Aprilia RS 660 von Piaggio - Mittelklasse-Sportler mit 100 PS und Assistenzpaket
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 08:29 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller (Chefredaktion)Verantwortlich: Florian Meierhoff, ad hoc news Fachredaktion Klassiker & Longseller. Geprueft am 05.07.2026, 08:29 Uhr. Details im Impressum.
Aprilia RS 660 steht in der Abendsonne vor dem Café, der satinierte Tank fühlt sich kühl unter der Hand an, während ein Fahrer seine Handschuhe neben den Clip-ons fallen lässt. Das Mittelklasse-Sportbike soll Rennstrecken-Gene in alltagstaugliche Leistung übersetzen. Genau darauf setzt Piaggio mit dem 660er-Twin.
Leistung, Motor und Fahrgefühl
Im Zentrum der Aprilia RS 660 arbeitet ein 659-Kubik-Reihenzweizylinder, der aus der V4-Technik der großen RSV4 abgeleitet wurde und rund 73,5 kW (100 PS) bei 10.500 U/min liefert. Die maximale Leistung liegt damit im typischen Feld moderner Mittelklasse-Sportler und zielt klar auf Führerscheininhaber mit A-Lizenz.
Das maximale Drehmoment der RS 660 beträgt rund 67 Nm bei 8.500 U/min, was laut Werksangaben eine elastische Beschleunigung aus dem Kurvenscheitel unterstützt. In Tests loben Fahrdynamik-Redakteure wie Lorenzo Baroni die Kombination aus spritzigem Hochdrehen und noch ausreichend sanftem Ansprechverhalten im Stadtverkehr.
Elektronikpaket und Fahrmodi
Das Motorrad setzt auf ein umfassendes Elektronikpaket, das Aprilia Performance Ride Control (APRC) umfasst. Dazu zählen unter anderem eine einstellbare Traktionskontrolle, Wheelie-Control, Kurven-ABS und ein Quickshifter für kupplungsfreie Gangwechsel nach oben und unten.
Über das TFT-Farbdisplay können Fahrer mehrere Fahrmodi wie Commute, Dynamic und Challenge wählen, die Gasannahme, Motorbremse und Eingriffsschwellen der Assistenzsysteme verändern. In einem ausführlichen Vergleichsbericht hebt das Magazin motorradonline.de den relativ breiten Einsatzbereich dieser Modi hervor.
Piaggio & C. SpA im Anlegerfokus
Wie stark Sportmotorräder wie die Aprilia RS 660 im Konzernmix der Piaggio & C. SpA wirken, zeigen Zahlen und Präsentationen des Herstellers.
Fahrwerk, Ergonomie und Alltag
Beim Fahrwerk setzt Aprilia vorne auf eine 41-Millimeter-Upside-Down-Gabel von Kayaba und hinten auf ein direkt angelenktes Monofederbein, beide in Zug- und Druckstufe einstellbar. Der Brückenrahmen aus Aluminium, verschraubt mit der Zweiarmschwinge, soll eine Mischung aus Stabilität und Agilität liefern.
Mit einem Trockengewicht von rund 169 Kilogramm und etwa 183 Kilogramm fahrfertig mit vollen Fluids positioniert sich die RS 660 im Klassenvergleich relativ leicht. Testfahrer von Visordown beschreiben das Einlenkverhalten als „leichtfüßig, aber nicht nervös“.
Design, Aerodynamik und Ausstattung
Optisch orientiert sich die Aprilia RS 660 klar an den größeren RSV4-Supersportlern, bleibt aber kompakter und etwas gemäßigter in der Sitzposition. Der flache Lenker und die relativ niedrige Sitzhöhe von rund 820 Millimetern sollen auch mittelgroßen Fahrern den sicheren Bodenkontakt ermöglichen.
Charakteristisch sind die doppelten LED-Scheinwerfer mit integrierten Tagfahrleuchten, die bei Dunkelheit einen breiten Lichtteppich auf den Asphalt legen. Zusätzlich nutzt Aprilia aerodynamisch geformte Verkleidungsteile, die laut Produktmanager Marco Di Lio bei höherem Tempo eine gewisse Stabilisierung über Luftabtrieb bringen.
Preis, Varianten und Zielgruppe
Im Heimatmarkt Italien liegt die unverbindliche Preisempfehlung der Aprilia RS 660 je nach Ausstattung und Lackierung im Bereich von rund 11.500 bis 12.000 Euro. In Deutschland bewegen sich die Listenpreise laut mehreren Händlern und Preislisten der vergangenen Saison ebenfalls in diesem Korridor.
Die Baureihe bietet verschiedene Farbschemata, darunter klassische Aprilia-Racinggrafiken sowie dezentere einfarbige Varianten. Für Besitzer mit A2-Führerschein existiert eine leistungsreduzierte Version mit 35 kW, womit Aprilia gezielt jüngere Fahrer anspricht, die später auf die volle Leistung aufrüsten können.
Marktrolle im Piaggio Konzern
Innerhalb des Portfolios der Piaggio & C. SpA nimmt die Aprilia RS 660 eine Rolle als sportlich positionierter Imageträger im Mittelklassesegment ein. Während Vespa und die Rollerfamilien auf urbane Mobilität zielen, soll die RS 660 Technikkompetenz und Rennerbe dokumentieren.
In Präsentationen des Konzerns wird die Marke Aprilia regelmäßig im Performance-Segment verortet, das zwar kleinere Stückzahlen als Volumenroller liefert, aber eine höhere Wertigkeit pro Fahrzeug aufweist. CEO Michele Colaninno betont in Interviews, dass Sportmodelle wie die RS 660 zur Markenstrahlung und zur Technologietransfer-Plattform dienen.
Langfristige Perspektive und Aktie
Für Käufer bleibt die Aprilia RS 660 ein Sportmotorrad, das eine Brücke zwischen Alltag und gelegentlicher Rennstrecke schlägt, mit viel Elektronikunterstützung und einem drehfreudigen, aber nicht überfordernden Zweizylinder. Im Modellprogramm der Italiener dürfte sie mittelfristig Kern einer 660er-Familie bleiben, aus der bereits Naked- und Adventure-Varianten hervorgegangen sind.
Für die Piaggio & C. SpA Aktie, die an der Borsa Italiana in Mailand notiert, zählt die RS 660 zum sportlichen Produktsegment, das vor allem das Markenprofil stärkt und damit langfristig auch die Preis- und Margenposition im Zweiradgeschäft unterstützen kann.
Eckdaten zur Aprilia RS 660
- Produkt: Aprilia RS 660
- Hersteller: Piaggio & C. SpA
- Kategorie: Klassiker & Longseller
- Markteinfuehrung: Serienstart um 2020 in Europa
- UVP / Preis: etwa 11.500–12.000 Euro (Italien/DE, je nach Version)
- Verfuegbarkeit: regulär im Aprilia-Handel, je nach Markt und Modelljahr
- Zielgruppe: sportlich orientierte Fahrer mit A- oder A2-Führerschein
- Besonderheit / USP: Mittelklasse-Sportbike mit umfangreichem Elektronikpaket und leichtem Zweizylindermotor
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