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Atradius Kreditversicherung / China-GeschĂ€ft: Zahlungsverzug wird fĂŒr ...

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 10:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

China-GeschĂ€ft: Zahlungsverzug wird fĂŒr deutsche Exporteure zum Risiko Köln -- Zahlungsbarometer China: 83 Prozent der befragten Unternehmen berichten von zumindest teilweise verspĂ€teten Zahlungen - QualitĂ€ts- und Lieferstreitigkeiten sind die hĂ€ufigsten GrĂŒnde fĂŒr Zahlungsverzögerungen - 56 Prozent der befragten Unternehmen erwarten steigende InsolvenzenDas Zahlungsumfeld in China verschĂ€rft sich.

China-GeschĂ€ft: Zahlungsverzug wird fĂŒr deutsche Exporteure zum Risiko Köln (ots) -

- Zahlungsbarometer China: 83 Prozent der befragten Unternehmen berichten von zumindest teilweise verspĂ€teten Zahlungen - QualitĂ€ts- und Lieferstreitigkeiten sind die hĂ€ufigsten GrĂŒnde fĂŒr Zahlungsverzögerungen - 56 Prozent der befragten Unternehmen erwarten steigende Insolvenzen

Das Zahlungsumfeld in China verschĂ€rft sich. Laut aktuellem Atradius-Zahlungsmoralbarometer fĂŒr China berichten 83 Prozent der befragten chinesischen Unternehmen von zumindest teilweise verspĂ€teten Zahlungen im B2B-GeschĂ€ft. Rund ein Drittel aller Rechnungen ist ĂŒberfĂ€llig. Damit liegt China ĂŒber dem asiatischen Durchschnitt; nur Taiwan und Indien verzeichnen noch höhere Werte. FĂŒr deutsche Unternehmen, die nach China exportieren, steigt dadurch das Risiko offener Forderungen. Denn China bleibt einer der wichtigsten AbsatzmĂ€rkte der deutschen Exportwirtschaft: 2025 lag das Exportvolumen von Deutschland nach China bei rund 81 Milliarden Euro. "China bleibt einer der wichtigsten AbsatzmĂ€rkte fĂŒr die deutsche Exportwirtschaft und ein bedeutender Standort fĂŒr Direktinvestitionen. Gleichzeitig verlangt das Zahlungsumfeld dort eine andere Risikostrategie als in Europa", sagt Frank Liebold, Country Director Deutschland beim internationalen Kreditversicherer Atradius.

QualitÀts- und Lieferstreitigkeiten bremsen Zahlungen

Die GrĂŒnde dafĂŒr liegen vor allem in der besonderen Struktur des chinesischen Zahlungsumfelds. Anders als in vielen europĂ€ischen MĂ€rkten entstehen Zahlungsverzögerungen in China nicht in erster Linie durch finanzielle EngpĂ€sse der Kunden. 55 Prozent der befragten Unternehmen nennen QualitĂ€tsmĂ€ngel oder abweichende Lieferungen als Ursache fĂŒr verspĂ€tete Zahlungen. Komplexe Zahlungsprozesse (41 Prozent) und LiquiditĂ€tsprobleme der Kunden (24 Prozent) spielen dagegen eine geringere Rolle. Klassisches Mahnwesen reicht deshalb hĂ€ufig nicht aus. "Wer nach China liefert, muss verstehen, dass Streitigkeiten ĂŒber QualitĂ€t und Lieferung dort gezielt genutzt werden können, um Zahlungen zu verzögern", erklĂ€rt Frank Liebold. Entsprechend vorsichtig agieren chinesische Unternehmen bei der Vergabe von Handelskrediten. Weniger als 40 Prozent der B2B-Transaktionen erfolgen auf Kreditbasis. Diese ZurĂŒckhaltung zeigt sich auch in den Zahlungsbedingungen: Viele Unternehmen setzen konsequent auf kĂŒrzere Zahlungsziele, um das eigene Risiko zu begrenzen. Dennoch lassen sich ZahlungsausfĂ€lle selbst mit strengen Kontrollen nicht vollstĂ€ndig vermeiden.

ForderungsausfĂ€lle ĂŒber dem regionalen Durchschnitt

Das zeigt sich auch an den ForderungsausfĂ€llen: In China melden 21 Prozent der befragten Unternehmen ForderungsausfĂ€lle von mehr als fĂŒnf Prozent ihres Forderungsbestands. Im asiatischen Durchschnitt liegt dieser Wert bei 12 Prozent. AuffĂ€llig ist: Zahlungen werden entweder zĂŒgig beglichen oder eskalieren rasch in AusfĂ€lle. Abschreibungen sind dabei hĂ€ufig mit Rechtsstreitigkeiten verbunden. Eine langsame Alterung von Forderungen, wie sie in europĂ€ischen MĂ€rkten hĂ€ufiger vorkommt, spielt in China eine geringere Rolle. Um den Druck auf das Working Capital intern abzufedern, schrĂ€nken 51 Prozent der chinesischen Unternehmen ihre Investitionen ein, statt den Druck an Lieferanten weiterzugeben. Die hohe Ausfallquote verschĂ€rft zugleich den Blick auf die kommenden Monate.

Insolvenzerwartungen bleiben hoch

Denn der Ausblick bleibt angespannt. FĂŒr die kommenden Monate erwarten 56 Prozent der befragten chinesischen Unternehmen steigende Insolvenzen. Weitere 38 Prozent rechnen mit dauerhaft hohen Insolvenzraten. Auch die Gewinnperspektiven trĂŒben sich ein: Mehr Unternehmen in China als im asiatischen Durchschnitt erwarten sinkende Gewinne. Besonders betroffen sind kleinere Firmen mit eingeschrĂ€nktem Zugang zu externer Finanzierung. Damit wird deutlich, dass Zahlungsrisiken in China nicht nur operativ, sondern auch strategisch anders bewertet werden mĂŒssen.

Diese andere Risikologik spiegelt sich auch im Umgang chinesischer Unternehmen mit Absicherung und Zahlungsanreizen wider. "Das chinesische Zahlungsumfeld folgt anderen Regeln als europĂ€ische MĂ€rkte. Wer dort erfolgreich sein will, muss die lokalen Risikofaktoren und Eigenheiten des Marktes verstehen und seine Strategien entsprechend ausrichten", sagt Frank Liebold. Chinesische Unternehmen nutzen zum Beispiel FrĂŒhzahlungsanreize und Kreditversicherungen im regionalen Vergleich ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig, um dem zunehmend angespannten Zahlungsumfeld Rechnung zu tragen. Neben diesen finanzbezogenen Risiken rĂŒcken weitere Belastungsfaktoren in den Fokus.

Cybersecurity, Betrug und Geopolitik rĂŒcken in den Fokus

Dazu zĂ€hlen insbesondere Risiken, die das B2B-Zahlungsverhalten in den kommenden zwölf Monaten zusĂ€tzlich prĂ€gen dĂŒrften. Laut den Befragten in China gehören Cybersecurity, Betrug und geopolitische InstabilitĂ€t zu den drei grĂ¶ĂŸten Risiken. Makroökonomische Faktoren wie KonjunkturschwĂ€che oder Inflation, die in europĂ€ischen MĂ€rkten hĂ€ufig dominieren, spielen in China dagegen eine geringere Rolle.

Pressekontakt:

Atradius Kreditversicherung Niederlassung der Atradius Crédito y Caución S.A. de Seguros y Reaseguros

Astrid Goldberg Pressesprecherin Telefon: +49 (0) 221 2044 - 2210 E-Mail: mailto:astrid.goldberg@atradius.com

Stefanie Heilken Pressereferentin Telefon: +49 (0) 221 2044 -1034 E-Mail: mailto:stefanie.heilken@atradius.com

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