ASML: Intel setzt High-NA-EUV ein
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 20:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de
ASML hat einen technologischen Durchbruch erzielt. Intel Foundry nutzt die neue High-NA-EUV-Lithografie des niederländischen Konzerns jetzt für die Serienfertigung von Prozessoren. Es ist der erste Fall in der Industrie, dass diese Technologie in der Massenproduktion von Logik-Chips zum Einsatz kommt.
Am 15. Juli meldete Intel Foundry den Start der Hochvolumen-Produktion für einen Teil der Intel Core Ultra Series 3 Prozessoren. Gefertigt wird auf dem Intel-18A-Prozessknoten. Die Chips gehören zur Panther-Lake-Serie.
Was High NA EUV leisten soll
Die neue Lithografie-Generation von ASML ermöglicht präzisere Strukturen auf dem Chip. Sie bietet höhere Auflösung und bessere Prozesskontrolle als frühere EUV-Systeme. Für ASML und Intel liefert die laufende Produktion wichtige Praxisdaten – etwa zu Systemeinrichtung, Betriebszeit und Fertigungsabläufen.
Branchenbeobachter werten die Kooperation als wichtigen Schritt zur breiteren Marktdurchsetzung der Technologie. Andere Chiphersteller dürften die Produktionsdaten aus der Panther-Lake-Fertigung genau verfolgen.
Quartalszahlen übertreffen die eigene Prognose
Am selben Tag legte ASML seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Umsatz erreichte 9,3 Milliarden Euro, der Nettogewinn lag bei 2,9 Milliarden Euro. Beide Werte lagen über der eigenen Prognose – getrieben vor allem durch stärkere Nachfrage im Bereich Installed Base Management, also Service und Modernisierung bestehender Anlagen.
Die Bruttomarge im Quartal betrug 54,0 Prozent. Für das dritte Quartal rechnet ASML mit einem Umsatz zwischen 11,0 und 12,0 Milliarden Euro, bei einer Marge von 55 bis 57 Prozent.
Der Konzern hob daraufhin seine Jahresprognose an. Für 2026 erwartet ASML nun einen Gesamtumsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro, die Bruttomarge soll zwischen 54 und 56 Prozent liegen. Als Treiber nennt das Unternehmen die anhaltende Nachfrage nach KI-Investitionen sowie Kapazitätserweiterungen bei Kunden aus den Bereichen Logik- und Speicherchips.
Kapazitätsausbau und Kapitalrückführung
ASML will seine Low-NA-EUV-Kapazität deutlich ausbauen. Bis 2027 soll die Kapazität um 30 Prozent gegenüber 2026 steigen. Für 2028 prüft der Konzern eine weitere Erhöhung um 30 Prozent.
Auch bei der Kapitalrückführung bleibt ASML aktiv. Der Konzern zahlt am 5. August 2026 eine Zwischendividende von 1,88 Euro pro Aktie. Im zweiten Quartal kaufte ASML zudem Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro zurück – Teil des laufenden Rückkaufprogramms für die Jahre 2026 bis 2028.
Kursreaktion trotz starker Zahlen verhalten
Trotz der positiven Nachrichten gibt die ASML-Aktie am Freitag nach. Das Papier notiert bei 1.534 Euro, ein Minus von 2,17 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von knapp 6 Prozent, seit Jahresbeginn liegt die Aktie aber weiterhin über 66 Prozent im Plus.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1.748 Euro beträgt gut 12 Prozent. Die kurzfristige Kursschwäche dürfte weniger mit den Geschäftszahlen zu tun haben als mit allgemeiner Vorsicht am Halbleitermarkt – die operative Entwicklung bei ASML zeigt für das laufende Jahr nach oben.
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