Apple beziffert Steuerzahlungen in Deutschland und Europa
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 08:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAus einem frisch veröffentlichten Steuerbericht fĂŒr das Ende September 2025 abgeschlossene vergangene GeschĂ€ftsjahr geht hervor, dass Apple in Deutschland bei einem Vorsteuergewinn von rund 209 Millionen US-Dollar (aktuell 178 Mio Euro) Ertragsteuern in Höhe von 153,5 Millionen Dollar (131,2 Mio Euro) zahlte.
Der Gesamtumsatz der deutschen GeschĂ€ftseinheiten von Apple belief sich laut dem Bericht auf 2,72 Milliarden Dollar (2,33 Mrd Euro). Bundesweit beschĂ€ftigte das Unternehmen 4.089 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon mehr als 2.000 Ingenieure am "European Silicon Design Center" in MĂŒnchen, Apples gröĂtem Entwicklungsstandort in Europa.
Milliardenabfluss in Irland nach Urteil des EuGH
In der Gesamtbilanz fĂŒr die EU sticht vor allem Irland hervor: Dort wies Apple fĂŒr das abgelaufene GeschĂ€ftsjahr tatsĂ€chlich gezahlte Steuern (Income tax paid) in Höhe von 17,08 Milliarden Dollar (14,60 Mrd Euro) aus. Der Konzern begrĂŒndet diese enorme Summe im Bericht explizit mit der Auflösung des Treuhandkontos infolge der Beihilfe-Entscheidung der EU-Kommission und des Urteils des EuropĂ€ischen Gerichtshofs (EuGH).
Apple hatte im September 2024 einen jahrelangen Rechtsstreit mit der EU-Kommission verloren. Hintergrund waren SteuervergĂŒnstigungen, die Apple in Irland lange gewĂ€hrt worden waren. Die EU-Kommission hielt dieses Vorgehen fĂŒr wettbewerbsverzerrend und forderte Apple auf, insgesamt 13 Milliarden Euro Steuern plus Zinsen zu zahlen.
Gros der Steuerzahlungen in den USA und in Irland
In dem aktuellen Steuerreport betont das Unternehmen nun: "Apple gehört kontinuierlich zu den gröĂten Steuerzahlern der Welt und wir sind stolz auf die BeitrĂ€ge, die wir fĂŒr die LĂ€nder und Gesellschaften leisten, in denen wir tĂ€tig sind."
Apple erklĂ€rte, dass Körperschaftsteuern nach internationalem Standard dort anfallen, wo wesentliche Entwicklungs- und Unternehmensrisiken gesteuert werden - bei Apple primĂ€r in den USA sowie ĂŒber die europĂ€ische Drehscheibe im irischen Cork, die Kunden in ĂŒber 120 LĂ€ndern betreut.
GroĂe multinationale Konzerne mit einem weltweiten Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro sind nach einer EU-Richtlinie (Public CbCR) verpflichtet, ihre Ertragsteuerinformationen aufgeschlĂŒsselt nach LĂ€ndern öffentlich zugĂ€nglich zu machen. Bislang mussten diese Daten nur vertraulich an Finanzbehörden ĂŒbermittelt werden.
