Frankfurt-News, DAX

Börse Frankfurt-News: DAX verharrt zunÀchst im Konsolidierungsmodus (Ausblick)

07.10.2024 - 11:29:42 | dpa.de

Auf das Allzeithoch beim DAX folgten Gewinnmitnahmen.

Zum Start der neuen Woche geht es aber wieder aufwĂ€rts. Die Charttechnik zeigt daher vorerst weiter grĂŒnes Licht. Spannend wird in dieser Woche der Start der Berichtssaison in den USA.

7. Oktober 2024. FRANKFURT (Börse Frankfurt). "Die Rekordstimmung an den Börsen ist erst einmal verflogen" konstatiert die Helaba in ihrem aktuellen Wochenausblick. Demnach habe der Konflikt in Nahost eine zunehmende Risikoaversion an den FinanzmĂ€rkten befördert. Nachdem der DAX zum Ende der vorangegangenen Woche noch einen neuen Rekordstand bei 19.492 Punkten erreicht hatte, fiel er in den vergangenen Tagen zeitweise unter 19.000 Punkte zurĂŒck. Die Gegenbewegung am Freitag reduzierte das Wochenminus schlussendlich auf 1,8 Prozent. Im Vergleich zum Schlusskurs von 19.120 Punkten sind deutsche Bluechips heute morgen mit 19.150 Punkten in den Handel gestartet.

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Rezession in den USA wird unwahrscheinlicher

Die großen US-Indizes hatten am Freitag nach starken US-Arbeitsmarktdaten recht deutlich im Plus geschlossen. "Dieser Bericht dĂŒrfte die Sorgen verringern, dass die US-Wirtschaft vor einer Rezession steht", argumentieren die Analysten der Commerzbank. Die Reaktion auf die Zahlen ist als klares Zeichen dafĂŒr zu werten, dass aktuell eindeutig die Konjunkturaussichten im Fokus stehen und weniger die Zinspolitik. Die NordLB weist nĂ€mlich darauf hin, dass die Arbeitsmarktdaten "gegen sehr offensive weitere Zinssenkungen durch die Fed" sprechen. Vor einigen Wochen hĂ€tte das wahrscheinlich noch zu fallenden Aktienkursen gefĂŒhrt.

In Deutschland ist vor allem die Krise der Automobilindustrie das große Thema. Die am Freitag beschlossenen EU-Zölle auf chinesische E-Autos kommen fĂŒr die ohnehin angeschlagene Branche nach Meinung der Helaba "zur Unzeit". Die Analysten begrĂŒnden ihre EinschĂ€tzung damit, dass auch deutsche Hersteller betroffen seien, die in China produzieren. Weil zudem die jĂŒngsten Stimmungsindikatoren wie das ifo-GeschĂ€ftsklima "keine nahe Trendwende signalisieren", dĂŒrfte die "unruhige Zeit fĂŒr den DAX noch nicht beendet sein".

Erste Quartalszahlen im Fokus

Mit dem Start in das letzte Quartal des Jahres werden in den kommenden Wochen wieder die Unternehmenszahlen in den Mittelpunkt des Geschehens rĂŒcken. In den USA startet die Berichtssaison am Dienstag mit den Ergebnissen des GetrĂ€nkeherstellers Pepsi. Zum Wochenschluss berichten mit Wells Fargo und JPMorgan die ersten Schwergewichte aus dem Bankensektor. Die Erwartungshaltung könnte im Vorfeld unterschiedlicher nicht sein. WĂ€hrend die Analysten der LBBW die Erwartungen an die Gewinne der US-Blue-Chips allgemein als "recht ambitioniert" beschreiben, könnte nach Ansicht der Deka die Divergenz aus zuletzt gestiegenen Q3-Wachstumsprognosen und gleichzeitig deutlich fallenden GewinnschĂ€tzungen der Analysten den Unternehmen "ein klares Übertreffen der Prognosen ermöglichen".

Angesichts der Index-RekordstÀnde und der bevorstehenden US-Wahlen könnten die Kursreaktionen laut Deka-Prognose aber trotzdem eher verhalten ausfallen. Die LBBW verweist zudem auf die saisonale Besonderheit, dass sich der Oktober in Jahren mit US-PrÀsidentschaftswahlen bislang hÀufig von seiner schwÀcheren Seite zeigte. "Die hiermit verbundene Unsicherheit lastete auf den Kursperspektiven". Das zeige sich sehr deutlich in der Q4-Bilanz dieser Jahre, die trotz der "typischen" Jahresendrallye mit einem durchschnittlichen Plus von nur 2,8 Prozent beim S&P 500 deutlich schwÀcher ausfiel als in den Jahren ohne eine Wahl (plus 7,1 Prozent).

Technisches Bild beim DAX (noch) bullish

Jörg Scherer von HSBC weist in seiner aktuellen DAX-Analyse heute Morgen darauf hin, dass der fĂŒhrende deutsche Aktienindex in den Oktober wie schon in den beiden Monaten zuvor mit einer roten Wochenkerze gestartet ist. Das kĂ€me nach dem neuen Allzeithoch aber nicht ĂŒberraschend und sei daher bislang nur ein typisches "Durchatmen". Solange die "horizontalen UnterstĂŒtzungen bei rund 19.000 Punkten" nicht signifikant unterschritten wĂŒrden, sieht der technische Analyst gute Chancen auf "Kursnotierungen jenseits der Marke von 20.000 Punkten". DafĂŒr mĂŒsse das aktuelle Konsolidierungsmuster aber nach oben aufgelöst werden.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 7. Oktober

10.30 Uhr. Eurozone: Sentix Konjunkturindex. Die "Hiobsbotschaften von der Automobilindustrie und nach unten revidierte Konjunkturprognosen" dĂŒrften nach Ansicht der Deka auch bei der Stimmung der Finanzmarktanalysten Spuren hinterlassen haben: Beim sentix-Konjunkturindex fĂŒr den Oktober rechnen die Volkswirte daher mit einem weiteren RĂŒckgang auf minus 16.

Dienstag, 8. Oktober

8.00 Uhr: Deutschland: Industrieproduktion. Nach dem unerwartet starken RĂŒckgang im Juli rechnet die Deka bei den August-Zahlen fĂŒr das produzierende Gewerbe mit einer "verhaltenen Gegenbewegung" (plus 0,4 Prozent) nach oben. Dabei dĂŒrften sich die vorgezogenen Werksferien in der Automobilindustrie bemerkbar gemacht haben.

Mittwoch, 9. Oktober

20.00 Uhr. USA: Protokoll der letzten Fed-Sitzung. Die Analysten der Commerzbank blicken bei dem anstehenden Bericht vor allem "auf die Bereitschaft der Fed, der jĂŒngsten Zinssenkung von 50 Basispunkten Anfang November eine weitere in Ă€hnlichem Ausmaß folgen zu lassen".

Donnerstag, 10. Oktober

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise. Bei der laut der Deutschen Bank wichtigsten Datenveröffentlichung der laufenden Woche gehen deren US-Volkswirte gehen davon aus, dass sich der mittelfristige Preisanstieg verlangsamen wird, wobei der Gesamtindex bei +0,05 Prozent gegenĂŒber +0,2 Prozent im August und der Kernindex bei +0,24 Prozent (nach 0,3 Prozent) gesehen wird.

Freitag, 11. Oktober

16.00 Uhr. USA: Verbrauchervertrauen. Beim Konsumklima-Index der Uni Michigan sollte nach Ansicht der Deka das niedrigere Zinsumfeld stĂŒtzend wirken. Die Volkswirts rechnen mit einem Wert von 72,0, wĂ€hrend der Konsens nur bei 70,0 liegt.

von Thomas Koch7. Oktober 2024, © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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