Anglo American Aktie: Venetia-Mine stoppt ab 13. Juli
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 17:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Anglo American zieht die Reißleine im südafrikanischen Bergbau. Die Tochtergesellschaft De Beers stoppt den Betrieb der Venetia-Diamantenmine für zwei volle Jahre. Das Management reagiert damit auf die anhaltende Flaute im Luxussektor.
Ab dem 13. Juli 2026 ruht die Förderung am Kap. Der Schritt betrifft etwa 3.500 Angestellte und rund zehn Prozent der gesamten Diamantenproduktion von De Beers. Um das globale Liefervolumen stabil zu halten, soll die Förderung an anderen Standorten steigen.
CEO Al Cook begründet die Entscheidung mit dem harten Marktumfeld. Er hofft auf eine baldige Erholung der Nachfrage in den USA und anderen Kernregionen.
Fokus auf Kupfer und Eisenerz
Die Minenschließung ist Teil einer größeren Konzernreform. Anglo American will sich künftig auf Kupfer, Eisenerz und Pflanzennährstoffe fokussieren. Den Abschied vom Platingeschäft hat das Unternehmen bereits im September 2025 eingeleitet.
Nun steht das Diamantengeschäft zur Disposition. Ein Verkauf oder eine Abspaltung von De Beers gilt als wahrscheinlich. Damit würde sich der Konzern von zyklischen Konsumgütern trennen.
Analysten warnen vor Kostenrisiken
Am Markt regt sich Skepsis. JPMorgan setzte die Aktie am 10. Juli 2026 auf eine Beobachtungsliste für negative Kursereignisse. Die Experten befürchten schwache Halbjahresergebnisse. Steigende Frachtraten und die Verluste bei De Beers könnten die Bilanz belasten.
Morningstar sieht den Wert der Aktie positiver und hob die Schätzung für den fairen Wert am 14. Juli 2026 an. Die Analysten betrachten das Papier jedoch als teuer. Der aktuelle Kurs beruhe primär auf dem Optimismus bei den Kupferpreisen.
Klarheit bringt der Produktionsbericht für das zweite Quartal. Anglo American wird die Daten Ende Juli 2026 vorlegen. Marktbeobachter rechnen mit einem deutlichen Rückgang beim operativen Ergebnis für die erste Jahreshälfte.
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