ASML: 7,59 Euro Gewinn je Aktie übertrifft Analysten
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 10:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ASML hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die eigenen Erwartungen und die des Marktes deutlich übertroffen – und dennoch reagierten Investoren zunächst verhalten. Der niederländische Lithografie-Spezialist meldete einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro, der Nettogewinn kletterte um 26 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie lag bei 7,59 Euro und damit über der Analystenschätzung von 6,90 Euro. Insgesamt verkaufte ASML im Quartal 91 Systeme, ein Plus von 15 Prozent.
Guidance kräftig angehoben
Der eigentliche Paukenschlag war der Ausblick: Für das dritte Quartal rechnet ASML mit Erlösen zwischen 11 und 12 Milliarden Euro, ein Sprung von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2026 hob das Unternehmen seine Prognose von zuvor 36 bis 40 Milliarden Euro auf nun 43 bis 45 Milliarden Euro an. Die Bruttomarge soll im laufenden Jahr bei rund 55 Prozent liegen. Um der Nachfrage gerecht zu werden, plant ASML, seine Produktionskapazität für Low-NA-EUV-Systeme bis 2027 um 30 Prozent zu steigern – mit der Option auf eine weitere Ausweitung um denselben Wert im Jahr 2028. Auch bei DUV-Immersionssystemen soll die Kapazität um 30 Prozent wachsen.
Treiber dieser Entwicklung ist der Speicherchip-Boom: Das Memory-Segment macht inzwischen fast die Hälfte der Systemverkäufe aus, und ASML erwartet für den Bereich 2026 ein Umsatzplus von 75 Prozent. Speicherhersteller wie SK Hynix und Samsung kündigten Investitionen von jeweils über zwei Milliarden US-Dollar für das kommende Jahrzehnt an. Wedbush-Analyst Matt Bryson wertet den erhöhten 2027er-Ausblick von ASML sowie die mögliche zusätzliche EUV-Kapazität 2028 als klares Signal für anhaltend starke DRAM-Nachfrage im Zuge des KI-Booms – eine Einschätzung, von der Wedbush zufolge auch SK Hynix profitieren dürfte.
Kursreaktion trifft auf Branchenskepsis
Der Markt honorierte die Zahlen zunächst: Am Dienstag legte die Aktie um 3,80 Prozent zu und schloss bei 1.584,00 Euro. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro fehlen damit noch 9,38 Prozent, die Marktkapitalisierung liegt bei 590,36 Milliarden Euro. Mehrere Analysehäuser reagierten mit angehobenen Kurszielen: Bank of America nennt 2.811 US-Dollar, Wells Fargo 2.500 US-Dollar und JPMorgan 2.400 US-Dollar.
Dennoch bleibt die Stimmung in der Chipbranche fragil. Der Philadelphia Semiconductor Index rutschte in der vergangenen Woche um rund 10 Prozent ab und damit in Bärenmarkt-Territorium, obwohl sowohl ASML als auch der taiwanische Auftragsfertiger TSMC ihre Prognosen anhoben. Anleger monieren die ambitionierten Erwartungen, die dem Sektor mittlerweile entgegengebracht werden – TSMC etwa musste für das dritte Quartal eine niedrigere Bruttomarge von 65 bis 67 Prozent in Aussicht stellen, bedingt durch die Anlaufkosten der 2-Nanometer-Fertigung. Fondsmanager nennen eine mögliche KI-Blase inzwischen als eines der größten Marktrisiken.
Geopolitisches Störfeuer aus den USA und China
Zusätzliche Unsicherheit bringt ein geopolitischer Vorwurf: Der US-Handelsminister deutete an, ein hochentwickeltes EUV-System von ASML könne nach China gelangt sein. ASML-Chef Christophe Fouquet wies dies zurück und betonte, jede ausgelieferte Maschine werde lückenlos nachverfolgt. Ältere DUV-Systeme liefert ASML weiterhin nach China, sie machen dort rund 20 Prozent des Umsatzes aus. Parallel dazu investierten die USA 150 Millionen US-Dollar in das Start-up xLight, das ASMLs EUV-Monopol herausfordern will; auch der Investor Peter Thiel unterstützt mit Substrate einen weiteren Rivalen. Im US-Kongress liegt zudem ein überparteilicher Gesetzentwurf vor, der sämtliche DUV-Lieferungen nach China untersagen soll.
Als Zeichen der operativen Stärke wertet der Markt derweil, dass Intel seine High-NA-EUV-Systeme von ASML bereits für die Massenproduktion des Panther-Lake-Prozessors einsetzt und die Anlage Albany NanoTech in den USA jüngst die ersten Komponenten eines solchen Systems im Rahmen einer milliardenschweren New Yorker Investitionsinitiative erhielt. Für die Belegschaft zahlte ASML zudem einen einmaligen Bonus von 20.000 Euro pro Mitarbeiter – ein Signal, dass das Unternehmen den Rekordausblick auch intern honoriert, während der Aktienkurs zwischen Rekordoptimismus und branchenweiter Nervosität um die künftige KI-Nachfrage schwankt.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 22. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
