Bas stellt Krankschreibung ab erstem Tag infrage
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 09:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Ich bin koalitionstreu, aber wir sollten uns schon nochmal fragen, ob das sinnvoll ist", sagte die SPD-Vorsitzende der Funke Mediengruppe. "Es soll etwa eine Ausnahme fĂŒr tarifgebundene Unternehmen geben, die andere Regelungen haben. Wenn ich eine Pflicht einfĂŒhre und anschlieĂend 95 Ausnahmen reinschreibe, stellt sich die Frage, ob man das ĂŒberhaupt noch braucht."
Bas betonte, die Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag sei mit einer Termingarantie bei Ărzten und der Schlaganfallvorsorge gekoppelt. "Das ist der Kompromiss, der ein Gesamtpaket ist." Auf den Hinweis, das PrimĂ€rversorgungskonzept des Gesundheitsministers, das fĂŒr die Termingarantie nötig wĂ€re, werde aber noch dauern, antwortete die Arbeitsministerin, das liege nicht in ihrer Hand.
"Wir wollten keine Karenztage und keine KĂŒrzung der Lohnfortzahlung. Beides wollte die Union. Im Gegenzug haben wir zĂ€hneknirschend der Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag zugestimmt, obwohl wir sie inhaltlich fĂŒr falsch halten", sagte Bas. "Meine Sorge ist, dass dann Menschen mit einem leichten Infekt am ersten Tag zum Arzt gehen und aus einem kurzen Ausfall am Ende eine ganze Woche Krankschreibung wird."
Die Fraktionsspitzen von Union und SPD hatten erst am Freitag bei einer Klausurtagung in MĂŒnster ein Papier beschlossen, das die gemeinsamen Reformvorhaben, die bis Jahresende komplett umgesetzt werden sollen, noch einmal auflistet - darunter auch die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sprach von einem "festen Fahrplan".
