Antimony Resources Aktie: Hochgradige Funde und Kursabsturz
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 10:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Antimony Resources meldet Rekordwerte im Bohrprogramm. Der Aktienkurs kennt trotzdem nur eine Richtung: abwÀrts.
Die Aktie schloss am Freitag bei 0,2630 Euro, ein Minus von 5,05 Prozent auf Tagessicht. Ăber die vergangenen sieben Tage summiert sich der RĂŒckgang auf 24,86 Prozent, ĂŒber 30 Tage auf 34,41 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1,05 Euro, erreicht am 17. MĂ€rz 2026, trennen den Titel mittlerweile 75,04 Prozent.
Hochgradige Funde, aber der Markt schaut weg
Am 6. Juli 2026 veröffentlichte Antimony Resources neue Ergebnisse aus vier zusĂ€tzlichen Bohrlöchern in der Main Zone des Bald-Hill-Projekts in New Brunswick. Die Werte fallen hoch aus: Ein Loch lieferte 13,14 Prozent Antimon, ein anderes sogar 33,40 Prozent. Diese Bohrungen sind Teil eines laufenden Programms ĂŒber rund 18.000 Meter, das die Mineralisierung in der Main Zone erweitern und neu identifizierte Zonen auf dem GelĂ€nde erkunden soll.
Der Kurs honoriert diesen Nachrichtenfluss bislang nicht. Die Aktie notiert weit unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 0,4351 Euro und ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 0,4712 Euro.
Die entscheidende Kennzahl: Wo bleibt die erste RessourcenschÀtzung?
Antimony Resources stellt seine laufenden Bohrungen konsequent in den Kontext einer kĂŒnftigen offiziellen RessourcenschĂ€tzung. Die Daten sollen in die Modellierung der Main Zone einflieĂen und schlieĂlich in die sogenannte Maiden Resource Estimate mĂŒnden.
Bis diese SchÀtzung vorliegt, handelt der Markt reines Explorationspotenzial statt einer quantifizierten Ressource.
Bullen-Szenario: Gehalt, GröĂe und geopolitischer RĂŒckenwind
Die Analysen deuten darauf hin, dass Bald Hill die höchstgradige Antimon-LagerstĂ€tte Nordamerikas sein könnte, mit abbaubaren Breiten, die bereits durch Bohrungen bestĂ€tigt sind. Die Main Zone erstreckt sich ĂŒber mehr als 600 Meter LĂ€nge und mindestens 350 Meter Tiefe, bei Breiten von 4 bis 5 Metern und Gehalten zwischen 3 und 4 Prozent Antimon.
Auch die Central Zone liefert Signale. Dort laufen bereits ĂŒber 2.000 Meter Bohrungen, weitere Ergebnisse werden in etwa zwei Wochen erwartet.
China hat im September 2024 strenge Exportkontrollen fĂŒr Antimon eingefĂŒhrt und damit globale Lieferketten empfindlich gestört. Kanada und die USA treiben seither eigene Projekte fĂŒr dieses kritische Mineral voran. Antimony Resources hat zudem Kontakte zu US-sicherheitsnahen Stellen signalisiert: Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer besuchte das Hawthorne Army Depot in Nevada, nach eigenen Angaben das gröĂte Munitionsdepot der Welt, und traf dort Vertreter, die als Department of War bezeichnet wurden, um die kritischen Mineralienprojekte des Unternehmens zu besprechen. Konkrete Zusagen zu Partnerschaften oder Fördermitteln blieben dabei aber aus.
BÀren-Szenario: Erschöpfte Rallye und extreme Schwankungen
Die annualisierte 30-Tage-VolatilitĂ€t liegt bei 111,70 Prozent. Der RSI von 30,1 zeigt eine Aktie nahe der ĂŒberverkauften Zone.
Der Kursanstieg von 120,27 Prozent auf Zwölfmonatssicht war eine spekulative Rallye, die sich seither gröĂtenteils wieder aufgelöst hat. Der RĂŒckgang von 75,04 Prozent gegenĂŒber dem MĂ€rz-Hoch legt nahe, dass ein GroĂteil der frĂŒheren SpekulationsprĂ€mie bereits abgebaut ist. Eine erste RessourcenschĂ€tzung ist eine Modellrechnung aus Bohrdaten, keine geprĂŒfte, fertige Reserve. Bis zur Veröffentlichung bleiben alle aus Pressemitteilungen abgeleiteten Tonnage- oder Gehaltszahlen SchĂ€tzungen, keine Gewissheiten.
Ausblick: Zwei mögliche Wege bis zur RessourcenschÀtzung
Solange die Assay-Ergebnisse aus Main Zone und Central Zone weiterhin hohe Gehalte bestĂ€tigen, bleibt die Explorationsstory intakt. EnttĂ€uschen die kommenden Ergebnisse dagegen, oder verzögert sich der Zeitplan fĂŒr die RessourcenschĂ€tzung weiter ohne konkrete Tonnage-Zahlen, bleibt die Aktie anfĂ€llig fĂŒr scharfe RĂŒckschlĂ€ge, wie sie der vergangene Monat gezeigt hat. Die gleitenden Durchschnitte bei 0,4351 Euro und 0,4712 Euro wĂŒrden dann eher als Widerstand denn als UnterstĂŒtzung wirken.
Der nÀchste konkrete Termin: Ergebnisse aus der Central Zone werden laut Unternehmensangaben innerhalb weniger Wochen nach der Juli-Meldung erwartet. Die erste offizielle RessourcenschÀtzung selbst hat noch keinen festen Zeitplan.
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