ASML, China-Wartungsstopp

ASML: China-Wartungsstopp droht 20 Prozent Umsatz

15.06.2026 - 04:18:48 | boerse-global.de

Trotz drohender Wartungsstopps in China erreicht ASML neue Höchststände. Die starke KI-Nachfrage und eine optimistische Prognose stützen den Kurs.

ASML Aktie: China-Geschäft bedroht, Rekordkurs hält an
ASML - Solarpanelen auf Stadtd\u00e4chern 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Starke Nachfrage, politische Stolpersteine. Bei ASML prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Der Boom rund um Künstliche Intelligenz treibt die Geschäfte an. Parallel dazu droht in China ein abrupter Stopp für wichtige Serviceleistungen.

Politischer Druck auf das Asiengeschäft

Die Niederlande verschärfen offenbar ihre Exportregeln. Ein formeller Wartungsstopp für bereits installierte DUV-Maschinen in chinesischen Chipfabriken steht im Raum. Die Folge: ein harter Schlag für den Konzern. China steht für rund 20 Prozent des erwarteten Gesamtumsatzes.

Auslöser sind intensive diplomatische Debatten um den US-amerikanischen "Match Act". Der niederländische Handelsminister Sjoerd Sjoerdsma kritisiert die weitreichenden US-Gesetze scharf. Er warnt vor einem Verlust der Investitionssicherheit für europäische Technologiekonzerne.

Rekordjagd trotz Risiken

An der Börse ignorieren Investoren diese politischen Risiken bislang. Die Aktie beendete die Handelswoche bei 1.614,80 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp unter dem jüngsten Rekordhoch von 1.644 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein massives Plus von über 63 Prozent auf der Anzeigetafel.

Ein hoher RSI-Wert signalisiert allerdings einen heißgelaufenen Markt. Fundamental stützt die angehobene Jahresprognose diese Rally. Das Management rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatz von bis zu 40 Milliarden Euro. Bereits im ersten Quartal verdiente ASML unterm Strich 2,8 Milliarden Euro.

Die nächste Technologie-Generation

Technologisch baut der Konzern aus Veldhoven seine Monopolstellung weiter aus. CEO Christophe Fouquet kündigte die ersten Chips aus den neuen High-NA-EUV-Maschinen für die kommenden Monate an. Diese Anlagen kosten rund 400 Millionen Dollar pro Stück. Sie ermöglichen deutlich kleinere und leistungsfähigere Halbleiter.

Großkunden wie Intel und SK Hynix treiben den Einsatz der neuen Technologie voran. Andere Branchenvertreter agieren aus Kostengründen noch vorsichtig. Dennoch peilt ASML für das laufende Jahr die Auslieferung von mehr als 60 EUV-Systemen an.

Der Blick richtet sich nun auf den Juli. Dann legt ASML die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten konkrete Aussagen zu den finanziellen Folgen des drohenden China-Wartungsstopps. Fällt ein relevanter Teil der Serviceumsätze weg, könnte die hoch bewertete Aktie schnell unter Druck geraten.

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