Bastei, Lübbe

Bastei Lübbe Aktie: Dividende schrumpft deutlich

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 16:28 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der Kölner Verlag steigert den Umsatz, verfehlt aber die Gewinnprognose und kürzt die Dividende auf 25 Cent.

Bastei Lübbe Aktie: Gewinn und Dividende sinken trotz Umsatzplus
Eine abstrakte, stimmungsvolle Szene, die die Verlagsbranche darstellt, mit gedämpften Farben und einem Gefühl des Rückgangs. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bastseller von Dan Brown und Ken Follett füllten die Kassen, trotzdem blieb am Ende deutlich weniger übrig. Bastei Lübbe hat das Geschäftsjahr 2025/2026 mit wachsendem Umsatz, aber eingebrochener Marge abgeschlossen — und kürzt die Dividende kräftig.

Der Konzernumsatz stieg um 3,8 Prozent auf 118,4 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) brach dagegen von 17,1 auf 9,3 Millionen Euro ein, die Marge fiel von 15,0 auf 7,9 Prozent. Damit verpasste der Kölner Verlag sogar die im April bereits gesenkte Prognose von 10 bis 11 Millionen Euro.

Teurer Programmmix drückt die Marge

Der Grund liegt im Kern nicht in schwacher Nachfrage, sondern in der Kostenstruktur. Der Materialaufwand kletterte von 55,5 auf 64,2 Millionen Euro, die entsprechende Quote stieg von 48,7 auf 54,2 Prozent. Aufwendig produzierte Bestseller-Ausgaben und ein margenschwächerer Programmmix schlugen zu Buche — hinzu kam ein schwächeres Community-Geschäft. Die Marke LYX konnte den Vorjahreserfolg der Amazon-Prime-Adaption "Maxton Hall" nicht wiederholen, ihr Umsatzanteil am Community-Geschäft sank um neun Prozentpunkte auf 30 Prozent.

Nicht überall lief es schlecht: Der Kinderbuch-Verlag Baumhaus legte dank "Gregs Tagebuch" um 20 Prozent zu, und im Audio-Segment wuchsen die Streaming-Umsätze um 6,4 Prozent. Das Segment Buch insgesamt verzeichnete zwar mehr Umsatz, sein EBIT fiel jedoch von 16,2 auf 8,6 Millionen Euro.

Immerhin verbesserte sich der freie Cashflow deutlich auf 9,1 Millionen Euro nach minus 1,8 Millionen Euro im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote bleibt mit 60,5 Prozent solide.

Dividende sinkt, Erholung für 2026/27 angekündigt

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 9. September 2026 eine Dividende von 25 Cent je Aktie vor, nach 36 Cent im Vorjahr. Das entspricht 50 Prozent des ausschüttungsfähigen Ergebnisses und damit dem oberen Ende der eigenen Ausschüttungspolitik.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet das Management einen Umsatz zwischen 118 und 122 Millionen Euro sowie ein EBIT von 10 bis 12 Millionen Euro. Die Marge soll damit wieder in Richtung 10 Prozent steigen. Vorstandschef Soheil Dastyari begründete die Talfahrt mit einem bewussten Tausch von margenstarkem gegen margenschwächeres Geschäft zugunsten von Investitionen in neue Marken wie Papertoons oder das Audioformat shelfie.audio — diesen Tausch wolle man im kommenden Jahr wieder umkehren.

Ob die geplante Margenerholung gelingt, hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Honorar- und Produktionskosten wie angepeilt senken lassen. Das Geschäftsjahr 2026/27 ist bereits mit mehreren angekündigten Neuerscheinungen gestartet, darunter Titel von Florian Illies und Rebecca F. Kuang.

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