ASML: Terafab treibt auf 119 Milliarden Dollar
22.05.2026 - 04:10:34 | boerse-global.deElon Musk plant offenbar das teuerste Chip-Projekt der Geschichte. Die Kosten für "Terafab" sind von 25 auf bis zu 119 Milliarden Dollar nach oben geschossen. ASML hat bereits mit Musk gesprochen – und CEO Christophe Fouquet warnt vor massiven Engpässen in der Lieferkette.
Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 1.592 Dollar. Das ist zugleich ein neues 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 38 Prozent.
Das Mammutprojekt im Detail
Terafab ist ein Gemeinschaftsprojekt von SpaceX, Tesla und xAI. Die erste Bauphase allein soll 55 Milliarden Dollar kosten. Intel ist als Produktionspartner an Bord und will seine 18A- und 14A-Technologien nutzen.
Bislang gibt es keine verbindlichen Verträge mit Tesla oder Intel. Das geht aus einem SpaceX-S-1-Filing hervor. Dennoch rechnet der Markt mit einer massiven Nachfragewelle. Fouquet warnte, ein Projekt dieser Größenordnung könne zu "schweren Engpässen" bei Lithografiesystemen führen.
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Neue Nachfrage jenseits der KI-Blase
Terafab zielt auf vertikale Integration für Musks Ökosystem: Starlink, Tesla-Robotik und die KI-Plattform "Grok". Analysten sehen darin einen breiteren Nachfrageschub für ASML. Starlink etwa gilt als "stiller Chip-Fresser" – es braucht kontinuierlich spezialisierte Halbleiter.
Diese Diversifizierung jenseits von Hyperscalern könnte ASMLs Kapazitäten zusätzlich belasten. Der Auftragsbestand liegt bereits bei 38,8 Milliarden Euro. Der Bedarf an Chipmaschinen schießt also parallel in die Höhe.
High-NA EUV startet durch
Diese Woche erreichte ASML einen technologischen Meilenstein. Die High-NA-EUV-Lithografie ging in die kommerzielle Produktion über. Die Technologie ist für das 2-Nanometer-Chipdesign und darunter unverzichtbar.
Parallel dazu gab AMD bekannt, dass seine 6. Generation EPYC "Venice" in Serienproduktion auf TSMCs-2nm-Prozess geht. ASML bleibt damit der zentrale Gatekeeper für die gesamte Branche.
Finanzen und Bewertung
Im ersten Quartal 2026 erzielte ASML einen Gewinn von 8,28 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 10,15 Milliarden Dollar. Das Unternehmen hob daraufhin die Jahresprognose an – wegen stärkerer Nachfrage in Logik und Speicher.
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Die Analysten reagierten mit Kurszielerhöhungen. UBS kürte ASML zum "Top Pick" im europäischen Halbleitersektor und setzte das Kursziel auf 1.900 Euro. Goldman Sachs zog nach.
Die Aktie notiert mit einem zukünftigen KGV von etwa 39,5 auf ambitioniertem Niveau. Hinzu kommen geopolitische Risiken durch mögliche Exportbeschränkungen unter dem "MATCH Act". Doch die Nachfragewelle scheint so stark wie nie.
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