Baywa-Sanierung wird zur HĂ€ngepartie - neues Zieldatum 2030
Veröffentlicht: 30.06.2026 um 21:43 Uhr, dpa.deAnstelle der erhofften finanziellen Gesundung bis Ende 2028 gehen Vorstand und Aufsichtsrat des MĂŒnchner Traditionsunternehmens nun davon aus, dass die Sanierung erst Ende 2030 abgeschlossen werden kann. Dementsprechend sollen auch die Bankkredite um zwei Jahre verlĂ€ngert, die Baywa bei ihren hohen Zinszahlungen entlastet werden. Darauf hat sich der Vorstand mit den GlĂ€ubigerbanken und den beiden GroĂaktionĂ€ren im Grundsatz verstĂ€ndigt, wie das Unternehmen in MĂŒnchen mitteilte. Bis Herbst soll eine neue Sanierungsvereinbarung erstellt werden.
Die aus der Genossenschaftsbewegung hervorgegangene Baywa ist fĂŒr Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung vor allem im SĂŒden und Osten Deutschlands wichtig: Das 1923 gegrĂŒndete Unternehmen kauft einerseits die Ernten an und beliefert die Bauern andererseits mit Saatgut, DĂŒnger und Landmaschinen.
Banken und GroĂaktionĂ€re nehmen sich wechselseitig in die Pflicht
Sowohl die GlĂ€ubigerbanken als auch die beiden GroĂaktionĂ€re - das sind die Beteiligungsgesellschaften der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken und der österreichischen Genossenschaften - erklĂ€ren sich zu potenziell schmerzhaften Opfern bereit. Die zwei GroĂaktionĂ€re sollen ihren Baywa-Anteil von zusammen gut 67 Prozent an einen TreuhĂ€nder ĂŒbertragen. Die Banken wiederum wollen 700 Millionen Euro Baywa-Kredite in ein "Nachranginstrument" umwandeln. Falls auch der geplante neue Sanierungsfahrplan nicht zu halten ist, wĂŒrde das bedeuten, dass die Forderungen anderer GlĂ€ubiger Vorrang vor dem Anspruch der Banken auf diese 700 Millionen Euro hĂ€tten.
