Bayer Aktie: 7,25-Milliarden-Vergleich vor Anhörung
Veröffentlicht: 28.06.2026 um 15:15 Uhr, Redaktion boerse-global.de
In Washington fĂ€llt eine Entscheidung von enormer Tragweite. Der US Supreme Court entzieht tausenden Glyphosat-Klagen mit einem Schlag die juristische Grundlage. Am Aktienmarkt löst dieses Urteil ein regelrechtes Kursfeuerwerk aus. Innerhalb von nur sieben Tagen schieĂt der Wert des Leverkusener Konzerns um ĂŒber 23 Prozent nach oben.
Richter kippen Klage-Grundlage
Das oberste US-Gericht urteilte am vergangenen Donnerstag mit einer Mehrheit von sieben zu zwei Stimmen zugunsten von Bayer. Bundesstaatliche Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf Roundup-Produkten sind kĂŒnftig unzulĂ€ssig. Voraussetzung ist, dass die US-Umweltbehörde EPA solche Warnungen nicht vorschreibt. Genau das ist der Fall. Die EPA stuft Glyphosat weiterhin als nicht krebserregend ein. Analysten der Bank of America werten diesen Richterspruch als entscheidenden Wendepunkt.
Die Börse reagiert euphorisch auf die juristische Entlastung. Am Freitagabend ging das Papier bei 46,61 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht verzeichnet der Titel damit ein massives Plus von knapp 78 Prozent. Mehrere BankhÀuser passen ihre Prognosen entsprechend an:
- Goldman Sachs: BestÀtigt die Kaufempfehlung mit einem Ziel von 55,00 Euro.
- DZ Bank: Hebt den fairen Wert auf 54,00 Euro an und rÀt zum Kauf.
- Jefferies: Schraubt das Kursziel auf 46,00 Euro hoch, bleibt aber neutral.
Schuldenberg und neue Medikamente
Trotz der juristischen Erleichterung bleibt die finanzielle Lage angespannt. Im ersten Quartal verbuchte der Konzern einen negativen freien Cashflow von 2,3 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung liegt bei 32,5 Milliarden Euro. Der Finanzvorstand rechnet im laufenden Jahr mit AbflĂŒssen von fĂŒnf Milliarden Euro fĂŒr bestehende Rechtsstreitigkeiten.
Parallel dazu meldet die Pharmasparte operative Fortschritte. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das neue Kontrastmittel Gadoquatran zugelassen. WĂ€hrenddessen prĂŒft die europĂ€ische EMA den HoffnungstrĂ€ger Asundexian. Eine Phase-III-Studie zeigte eine Senkung des Schlaganfallrisikos um 26 Prozent. Das Blutungsrisiko stieg dabei nicht nennenswert. Experten trauen dem PrĂ€parat in der Spitze UmsĂ€tze von ĂŒber drei Milliarden Euro zu.
Der Blick auf den Juli
Kurzfristig deuten die Indikatoren auf eine Ăberhitzung hin. Der Relative-StĂ€rke-Index notiert bei 80,6. Die Folge: Die Aktie gilt charttechnisch als massiv ĂŒberkauft. Der Fokus richtet sich nun auf den 9. Juli. An diesem Tag findet in Missouri die finale Anhörung fĂŒr einen Vergleich ĂŒber 7,25 Milliarden US-Dollar statt. Stimmt das Gericht zu, rĂ€umt Bayer eine weitere gewaltige Altlast endgĂŒltig aus dem Weg.
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