Baltic Supramax Index: Sechs-Tage-Rally!
Veröffentlicht: 12.04.2026 um 07:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Baltic Supramax Index (BSI) setzt seinen beeindruckenden Lauf fort. Mit dem sechsten Gewinn-Tag in Folge kletterte der Index für mittelgroße Frachter auf den höchsten Stand seit Anfang März. Vor allem der Hunger nach Frachtkapazitäten im Atlantikbecken treibt die Raten derzeit massiv nach oben.
Atlantik-Nachfrage als Preistreiber
Am Freitag schloss der BSI bei 1.308 Punkten, was einem Tagesplus von 1,16 % entspricht. Auf Wochensicht verbuchte das Segment sogar einen Zuwachs von 6,5 % – die stärkste Performance seit Anfang Februar. Hauptverantwortlich für diese Dynamik ist ein Engpass an verfügbaren Schiffen im Nordatlantik.
Zahlreiche neue Ladungen für Getreide aus Südamerika und Mineralexporte aus dem US-Golf trafen auf einen Markt mit begrenzter Tonnage. Während die Raten im Atlantik für Getreidetransporte teilweise Spitzenwerte von 19.250 US-Dollar pro Tag erreichten, agierten Charterer im asiatischen Raum vorsichtiger. Jedoch wurden dortige Preisdrückungsversuche durch stabile Kohleexporte aus Indonesien abgefedert.
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Wichtige Marktdaten im Überblick
- US-Golf: Getreidetransporte erreichten Raten von bis zu 19.250 $ pro Tag
- Perioden-Charter: Ein 61.000-dwt-Schiff wurde für 4–6 Monate bei ca. 17.000 $ pro Tag fixiert
- Baltic Dry Index (BDI): Anstieg auf 2.201 Punkte (+72,76 % im Vergleich zum Vorjahr)
Technische Hürden genommen
Aus technischer Sicht gelang dem Index der Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 1.300 Punkten. Der BSI notiert damit deutlich über seinen kurz- und mittelfristigen Durchschnittslinien. Marktbeobachter werten dies als Zeichen einer Akkumulationsphase, da sich viele Charterer vor dem Höhepunkt der südamerikanischen Getreidesaison Kapazitäten sichern wollen.
Ein Blick auf den breiteren Markt zeigt, dass die gesamte Dry-Bulk-Schifffahrt im Aufwind ist. Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung bleibt die Umleitung von Schiffen aufgrund geopolitischer Spannungen im Roten Meer und im Schwarzen Meer. Diese Situation verlängert die Fahrzeiten und verknappt das weltweite Angebot an Frachtraum zusätzlich.
In der kommenden Woche rücken die Industriedaten aus China in den Mittelpunkt, die maßgeblich die Nachfrage nach Kohle und kleineren Schüttgütern bestimmen. Zudem wird entscheidend sein, ob der BSI die Unterstützung bei 1.300 Punkten verteidigen kann, um den nächsten Widerstand bei 1.350 Punkten ins Visier zu nehmen.
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