Wadephul ruft Wirtschaft zu mehr Engagement in Afrika auf
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 19:30 Uhr | dpa.de"Afrika ist ein Chancenkontinent für Europa", sagte der CDU-Politiker nach einem Gespräch mit Influencerinnen und Influencern in der nigerianischen Wirtschaftsmetropole Lagos. "Alle müssen sich bewegen, alle müssen flexibler werden, und das gilt auch für die deutsche Wirtschaft", fügte er hinzu.
Chancen müsse man wahrnehmen, forderte Wadephul, der bei seiner viertägigen Reise nach Mauretanien, Nigeria und Südafrika von einer Wirtschaftsdelegation begleitet wird. Dies sei nicht mit einem einmaligen Besuch getan, vielmehr sei ein dauerhaftes Engagement der gesamten Bundesregierung, aber auch der gesamten Wirtschaft notwendig.
Nigeria ist mit mehr als 240 Millionen Einwohnern Afrikas bevölkerungsreichster Staat, eine seiner größten Volkswirtschaften und nach Südafrika zweitwichtigster Handelspartner Deutschlands in der Subsahara-Region. Das Land ist Afrikas größter Ölproduzent und lebt zu einem großen Teil durch die Einnahmen aus dem Export von Rohöl.
Wadephul sieht Potenzial bei IT und Tech-Startups
Wadephul betonte die Rolle Nigerias als Partner bei der Diversifizierung der Energiequellen. Dies gelte gerade im Hinblick auf die Engpässe, die durch den Iran-Krieg in der Straße von Hormus entstanden seien. So seien im Juni 25 Prozent der Kerosinlieferungen nach Europa aus Nigeria gekommen.
In der Informationstechnologie und bei Tech-Startups biete Nigeria zudem ein riesiges Potenzial, das noch gar nicht richtig erkannt und ausgeschöpft worden sei, sagte der Bundesaußenminister. "Wer heute nicht in Afrika präsent ist, der riskiert, entscheidende Chancen zu verpassen", fügte er hinzu. Nigeria bringe viele erfolgreiche Unternehmen, Künstler und weltbekannte Musiker hervor. "Von diesem Unternehmergeist, von diesem Kreativgeist können wir in Europa und in Deutschland viel lernen", sagte der Minister.
Erneut sprach sich Wadephul für flexiblere Visaverfahren aus. Das Auswärtige Amt treibe aus diesem Grund die Digitalisierung in diesem Bereich voran. "Aber hier muss die Bundesregierung insgesamt die Anstrengungen verstärken", verlangte er. Deutschland müsse als klassische Exportnation immer auch offen sein für Einflüsse von außen. "Deswegen nehme ich von hier auch mit, dass wir an unserer Offenheit, an unserer Flexibilität arbeiten sollten."
