AOK-Bericht: Krankenstand in Schleswig-Holstein sinkt leicht
14.04.2026 - 13:00:30 | boerse-global.deDas zeigt der aktuelle Gesundheitsbericht der AOK NordWest, der heute in Kiel vorgestellt wurde. Dennoch verharren die Fehlzeiten auf einem historisch hohen Niveau.
Atemwegsinfekte bleiben Hauptgrund für Ausfälle
Die AOK beziffert den Krankenstand für 2025 auf 6,7 Prozent. Das ist ein minimaler Rückgang gegenüber dem Rekordwert von 6,9 Prozent im Jahr 2024. Damit liegt Schleswig-Holstein weiter über dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent. Im Schnitt fehlte jeder Beschäftigte 24,6 Tage.
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Atemwegserkrankungen waren mit Abstand der häufigste Grund für eine Krankschreibung. Sie machten 27,2 Prozent aller Fälle aus. Ihr Anteil hat sich seit 2021 nahezu verdoppelt. Betrachtet man die gesamten Fehltage, führen jedoch Muskel- und Skeletterkrankungen (19,4 %) die Statistik an, gefolgt von Atemwegserkrankungen (14,3 %) und psychischen Diagnosen (13,9 %).
Psychische Belastungen nehmen weiter zu
Andere große Krankenkassen bestätigen den Trend zu mehr psychischen Erkrankungen. Die DAK-Gesundheit verzeichnete bei ihren Versicherten im Norden einen Anstieg der Fehlzeiten aus diesem Grund um 10,5 Prozent. Auch die Techniker Krankenkasse (TK) meldet mehr Ausfalltage durch psychische Diagnosen.
Experten weisen darauf hin, dass diese Erkrankungen zwar seltener auftreten, dann aber oft zu langen Ausfällen führen. Ein Teil des statistischen Anstiegs wird auf das digitale Meldeverfahren (eAU) zurückgeführt. Seit Atteste direkt übermittelt werden, landen auch Kurzzeiterkrankungen vollständig in der Statistik.
Gesundheitswesen am stärksten betroffen
Die Belastung der Beschäftigten unterscheidet sich stark nach Region und Branche. Den höchsten Krankenstand verzeichnet das Gesundheits- und Sozialwesen mit 7,9 Prozent. Auch die Energie- und Wasserversorgung liegt mit 7,7 Prozent deutlich über dem Schnitt.
Am niedrigsten sind die Fehlzeiten in der Land- und Forstwirtschaft (4,2 %) sowie im Banken- und Versicherungsgewerbe (4,7 %). Innerhalb des Landes wiesen Beschäftigte in Neumünster die meisten Fehltage auf, im Kreis Stormarn die wenigsten.
Frauen fehlten mit durchschnittlich 24 Tagen etwa fünf Tage häufiger als Männer. Eine Erklärung sehen Analysten in der höheren Teilquote von Frauen in belastenden Berufen wie der Pflege.
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Hohes Niveau bleibt Herausforderung für Betriebe
Arbeitsmarktexperten deuten den leichten Rückgang als Zeichen, dass die extremen Infektionswellen der Nach-Corona-Zeit abklingen. Das hohe Grundniveau bleibt jedoch eine strukturelle Herausforderung.
Gründe sind der Fachkräftemangel, der zu höherer Arbeitsverdichtung führt, und eine alternde Belegschaft. Krankenkassen warnen zudem vor einer "Misstrauenskultur" in Betrieben, die Beschäftigte dazu verleitet, sich auch bei kleinen Beschwerden krankschreiben zu lassen.
Die AOK und DAK fordern eine verstärkte Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Gewerkschaften. Gezielte Präventionsprogramme, besonders für stark belastete Branchen, sollen die Arbeitsfähigkeit langfristig sichern. Betriebliche Gesundheit wird so zum strategischen Wettbewerbsfaktor.
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