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AOK NordWest / AOK-Verwaltungsrat: Ampel-Koalition muss ihre ...

18.06.2024 - 14:23:14 | dpa.de

AOK-Verwaltungsrat: "Ampel-Koalition muss ihre Versprechen fĂŒrnachhaltige Reformen und stabile Kassenfinanzen endlich einlösen" -AOK NordWest erzielt positives Rechnungsergebnis fĂŒr 2023 (FOTO)Dortmund - Mit einem positiven Rechnungsergebnis in Höhe von 50,2Millionen Euro hat die AOK NordWest das vergangene GeschĂ€ftsjahr 2023abgeschlossen.

Das stellte heute der AOK-Verwaltungsrat in seiner Sitzung inDortmund fest. Damit setzt die AOK NordWest ihren Kurs einer erfolgreichenGeschĂ€ftspolitik mit stabilen Finanzen und mehr Wachstum fort: Insgesamt 59.000neue Mitglieder entschieden sich im vergangenen Jahr fĂŒr den MarktfĂŒhrer inWestfalen-Lippe und Schleswig-Holstein. Das Haushaltsvolumen der AOK NordWestbetrug 2023 rund 12,5 Milliarden Euro. Hart ins Gericht ging derAOK-Verwaltungsrat mit der Ampelkoalition. "Stabil und verlĂ€sslich sollte dieGesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung finanziert werden. Doch aus diesemVersprechen der Ampel-Koalition wird offenbar nichts. Es fehlt weiterhin annachhaltigen Finanzierungskonzepten. Statt die beitragszahlenden Versichertenund Arbeitgeber von versicherungsfremden Aufgaben zu entlasten, sollen dieseweitere staatliche Aufgaben finanzieren", sagte Lutz SchĂ€ffer, alternierenderAOK-Verwaltungsratsvorsitzender und Versichertenvertreter.

Politik bringt GKV in finanzielle Schieflage

Die vor allem von der Politik verursachten Ausgabenausweitungen bringen dieFinanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in eine Schieflage. "DieEinnahmen und Ausgaben mĂŒssen endlich wieder ins Gleichgewicht gebracht werden",sagte Johannes Heß, alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender undArbeitgebervertreter. DafĂŒr braucht es nachhaltige ReformvorschlĂ€ge fĂŒr einestabile, verlĂ€ssliche und solidarische Finanzierung der GKV. Heß kritisierte dieaus seiner Sicht völlig unzureichende Zahlung aus dem Bundeshaushalt an dieKrankenkassen fĂŒr BĂŒrgergeldempfĂ€nger. Sie deckt nur gut ein Drittel dertatsĂ€chlichen Kosten ab. Dabei geht es um mehr als neun Milliarden Euro im Jahr."Hier werden originĂ€r staatliche Aufgaben auf die Beitragszahlenden abgewĂ€lzt,die dann ĂŒber BeitrĂ€ge und Steuern doppelt zur Kasse gebeten werden", sagte Heß.

Beitragszahlende werden zur Kasse gebeten

Nach Auffassung von Lutz SchĂ€ffer werden die erheblichen Finanzierungsproblemeder GKV nicht gelöst, sondern immer wieder nur verschoben. "DerKrankenhaus-Transformationsfonds, die Aufhebung des Budgetdeckels fĂŒr dieHausĂ€rzte und die EinfĂŒhrung von Geheimpreisen fĂŒr neue Arzneimittel werdenzusĂ€tzliche Kosten fĂŒr die GKV in Milliardenhöhe verursachen. Anstatt wie imKoalitionsvertrag versprochen die Finanzierung nachhaltig zu sichern, willBundesgesundheitsminister Lauterbach die Beitragszahlenden fĂŒr seine ReformplĂ€nezusĂ€tzlich zur Kasse bitten. Bei den entsprechenden Gesetzesvorhaben mĂŒssen imlaufenden parlamentarischen Verfahren erhebliche Korrekturen erfolgen, sonstdroht in 2025 eine deutliche Erhöhung des Beitragssatzes", so SchĂ€ffer.

Strukturreformen kraftvoll voranbringen

Doch das allein wird aus Sicht des AOK-Verwaltungsrats nicht fĂŒr dauerhaftstabile GKV-Finanzen reichen. "Die Politik ist außerdem gefordert, die geplantenund dringend notwendigen Strukturreformen im Gesundheitswesen kraftvollvoranzubringen. Wir denken hier vor allem an eine zukunftsorientierteKrankenhauslandschaft und Notfallversorgung sowie den Einstieg in einesektorenĂŒbergreifende Versorgungsgestaltung", sagte SchĂ€ffer.

Krankenhausreform nicht verwÀssern

Die Krankenhausreform auf Bundesebene sollte nach Auffassung desAOK-Verwaltungsrats in der aktuellen Diskussion zwischen Bund und LĂ€ndern in denwesentlichen Punkten wie QualitĂ€tskriterien und Mindestvorhaltezahlen jeLeistungsgruppe nicht weiter verwĂ€ssert werden. "Die Leistungsstrukturen derKrankenhĂ€user mĂŒssen nach einheitlichen und verbindlichen Kriterien definiertwerden und die LĂ€nder ihre Krankenhausplanung und VersorgungsauftrĂ€ge konsequentdaran ausrichten. Die im Krankenhaus behandelten Patientinnen und PatientenmĂŒssen sich darauf verlassen können, dass sie im Bedarfsfall bestmöglichbehandelt werden", sagte Heß.

LiquiditÀtsengpÀsse in der Sozialen Pflegeversicherung

Dunkle Wolken ziehen auch in der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) auf. DerAnstieg der PflegebedĂŒrftigen wird fĂŒr neue LiquiditĂ€tsengpĂ€sse bei denPflegekassen sorgen. Der GKV-Spitzenverband rechnet damit, dass dieBeitragssĂ€tze im nĂ€chsten Jahr bereits um mindestens 0,2 Beitragssatzpunkteansteigen werden. "Um den Druck auf die BeitragssĂ€tze zu nehmen, muss der Bundauch die SPV von versicherungsfremden Leistungen entlasten. Dazu gehören dieFinanzierung der RentenversichersicherungsbeitrĂ€ge von pflegenden Angehörigen inHöhe von jĂ€hrlich rund vier Milliarden Euro, auskömmliche Pauschalen fĂŒrBĂŒrgergeldbeziehende und die noch rund 4,5 Milliarden offenen Mittel, mit denendie SPV in der Corona-Krise in Vorleistung getreten ist. Die Ampel-Koalitionsollte sich auch hier an ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag erinnern undendlich ihre eigenen FinanzierungsvorschlĂ€ge umsetzen", so SchĂ€ffer.

59.000 neue Mitglieder

Fast 59.000 neue Mitglieder entschieden sich im letzten Jahr fĂŒr die grĂ¶ĂŸtegesetzliche Krankenkasse in Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein.AOK-Vorstandschef Tom Ackermann hob hervor, dass die AOK NordWest mit ihrenstabilen BeitrĂ€gen und den vielen auch neuen exklusiven Mehrleistungen innerhalbdes 500 Euro-Gesundheitsbudgets attraktiv fĂŒr alle gesetzlichKrankenversicherten bleibe. "Wir garantieren unseren Versicherten weiterhineinen persönlichen Service vor Ort und moderne Lösungen fĂŒr eine schnelle undmobile Kunden-Kommunikation", so Ackermann.

Leistungsausgaben in 2023 erneut gestiegen

Insgesamt sind die Leistungsausgaben der AOK NordWest im Jahr 2023 jeVersicherten um 2,78 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr gestiegen. Der grĂ¶ĂŸteAusgabenblock bleibt die Krankenhausbehandlung mit rund 4,25 Milliarden Euro.Dahinter folgen Ausgaben fĂŒr Arzneimittel mit 1,91 Milliarden Euro sowie dieambulante Ă€rztliche Behandlung in Höhe von 1,67 Milliarden Euro. DasHaushaltsvolumen der AOK NordWest betrug in 2023 rund 12,5 Milliarden Euro.

Pressekontakt:

Jens Kuschel, PressesprecherAOK NordWest - Die Gesundheitskasse.Kopenhagener Straße 1, 44269 DortmundTelefon 0800 2655-505528Mobil 01520-1566136E-Mail mailto:presse@nw.aok.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/73028/5804228OTS: AOK NordWest

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