Wasserknappheit, Verband

Wasserknappheit: Verband fĂŒr mehr EinschrĂ€nkungen

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 17:14 Uhr, dpa.de

Angesichts des Klimawandels, hÀufigeren Trockenperioden und knapper werdender Grundwasservorkommen fordert der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) strengere Regeln zur Wasserentnahme.

"Genehmigungsfreie Nutzungen mĂŒssen so weit wie möglich eingeschrĂ€nkt werden", sagte VKU-VizeprĂ€sident Karsten Specht der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". Dazu gehörte auch die private Nutzung.

"Sauberes Wasser jederzeit, ĂŒberall und zu fairen Preisen ist in unserem Land keine KĂŒr, sondern Pflicht", ergĂ€nzte er. Damit das so bleibe, mĂŒsse Transparenz in der Frage geschaffen werden, wer wann und in welchem Umfang auf die Wasserressourcen zugreift.

Der Druck auf die Grundwasserressourcen wachse mit dem Klimawandel, begrĂŒndete der Verband seine Forderung. Bei allen Entnahmemengen brauche es die gleiche Transparenz wie bei den kommunalen Wasserversorgern. "Dazu sollte endlich das digitale Wasserbuch in allen BundeslĂ€ndern konsequent umgesetzt werden", so ein Sprecher. Dabei handelt es sich um ein elektronisches Register, in dem wasserrechtliche Genehmigungen, Wasserentnahmen, Einleitungen und Schutzgebiete zentral dokumentiert und verwaltet werden.

Bisher mĂŒssen lediglich kommunale Wasserversorger und wirtschaftliche Unternehmen Wasserentnahmen genehmigen lassen. Zu den genehmigungsfreien Nutzungen gehören unter anderem die BewĂ€sserung des Gartens oder die Wassernutzung fĂŒr den landwirtschaftlichen Hofbetrieb, einschließlich TrĂ€nken von Vieh außerhalb des Hofes.

Im Fall von Nutzungskonkurrenzen fordert der VKU zudem eine Priorisierung: "Die öffentliche Wasserversorgung muss an erster Stelle stehen", so Specht. "Zudem brauchen unsere Wasserressourcen endlich einen besseren Schutz vor Verschmutzungen durch Nitrat, Pestizide und weitere Schadstoffe."

Ist Wassersparen bei EinschrÀnkungen selbstverstÀndlich?

Der Verband gab eine reprÀsentative Civey-Umfrage in Auftrag: 64 Prozent der Befragten gaben an, im Alltag hÀufig bewusst mit Wasser umzugehen, sei es beim Duschen oder ZÀhneputzen, im Haushalt oder Garten. Nur 17 Prozent tun dies selten oder nie, berichtet die Zeitung. Befragt wurden 5.000 Menschen vom 24. bis 26. Juni.

Auf die Frage, ob man selbst Empfehlungen zum Wassersparen von Behörden befolgen wĂŒrde, antworteten 35 Prozent, dies "sehr wahrscheinlich" zu tun, 29 Prozent wĂŒrden das "eher wahrscheinlich" tun. Rund ein Drittel aber nicht: 16 Prozent gaben an, sich nicht sicher zu sein, wĂ€hrend es bei 8 Prozent "eher unwahrscheinlich" und bei 11 Prozent "sehr unwahrscheinlich" wĂ€re.

Bei der Frage, wer im Falle einer Wasserknappheit zuerst den Verbrauch einschrĂ€nken sollte, plĂ€dierten 60 Prozent fĂŒr eine gleichmĂ€ĂŸige Verantwortung aller Sektoren. 16 Prozent der Befragten sehen jeweils die Haushalte oder die Industrie in der alleinigen Verantwortung, bei der Landwirtschaft sind es drei Prozent.

"Die Umfrage zeigt: Die Menschen sind bereit, ihren Teil zu leisten, aber sie erwarten, dass auch Industrie und Landwirtschaft in die Pflicht genommen werden", sagte Specht. NutzungseinschrĂ€nkungen bei DĂŒrre können schon heute die zustĂ€ndige untere Wasserbehörde (Landkreis/kreisfreie Stadt) anordnen.

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