Android-Malware âOblivionâ tarnt sich als System-Update
27.02.2026 - 00:00:45 | boerse-global.deEine neue Android-Malware namens âOblivionâ gibt sich als harmloses System-Update aus. Sicherheitsforscher der Firma Certo entdeckten den Trojaner am Mittwoch. Er verschafft sich heimlich weitreichende Kontrolle ĂŒber Smartphones.
Besonders alarmierend: Kriminelle können die Schadsoftware fĂŒr 300 US-Dollar pro Monat abonnieren. Dieses âMalware-as-a-Serviceâ-Modell senkt die EinstiegshĂŒrde fĂŒr Cyberangriffe erheblich.
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So trickst der Trojaner Nutzer aus
Die Infektion beginnt mit einer gefÀlschten Benachrichtigung. Sie sieht einem offiziellen Google-Play-Update tÀuschend Àhnlich. Tippt das Opfer darauf, startet ein gefÀlschter Update-Bildschirm.
Im Hintergrund kapert âOblivionâ jedoch den sogenannten Accessibility Service von Android. Diese âBedienungshilfenâ sind eigentlich fĂŒr Nutzer mit BeeintrĂ€chtigungen gedacht. Die Malware nutzt sie als HauptschlĂŒssel, um das GerĂ€t fernzusteuern.
Sie kann so Tastatureingaben aufzeichnen, Nachrichten mitlesen und sogar Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes abfangen. Dem Nutzer wird derweil nur der vorgetÀuschte Ladebildschirm angezeigt.
CyberkriminalitÀt zum Abonnieren
Die Entwickler vermarkten âOblivionâ offen im Netz â nicht nur im Darknet. FĂŒr 300 Dollar monatlich oder 2.200 Dollar fĂŒr eine âLebenslange Lizenzâ erhalten auch technisch weniger versierte Kriminelle das Spionagewerkzeug.
Zum Paket gehört ein APK-Builder. Damit lassen sich mit wenigen Klicks gefĂ€lschte Apps erstellen, die etwa als âGoogle Servicesâ getarnt sind. Die Werbung verspricht: GĂ€ngige Antivirenprogramme erkennen die monatelang getestete Malware nicht.
Ein besorgniserregender Trend
âOblivionâ ist kein Einzelfall. Bereits Mitte Februar tauchte die Malware âTrustBastionâ auf. Sie gab sich als seriöse Antivirus-App aus, die sogar auf der KI-Plattform Hugging Face verbreitet wurde.
Da herkömmliche Antivirenprogramme gegen brandneue Malware oft machtlos sind, mĂŒssen Nutzer selbst aktiv werden. Dieser kompakte Leitfaden bietet Ihnen geprĂŒfte Checklisten und zeigt, wie Sie SicherheitslĂŒcken auf Ihrem Smartphone ohne teure Zusatz-Apps schlieĂen. Kostenlosen Android-Sicherheits-Guide jetzt anfordern
Nach der Installation behauptete sie, das GerĂ€t sei infiziert und forderte ein dringendes âUpdateâ. Dieses installierte dann die eigentliche Schadsoftware. Diese âScarewareâ nutzt die Angst der Nutzer gezielt aus.
Warum sind diese Angriffe so erfolgreich? Sie missbrauchen das fundamentale Vertrauen in Systemfunktionen. Eine Update-Aufforderung von Google oder das Versprechen von Sicherheit wirken auf viele automatisch legitim.
So schĂŒtzen Sie sich vor der Gefahr
Sicherheitsexperten raten zu erhöhter Vorsicht und geben klare Handlungsempfehlungen:
- Nur offizielle Quellen nutzen: Laden Sie Apps ausschlieĂlich aus dem Google Play Store. Deaktivieren Sie die Installation aus unbekannten Quellen in den Einstellungen.
- Update-Aufforderungen prĂŒfen: Echte System-Updates kommen immer ĂŒber die GerĂ€teeinstellungen. Seien Sie bei unerwarteten Benachrichtigungen skeptisch.
- Berechtigungen hinterfragen: GewÀhren Sie Apps, besonders den Bedienungshilfen, nur Zugriff, wenn es absolut notwendig ist.
- RegelmĂ€Ăig updaten: Installieren Sie Sicherheitsupdates von Google und Ihrem GerĂ€tehersteller umgehend.
Google verweist auf den integrierten Schutzmechanismus âPlay Protectâ. Dieser warnt vor bekannten Bedrohungen aus dem Play Store und anderen Quellen. Gegen brandneue, unbekannte Malware wie âOblivionâ bietet er jedoch keinen hundertprozentigen Schutz.
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