BASF Aktie: 20 bis 30 Milliarden fĂŒr Agrarsparte
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 14:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuell notiert das Papier bei 49,71 Euro, ein Plus von 2,25 Prozent im Tagesverlauf, nachdem es am Vortag mit 48,62 Euro geschlossen hatte. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 4,87 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 11,11 Prozent verbessert. Zwei NachrichtenstrÀnge prÀgen derzeit das Bild: die Aussicht auf einen milliardenschweren Teilbörsengang der Agrarsparte und die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Chemiebranche.
Milliardenbewertung fĂŒr die Agrarsparte treibt den Kurs
Im Zentrum der Kursfantasie steht der geplante Teilbörsengang der Agrarsparte im Jahr 2027. Nach Berichten von BörsenNEWS.de und wallstreetONLINE soll die Sparte, die Pflanzenschutz und Saatgut bĂŒndelt, mit 20 bis 30 Milliarden Euro bewertet werden. Bemerkenswert dabei: Das Segment erwirtschaftet nach Angaben von BörsenNEWS.de lediglich ein Sechstel des Konzernumsatzes, könnte an der Börse aber mehr als die HĂ€lfte der gesamten BASF-Bewertung ausmachen. Geplant ist laut wallstreetONLINE ein Minderheitsanteil an der Frankfurter Börse, die BASF-AktionĂ€re haben der Ausgliederung bereits zugestimmt. Der konkrete Zeitpunkt des Börsengangs bleibt jedoch von den Marktbedingungen abhĂ€ngig.
Reagiert hatte die Aktie darauf bereits am 13. Juli mit einem krĂ€ftigen Sprung: BörsenNEWS.de vermeldete fĂŒr diesen Tag ein Plus von 3,17 Prozent auf 48,71 Euro.
Iran-Konflikt beflĂŒgelt Chemiewerte
Am 14. Juli kam ein zweiter Treiber hinzu. FinanzenNet berichtete ĂŒber einen Kursanstieg von 2,33 Prozent auf 49,99 Euro im Zuge einer breiteren Rally bei Chemiewerten wie Wacker Chemie und K+S. Hintergrund ist der eskalierende Iran-Konflikt: Die USA kĂŒndigten eine Seeblockade an, der Ălpreis der Sorte Brent kletterte auf rund 85 US-Dollar. FĂŒr BASF wird dies als potenziell vorteilhaft eingestuft, weil der Konzern nach EinschĂ€tzung von FinanzenNet in der Lage ist, steigende Rohstoffkosten an Kunden weiterzugeben. Finanzvorstand Elvermann Ă€uĂerte sich laut FinanzenNet zuversichtlich, dass BASF gut durch die Krise komme. ZusĂ€tzlich verwiesen mehrere Berichte auf ein Analysten-Kursziel von 49 bis 52 Euro als weiteren StĂŒtzfaktor fĂŒr die Aktie.
Kursbild: Aktie nÀhert sich altem Hoch
Charttechnisch hat sich die Erholung inzwischen deutlich manifestiert. Mit 49,71 Euro liegt die Aktie nur noch 9,70 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, das am 14. April 2026 markiert wurde. Zum 52-Wochen-Tief von 41,60 Euro vom 5. November 2025 betrĂ€gt der Abstand bereits 19,50 Prozent. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 49,85 Euro nur knapp ĂŒber dem aktuellen Kurs, wĂ€hrend die Aktie ihren 200-Tage-Durchschnitt von 47,51 Euro um 4,63 Prozent ĂŒbertrifft. Der RSI von 58,8 signalisiert keine Ăberhitzung, die annualisierte VolatilitĂ€t von knapp 22 Prozent bleibt moderat. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 42,05 Milliarden Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs um 16,14 Prozent verbessert.
Kostendruck und Strukturwandel bleiben Thema
Neben der Kursfantasie bleiben strukturelle Baustellen bestehen. BASF hatte die eigene Prognose fĂŒr 2025 verfehlt: Das bereinigte EBITDA lag mit 6,6 Milliarden Euro unter der im Januar 2026 kommunizierten Zielspanne von 6,7 bis 7,1 Milliarden Euro. FĂŒr das dritte Quartal 2026 wird zudem ein spĂŒrbarer RĂŒckgang des Nettogewinns erwartet, begleitet von PlĂ€nen fĂŒr jĂ€hrliche Kosteneinsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro. Parallel dazu treibt der Konzern die Verlagerung von Service-Funktionen nach Indien voran, was zur breiteren Diskussion ĂŒber die StandortattraktivitĂ€t Deutschlands fĂŒr die Chemieindustrie beitrĂ€gt â ein Thema, das auch im Gastbeitrag von Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies und IG-BCE-Vertreter Michael Vassiliadis im Handelsblatt aufgegriffen wurde, die mehr Zeit fĂŒr die Transformation der europĂ€ischen Industrie forderten. Auf der Innovationsseite meldete BASF zudem eine Kooperation mit NGK Insulators zur Entwicklung von Natrium-Schwefel-Batterien der nĂ€chsten Generation fĂŒr stationĂ€re Anwendungen und Netzstabilisierung.
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