsoftware

Das Besondere an Keenadu: Die Malware wird bereits wĂ€hrend der Produktion in die Firmware der GerĂ€te eingeschleust. Nutzer können sie nicht einfach deinstallieren. Selbst ein ZurĂŒcksetzen auf Werkseinstellungen hilft nicht – der Schadcode ist Teil des originalen System-Images.

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Einmal aktiv, agiert Keenadu mit höchsten Systemprivilegien. Die Malware schleust sich in eine zentrale Android-Bibliothek ein, die jede App beim Start lÀdt. So erhÀlt die Backdoor Zugriff auf den Speicher aller Anwendungen.

Totaler Zugriff – auf alles

Was bedeutet das konkret? Angreifer können jede App auf dem GerĂ€t manipulieren. Sie installieren heimlich weitere Schadsoftware und erteilen ihr beliebige Berechtigungen – ohne Zustimmung des Nutzers.

SĂ€mtliche Daten sind in Gefahr: persönliche Fotos, Nachrichten, StandortverlĂ€ufe und sogar Banking-Informationen. Kaspersky-Forscher fanden heraus, dass Keenadu selbst Suchanfragen im Inkognito-Modus von Chrome ĂŒberwachen kann. In einigen FĂ€llen steckte der Code in kritischen System-Apps wie der Gesichtserkennung.

Der Weg der Infektion

Die Spur fĂŒhrt in die Lieferkette. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Malware wĂ€hrend des Herstellungsprozesses in die Firmware gelangt. Namentlich genannt wird der chinesische Hersteller Alldocube. Dessen Tablet-Modell iPlay 50 mini Pro wurde selbst nach einem öffentlichen EingestĂ€ndnis von "Virus-Angriffen" im Jahr 2024 weiterhin mit infizierter Software ausgeliefert.

Doch Keenadu verbreitet sich nicht nur ĂŒber vorinstallierte Firmware. Die Malware tauchte auch in Apps im Google Play Store auf – getarnt als Smart-Home-Kamera-Apps. Über 300.000 Mal wurden diese heruntergeladen, bevor Google sie entfernte.

AuffÀllig: Die Schadsoftware meidet gezielt GerÀte, deren Systemsprache auf Chinesisch eingestellt ist. Die meisten Infektionen registrierte Kaspersky in Russland, Japan, Deutschland, Brasilien und den Niederlanden.

Was können betroffene Nutzer tun?

Der Kampf gegen die in der Tiefe des Systems verankerte Malware ist schwierig. Experten raten zu diesen Schritten:

PrĂŒfen Sie, ob der Hersteller ein sauberes Firmware-Update bereitstellt. Installieren Sie dieses aber nur aus absolut vertrauenswĂŒrdigen Quellen. In einigen FĂ€llen wurden sogar kompromittierte Updates ĂŒber offizielle Wege verteilt.

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Eine zuverlĂ€ssige mobile Sicherheitslösung kann schĂ€dliche AktivitĂ€ten erkennen und blockieren. Besondere Vorsicht ist bei sehr gĂŒnstigen GerĂ€ten unbekannter Marken geboten.

Die sicherste – wenn auch radikalste – Option: Ist keine saubere Firmware verfĂŒgbar, sollte das infizierte GerĂ€t außer Betrieb genommen werden. Nur so lĂ€sst sich der Diebstahl sensibler Daten sicher verhindern.

Ein altbekanntes Problem mit neuer Wucht

Keenadu ist kein Einzelfall. Sicherheitsexperten sehen Verbindungen zu anderen großen Android-Botnetzen wie Triada oder BADBOX. Das deutet auf eine organisierte kriminelle Infrastruktur hin.

Bereits 2019 warnte das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor der Gefahr vorinstallierter Schadsoftware. Die aktuellen VorfĂ€lle zeigen: Das Problem hat sich verschĂ€rft. Sie werfen ein Schlaglicht auf die schwer zu kontrollierenden Lieferketten der Elektronikindustrie.

Die Wahl eines vertrauenswĂŒrdigen Herstellers und eine mobile Sicherheitslösung sind fĂŒr Android-Nutzer wichtiger denn je. In einer komplexen Bedrohungslandschaft wird der Schutz zur eigenen Verantwortung.

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