'Beleidigt Opfer'
09.01.2026 - 19:13:33 | dpa.de(Aussage der britischen Technologieministerin Kendall sowie der Behörde.)
LONDON (dpa-AFX) - Trotz vermeintlicher Ănderungen am Zugang zur KI-Bildergenerierung hat die britische Regierung Elon Musks Online-Plattform X scharf kritisiert und Konsequenzen angedroht. Der Schritt, nur noch zahlende Kunden Bilder mit der KĂŒnstlichen Intelligenz Grok verĂ€ndern und erstellen zu lassen, sei "eine Beleidigung fĂŒr die Opfer von Frauenfeindlichkeit und sexueller Gewalt", teilte die Downing Street mit.
X war in den vergangenen Tagen auch innerhalb der EuropĂ€ischen Union massiv in die Kritik geraten, weil Nutzer den KI-Chatbot auffordern können, gepostete Bilder zu sexualisieren, auch, wenn diese Kinder zeigen. Die EuropĂ€ische Kommission forderte die US-Firma auf, interne Dokumente zu Grok nicht zu vernichten, sondern bis Ende des Jahres aufzubewahren. BrĂŒssel zweifelt daran, dass sich X an europĂ€ische Digitalgesetze halte.
Am Freitag deutete sich an, dass die KI-Funktion nur noch Abonnementkunden zugÀnglich ist - zumindest war eine entsprechende Mitteilung zu sehen, wenn Grok aufgefordert wurde, Bilder zu generieren. Der britischen Zeitung "The Guardian" zufolge ist die Funktion den meisten X-Nutzern damit nicht mehr zugÀnglich.
"Keine Lösung" des Problems
Dieser Schritt mache "aus einer KI-Funktion, die die Erstellung rechtswidriger Bilder ermöglicht, schlicht einen Premium-Dienst", sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer. Es sei "keine Lösung", zeige allerdings, das X schnell handeln könne, wenn es denn wolle. Als Konsequenzen lÀgen weiterhin "alle Optionen" auf dem Tisch.
Auch von der EU-Kommission hieĂ es, die BezahlmaĂnahme Ă€ndere nichts am Grundproblem. "Bezahlte Mitgliedschaft oder unbezahlte Mitgliedschaft, wir möchten solche Bilder nicht sehen", sagte ein Sprecher der BrĂŒsseler Behörde. Starmer hatte die sogenannten Deepfake-Bilder, also Abbildungen, die die Ursprungsversion stark verĂ€ndern, aber tĂ€uschend echt aussehen können, im Falle von Kindern als "widerlich" bezeichnet.
Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hatte X am Montag um dringende Stellungnahme gebeten. Der Nachrichtenagentur PA zufolge fĂŒhrt die Behörde nach einer Antwort von X und xAI mittlerweile eine beschleunigte Bewertung des Falls durch. Technologieministerin Liz Kendall sagte, sie erwarte, das Ofcom die vollstĂ€ndigen rechtlichen Befugnisse nutze. Der britische Online Safety Act enthalte die Befugnis, Dienste in GroĂbritannien zu sperren, wenn sie sich weigern, britisches Recht einzuhalten, so die Ministerin.
Bereits mit Lobpreisungen fĂŒr Hitler schockiert
An Silvester hatte sich der Chatbot dafĂŒr entschuldigt, ein Bild von zwei MĂ€dchen im Teenager-Alter "in sexualisierten Outfits" erstellt und geteilt zu haben. "Es handelte sich um ein Versagen unserer Sicherheitsvorkehrungen, und ich entschuldige mich fĂŒr alle dadurch entstandenen SchĂ€den", schrieb Grok auf X. Im Sommer hatte Grok bereits mit Lobpreisungen fĂŒr Adolf Hitler schockiert.
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