Android-Trojaner cifrat greift ĂŒber gefĂ€lschte Reise-Apps an
Veröffentlicht am: 04.04.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher warnen vor einem neuen Android-Trojaner namens âcifratâ. Der SchĂ€dling tarnt sich als Update fĂŒr die Hotel-App âBooking Pulseâ und ĂŒbernimmt nach der Installation die vollstĂ€ndige Kontrolle ĂŒber das Smartphone. Experten des polnischen CERT stufen die Bedrohung als hochgefĂ€hrlich ein.
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Die perfide Masche: Phishing mit Booking.com-Branding
Die Angreifer locken ihre Opfer mit gefĂ€lschten E-Mails oder Nachrichten in die Falle. Diese fordern dringend zur Aktualisierung der âBooking Pulseâ-App auf â einer Software, die Hotelpartner nutzen. Der Link fĂŒhrt zu einer tĂ€uschend echten Website, die den Download einer schĂ€dlichen APK-Datei anbietet.
Die Installation erfolgt auĂerhalb des Google Play Stores. Nutzer mĂŒssen dafĂŒr eine Sicherheitswarnung ihres Android-Systems manuell bestĂ€tigen. Die TĂ€ter ĂŒberzeugen sie mit dem Argument, dieser Schritt sei fĂŒr die Kontosicherheit notwendig. Einmal installiert, beginnt eine komplexe Infektionskette.
Unsichtbarer Angriff: Die mehrstufige Verschleierung
Was macht cifrat so tĂŒckisch? Der Trojaner nutzt eine mehrstufige Architektur, um Antiviren-Scanner auszutricksen. Die erste heruntergeladene Datei enthĂ€lt nur minimalen Schadcode. Sie lĂ€dt im Hintergrund eine zweite, versteckte APK, die sich als âGoogle Play Servicesâ tarnt.
Der eigentliche Schadcode ist in einer scheinbar harmlosen SVG-Bilddatei versteckt. Erst nach mehreren EntschlĂŒsselungsschritten im GerĂ€t wird der bösartige Kern aktiv. Die Kommunikation zum Kontrollserver (otptrade.world) lĂ€uft ĂŒber WebSockets und ermöglicht den Angreifern Echtzeit-Zugriff.
Volle Fernkontrolle: Das kann der Trojaner
Die Malware fordert Zugriff auf die Android-Bedienungshilfen. Wer diese Rechte gewĂ€hrt, ĂŒbergibt die totale Kontrolle. Die Angreifer können dann den Bildschirm live mitverfolgen, Tastatureingaben aufzeichnen und selbst Gesten steuern.
Konkret bedeutet das: Sie lesen Nachrichten in WhatsApp oder Signal mit. Sie legen gefĂ€lschte Login-Fenster ĂŒber Banking-Apps, um Passwörter zu stehlen. Sie fangen SMS mit Zwei-Faktor-Codes ab und können sogar die Kamera fernaktivieren. Ăber einen integrierten SOCKS5-Tunnel leiten sie ihren eigenen Internetverkehr ĂŒber das infizierte GerĂ€t â und verschleiern so ihre Spuren.
So schĂŒtzen Sie sich vor cifrat und Ă€hnlichen Angriffen
Die wichtigste Regel lautet: Installieren Sie Apps nur aus dem offiziellen Google Play Store. Deaktivieren Sie in den Android-Einstellungen die Option âInstallation aus unbekannten Quellenâ. Seien Sie extrem skeptisch, wenn eine App ungewöhnlich weitreichende Rechte â besonders fĂŒr Bedienungshilfen â verlangt.
Vorsicht ist auch bei unaufgeforderten Update-Aufforderungen per E-Mail geboten. Kein seriöser Dienst fordert Sie auf, Software auĂerhalb der App-Stores zu installieren. Bei einem Verdacht auf Infektion sollten Sie das GerĂ€t sofort vom Internet trennen. Eine vollstĂ€ndige ZurĂŒcksetzung auf Werkseinstellungen ist oft der einzige sichere Weg.
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Die neue Ăra mobiler Cyberangriffe
cifrat markiert eine gefĂ€hrliche Entwicklung. Die Techniken â mehrstufige Verschleierung, WebSocket-Kommunikation â waren bisher von hochentwickelter Windows-Malware bekannt. Dass sie jetzt auf Smartphones auftauchen, zeigt die Professionalisierung der Angreifer.
Experten erwarten, dass Ă€hnliche Trojaner kĂŒnftig andere beliebte Dienste als Köder nutzen werden. Der Schutz wird zur Daueraufgabe: Halten Sie Ihr Betriebssystem und Ihre Apps stets aktuell. FĂŒr Unternehmen werden spezielle Mobile-Threat-Defense-Lösungen immer wichtiger. Ihr Smartphone ist lĂ€ngst zum lukrativsten Ziel fĂŒr Cyberkriminelle geworden.
