ASML: 40 Milliarden Euro Jahresprognose angehoben
22.06.2026 - 01:58:18 | boerse-global.de
Im Hauptquartier von ASML in Veldhoven tickt die Uhr. Bis Ende Juni erfahren die Mitarbeiter, ob ihre Stellen dem großen Konzernumbau zum Opfer fallen. Die Aktie zeigt sich davon unbeeindruckt. Mit einem Kursplus von satten 68 Prozent seit Jahresanfang notiert das Papier nur knapp unter seinem Rekordhoch.
Kahlschlag im Management
Der niederländische Anlagenbauer verkleinert weltweit seine Belegschaft. Allein in den Niederlanden wackeln 1.400 Arbeitsplätze. Das Ziel: flachere Hierarchien. Das Management baut vor allem in der Entwicklung und der IT um. Dort fallen mehr als 3.000 Führungspositionen weg.
Ein harter Schnitt bleibt der Belegschaft vorerst erspart. ASML hat sich mit den Gewerkschaften auf einen Sozialplan geeinigt. Dieser schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Mai 2027 aus. Betroffene Mitarbeiter können sich intern auf andere Stellen bewerben. Das starke Wachstum des Konzerns dürfte dabei helfen, viele Jobs zu retten.
Milliarden-Investitionen treiben das Geschäft
Wirtschaftliche Not treibt den Umbau ohnehin nicht an. Im Gegenteil. Die Nachfrage nach Chip-Anlagen übersteigt das Angebot deutlich. ASML hat deshalb die Jahresprognose angehoben. Der Vorstand erwartet nun einen Umsatz von bis zu 40 Milliarden Euro.
Kunden wie Taiwan Semiconductor Manufacturing und Micron investieren massiv. TSMC plant für dieses Jahr Ausgaben von rund 54 Milliarden US-Dollar. Micron steigert sein Budget sogar um 81 Prozent. Diese Investitionswelle füllt die Auftragsbücher der Niederländer direkt.
Politische Risiken bleiben
Ganz ohne Störfeuer verläuft die Rally jedoch nicht. US-Handelsminister Howard Lutnick konfrontierte ASML kürzlich mit schweren Vorwürfen. Angeblich gelangten sanktionierte Bauteile nach China. ASML wies die Anschuldigungen zurück. Die Episode zeigt dennoch die anhaltenden geopolitischen Risiken für den Sektor.
An der Börse überwiegt der Optimismus. Die Aktie ging am Freitag bei 1.661,20 Euro ins Wochenende. Das entspricht einem satten Plus von fast 25 Prozent allein im letzten Monat. Am Mittwochabend präsentiert Micron neue Quartalszahlen. Dieser Bericht liefert den nächsten konkreten Hinweis auf die weltweite Speicherchip-Nachfrage.
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