New York Schluss: Fed-Aussagen lasten auf US-Börsen
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 22:36 Uhr | dpa.deZuerst belasteten wieder anziehende Ölpreise wegen neuer iranischer Attacken. Die Notenbank Fed beließ dann ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert, sorgte aber im Nachgang für Schwankungen. Letztlich rutschten die Indizes allesamt deutlich in die Verlustzone ab. Mit Respekt begegneten die Anleger auch den nach Börsenschluss veröffentlichten Resultaten der Tech-Schwergewichte Microsoft US5949181045 und Meta US30303M1027.
Belastend wirkten die Begleitaussagen der Fed. Marktbeobachter hoben vor allem hervor, dass die Zinsentscheidung nicht einstimmig fiel. "3 Gegenstimmen zeigen, dass eine Zinserhöhung innerhalb der Fed offensichtlich kontrovers diskutiert wurde", schrieb Thomas Altmann von QC Partners. Damit bleibe eine Zinserhöhung im September im Bereich des Möglichen.
Der zuletzt in Rekordnähe angekommene Dow Jones Industrial US2605661048 fiel um 2,19 Prozent auf 51.594,14 Punkte. Er unterbrach damit eine dreitägige Gewinnstrecke. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 gab um 1,5 Prozent auf 7.316,15 Punkte nach.
Im Technologiebereich ging die jüngste Talfahrt weiter. Ein kurzer Versuch des Aufbäumens scheiterte im Handelsverlauf. Der Nasdaq 100 US6311011026 sackte am Ende um 2,06 Prozent auf 27.192,31 Punkte ab auf das niedrigste Niveau seit Ende April. Er dehnte seine Verlustserie auf den sechsten Tag aus.
Die Nervosität der Anleger trieb die Aktien von KI-Profiteuren am Ende wieder klar in die Verlustzone. Allen voran galt dies für die seit einiger Zeit schon abgestraften Chipwerte, wie der Kurs von Micron US5951121038 mit einem letztlich zehnprozentigen Abschlag zeigt. Auch der Kurs von Nvidia US67066G1040 büßte 3,6 Prozent ein. Zur Sektorschwäche trugen mit NXP Semiconductor NL0009538784 und dem Chipausrüster KLA US4824801009 auch die Zahlen zweier Branchenunternehmen bei.
Die Abneigung für Aktien mit KI-Bezug hatte auch ihre Auswirkungen auf Caterpillar US1491231015. Die jüngste Talfahrt bei dem Baumaschinenhersteller ging wegen Sorgen um das Geschäft mit Stromaggregaten für Rechenzentren um fast sieben Prozent weiter. Gestreut wurden dies von einem Kommentar des Analysehauses Baird. Der Analyst verwies auf größer werdende Einschränkungen bei deren Bau auf Landes- und Kommunalebene.
Die Ölpreise zogen wieder stark an, weil neue iranische Attacken die jüngste Hoffnung auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch zunichtemachen. US-Präsident Donald Trump kündigte Vergeltung an. Dies hievte zwar die Kurse der großen US-Ölkonzerne wie Chevron US1667641005 und ExxonMobil US30231G1022 mit mehr als zwei Prozent ins Plus. Fluggesellschaften hingegen litten darunter.
Im Standardwerte-Bereich brachten einige Zahlenvorlagen dem Gesamtmarkt keine Entlastung. Papiere des Kreditkartenanbieters Visa US92826C8394 entwickelten sich mit einem Anstieg um 0,6 Prozent immerhin besser als der Gesamtmarkt. Die Titel von Procter & Gamble US7427181091 verloren nach enttäuschenden Zahlen und einem verhaltenen Ausblick zwei Prozent.
Ford US3453708600 setzte seinen Höhenflug mit einem Anstieg um 2,1 Prozent fort. Der Autobauer hob zur Zahlenvorlage seine Jahresgewinnprognose an.
Ein besonders starkes Plus von 12 Prozent verzeichnete GE Healthcare US36266G1076. Laut dem RBC-Analysten Kendall Au sinken bei dem Gesundheitstechnik-Hersteller mit einem sauberen zweiten Quartal die Risiken für das zweite Halbjahr.
