Aon Aktie: Fünf Milliarden für Rechenzentren
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 09:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rechenzentren sind längst zur Infrastruktur-Anlageklasse geworden, die Milliarden verschlingt – und genauso viel Absicherung braucht. Aon reagiert darauf und schraubt sein spezialisiertes Versicherungsprogramm für Rechenzentren erneut nach oben.
Deckungssumme wächst auf fünf Milliarden Dollar
Der Versicherungsmakler hat sein Data Center Lifecycle Insurance Program (DCLP) am Montag auf eine Kapazität von fünf Milliarden Dollar ausgeweitet. Erst vor einiger Zeit lag die Grenze bei 3,5 Milliarden Dollar – die aktuelle Aufstockung zeigt, wie schnell der Bedarf an Absicherung in diesem Segment wächst. Das Programm deckt nun Bauschäden, Verzögerungen bei der Inbetriebnahme sowie Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden ab, gestützt auf ein Konsortium von A-gerateten Versicherern aus dem Lloyd's-Markt und weiteren Anbietern.
Hinzu kommen erweiterte Haftungs-, Cyber- und Transportrisiko-Bausteine: bis zu 200 Millionen Dollar Haftpflichtdeckung außerhalb der USA, 100 Millionen Dollar innerhalb der USA sowie 400 Millionen Dollar für Cyber- und Technologiehaftungsrisiken. Für Transportschäden entlang der Lieferkette stehen zusätzlich 500 Millionen Dollar bereit, ergänzt durch bis zu einer Milliarde Dollar Terrorismusdeckung über bestehende Aon-Fazilitäten.
Treiber ist der Boom bei KI und Cloud-Infrastruktur
Der Ausbau fällt in eine Phase, in der Investitionen in künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Hyperscale-Rechenzentren rasant zunehmen. Solche Projekte sind kapitalintensiv und komplex – entsprechend steigt die Nachfrage nach Versicherungslösungen, die den gesamten Lebenszyklus einer Anlage abdecken, von der Bauphase bis zum laufenden Betrieb. Aon ergänzt das Kapazitätspaket deshalb um Beratungsleistungen seiner Global-Risk-Consulting-Sparte, darunter Klimarisikoberatung, Umweltrisikolösungen und Risikoingenieurwesen.
Für Aon ist die Erweiterung ein strategischer Schritt, um sich als zentraler Ansprechpartner für eine Anlageklasse zu positionieren, die zunehmend Kapital aus Pensionsfonds und Infrastrukturinvestoren anzieht. Zum Wochenschluss schloss die Aktie bei 367,21 Dollar, ein moderates Minus von 0,39 Prozent. Wie stark sich das ausgeweitete Programm auf künftige Prämieneinnahmen auswirkt, dürfte sich erst in den kommenden Quartalszahlen zeigen.
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