Merz, Mehrbelastung

Merz strikt gegen Mehrbelastung bei Einkommensteuer

06.05.2026 - 15:38:17 | dpa.de

Angesichts kontrÀrer Ansichten von Union und SPD ist es nach EinschÀtzung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) offen, ob der Koalition ein Kompromiss bei der geplanten Einkommensteuerreform gelingt.

"Ob wir da zu einem gemeinsamen Weg finden, ist offen", sagte Merz im ZDF-Interview in der Sendung "Was nun, Herr Merz?".

Merz bekrĂ€ftigte seine Position, "dass wir bei der Einkommensteuer in der Tat etwas tun mĂŒssen - aber die unteren und mittleren Einkommen zu entlasten und die oberen noch zusĂ€tzlich zu belasten, geht einfach nicht".

"Das ist ein Dissens mit der SPD"

Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hatte zum Jahrestag der Koalition erneut eine Einkommensteuerreform angekĂŒndigt. Klingbeil versicherte, kleine und mittlere Einkommen wĂŒrden entlastet. Dies werde aber nur funktionieren, wenn die Spitzenverdienenden ihren Teil dazu beitrĂŒgen. Denn fĂŒr die Reform gelte zugleich: "Wir mĂŒssen sie haushaltsschonend machen."

Merz stellte fest: "Die SPD möchte umverteilen, wir möchten insgesamt entlasten." Die Koalitionspartner diskutierten darĂŒber. Noch gelte aber: "Das ist ein Dissens mit der SPD."

Merz argumentierte, neue Belastungen wĂŒrden Unternehmen betreffen, die als Personengesellschaften der Einkommensteuer unterlĂ€gen. "Das ist der Mittelstand, das ist das Handwerk." Deshalb gelte: "Eine höhere Belastung nochmal oben (...) geht nicht."

Gegen höheren Spitzensteuersatz

Merz sagte zudem: "Die Spitzenverdiener in der sogenannten Reichensteuer - das ist ja auch schon dieser klassenkÀmpferische Ton, der in dieser Bezeichnung zum Ausdruck kommt - zahlen heute 45 Prozent plus, wenn sie in der Kirche sind, Kirchensteuer, plus SolidaritÀtszuschlag." Somit liege die Gesamtsteuerbelastung bei fast 50 Prozent. "Da geht nicht mehr."

Denn die HÀlfte des Einkommensteuer-Aufkommens werde von den 10 Prozent der am besten Verdienenden erzielt. "Zehn Prozent tragen bereits heute 50 Prozent der Steuerlast", sagte Merz. "Wie lange wollen wir es da noch treiben, gerade die LeistungstrÀger in unserem Lande zu bestrafen?"

In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD angekĂŒndigt: "Wir werden die Einkommensteuer fĂŒr kleine und mittlere Einkommen zur Mitte der Legislatur senken."

"Möchte, dass der Soli verschwindet"

Mit Blick auf den SolidaritÀtszuschlag sagte Merz weiter: "Ich möchte, dass der Soli verschwindet, bevor uns das Bundesverfassungsgericht dazu zwingt." Die SPD hatte sich zuletzt ablehnend zu einer Soli-Abschaffung gezeigt.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 69285390 |