ASML, Prognose

ASML: Prognose auf 45 Milliarden Euro

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 01:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ASML hebt Jahresprognose deutlich an, die Aktie fällt dennoch. Starke Quartalszahlen und KI-getriebene Nachfrage stehen im Fokus.

ASML: Rekordprognose trotz Kursrückgang – KI-Boom treibt Nachfrage
Abstrakte Darstellung der Halbleiterindustrie mit futuristischen Schaltkreisen und Lichtspuren, die Wachstum und optimistische Finanzprognosen symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

ASML hat gerade seine eigenen Jahresziele kräftig nach oben korrigiert. Die Aktie reagiert trotzdem mit einem Rücksetzer. Ein Widerspruch, der sich mit einem Blick auf die Zahlen schnell auflöst.

Der niederländische Lithografie-Spezialist schloss den Handel am Freitag bei 1.528,00 Euro. Das bedeutet ein Tagesminus von 2,51 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 2,92 Prozent zu Buche. Zum bisherigen Jahreshoch von 1.748,00 Euro, aufgestellt am 30. Juni 2026, fehlen der Aktie mittlerweile 12,59 Prozent.

Starke Nachfrage treibt die Jahresprognose

Der Auslöser für die jüngste Kursbewegung liegt im zweiten Quartal 2026. ASML meldete einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und übertraf damit die eigene Prognose. Der Nettogewinn lag bei 2,9 Milliarden Euro, die Bruttomarge erreichte robuste 54,0 Prozent.

Das Management aus Veldhoven spricht von einem "außergewöhnlich starken" Auftragseingang. Große Chiphersteller beschleunigen demnach ihre Kapazitätspläne spürbar. ASML hebt deshalb die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich an: Statt der bisherigen Spanne von 36 bis 40 Milliarden Euro erwartet der Konzern nun 43 bis 45 Milliarden Euro. Auch die Marge soll steigen, auf 54 bis 56 Prozent.

Für das dritte Quartal rechnet ASML mit einem Umsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro. Das würde das Wachstumstempo im Vergleich zum Vorquartal nochmals erhöhen.

KI-Boom zwingt zu mehr EUV-Kapazität

Der Nachfrageschub kommt vor allem aus einer Richtung: Künstliche Intelligenz treibt den Bedarf an fortschrittlichen Logik- und Speicherchips. ASML bleibt weltweit der einzige Anbieter von EUV-Lithografiesystemen, die für die Fertigung modernster Halbleiter unverzichtbar sind.

Um mit der Nachfrage Schritt zu halten, setzt der Konzern neue Produktionsziele. Bis 2027 sollen 85 EUV-Anlagen entstehen, 2028 dann 110. Das ist ein deutlicher Kapazitätssprung gegenüber den bisherigen Plänen.

Der intensive Produktionszyklus zeigt sich auch bei der Belegschaft. Berichten zufolge will ASML seinen Mitarbeitern eine einmalige Prämie von 20.000 Euro zahlen. Der Auftragsbestand wächst zunehmend durch KI-bezogene Infrastrukturprojekte – ein Umstand, der die Sonderzahlung erklären dürfte.

Charttechnik zeigt neutrales Bild

Trotz der starken Geschäftszahlen bleibt der Kurs unter Druck. Die Aktie notiert zwar noch über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 1.504,90 Euro, der 14-Tage-RSI liegt aber bei neutralen 47,5 Punkten. Der Markt verdaut die Ergebnisse offenbar, ohne bislang eine klare Richtung zu finden.

Die kommende Handelswoche dürfte zeigen, ob sich die Aktie über der Marke von 1.500 Euro stabilisieren kann. Am 5. August 2026 zahlt ASML zudem die erste Quartalsdividende für 2026 aus, 1,88 Euro je Aktie. Daneben bleiben mögliche Verschärfungen bei Exportregeln für Halbleiter-Technologie ein Risikofaktor, der den europäischen Techsektor branchenweit begleitet.

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