AT&T Aktie: Zehn-Milliarden-Rückkauf
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
AT&T legt für das zweite Quartal 2026 Zahlen vor, die über die eigenen Ziele hinausgehen — und der Konzern reagiert prompt mit einer Beschleunigung seines Aktienrückkaufprogramms. Konzernchef John Stankey begründet den Schritt mit der eigenen Marktposition im Glasfasergeschäft, die aus seiner Sicht kaum zu kopieren sei.
Wachstum über die gesamte Breite
Der Umsatz stieg im Quartal auf 31,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 0,65 Dollar nach 0,54 Dollar im Vorjahresquartal — ein deutlicher Sprung, der vor allem aus dem margenstarken Glasfaser- und Mobilfunkgeschäft stammt. Das bereinigte EBITDA legte um 5,2 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar zu.
Besonders auffällig: AT&T gewann im Quartal mehr als eine Million neue Kunden im Bereich fortschrittlicher Konnektivität hinzu. Die Kombination aus Glasfaser- und Fixed-Wireless-Neukunden erreichte mit 646.000 Anschlüssen einen Rekordwert, während im Mobilfunk 432.000 neue Vertragskunden hinzukamen — das stärkste Wachstum bei Privatkunden seit über drei Jahren. Die Kundenabwanderung bei Mobilfunkverträgen blieb mit 0,86 Prozent niedrig.
Das Glasfasernetz wuchs auf 38,6 Millionen erreichte Standorte. Bis Ende 2026 sollen es mehr als 40 Millionen werden, bis 2030 über 60 Millionen — ein Ausbautempo, das auch die im ersten Quartal übernommene Glasfassersparte von Lumen mit einschließt.
Mehr Geld für Aktionäre, Schulden im Blick
Der freie Cashflow stieg auf 4,7 Milliarden Dollar. Auf dieser Basis kündigte das Management an, das Rückkaufvolumen für 2026 auf etwa 10 Milliarden Dollar zu erhöhen — mehr als ursprünglich vorgesehen. Insgesamt sollen zwischen 2026 und 2028 über 45 Milliarden Dollar über Dividenden und Rückkäufe an die Aktionäre zurückfließen. Die jährliche Dividende bleibt bei 1,11 Dollar pro Aktie.
Die Nettoverschuldung lag zum Quartalsende bei 126,4 Milliarden Dollar. AT&T bekräftigt sein Ziel, die Verschuldungsquote binnen rund drei Jahren nach Abschluss der EchoStar-Transaktion wieder auf das angestrebte Niveau von etwa dem 2,5-fachen des EBITDA zu senken.
Gegenläufig entwickelt sich das klassische Kupfergeschäft: Die Erlöse im sogenannten Legacy-Segment brachen um 25,9 Prozent ein, das operative Ergebnis dort fiel um 45,5 Prozent. Der Konzern treibt die Stilllegung seines Kupfernetzes bewusst voran und rechnet damit, dass dieses Segment nach 2027 operativ negativ wird, bis die zugehörigen Kosten weitgehend abgebaut sind.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt AT&T seine Prognose: ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 2,25 und 2,35 Dollar sowie ein freier Cashflow von mehr als 18 Milliarden Dollar. Bis 2028 soll dieser Wert auf über 21 Milliarden Dollar steigen — getragen von einem Kapitalinvestitionsvolumen, das der Konzern bei jährlich 23 bis 24 Milliarden Dollar halten will.
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