Ukraine setzt erneut Lager von VersandhÀndler in Brand
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 13:30 Uhr | dpa.deGetroffen worden seien diesmal Logistikzentren in Krasnodar und Newinnomyssk im SĂŒden Russlands, teilte die GrĂŒnderin der Firma Wildberries, Tatjana Kim, bei Telegram am Morgen mit. In sozialen Netzwerken kursierten nicht ĂŒberprĂŒfte Aufnahmen, die die GroĂbrĂ€nde zeigen sollen.
Der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, teilte mit, dass in Armawir bei einem Angriff auf ein Ăldepot ein Mensch getötet worden sei. Zudem seien zehn Menschen verletzt worden beim Angriff auf das Wildberries-Lager von Krasnodar, hieĂ es. Zuvor war von drei Verletzten die Rede gewesen.
Der Gouverneur der Region Stawropol, Wladimir Wladimirow, sprach von fĂŒnf Verletzten bei dem Brand in Newinnomyssk. Die Zeitung "Kommersant" berichtete auf Grundlage von ExpertenschĂ€tzungen, dass inzwischen etwa sieben Prozent der Wildberries-LagerkapazitĂ€ten nicht mehr nutzbar seien.
Selenskyj lobt Angriffe als Erfolg
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj rechtfertigte die Angriffe erneut als Teil des Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg. Getroffen worden seien "Logistikzentren, die an der Versorgung der russischen Armee mit Bauteilen fĂŒr Drohnen, NavigationsausrĂŒstung und AusrĂŒstung beteiligt sind, sowie ein Ăllager", schrieb er auf seinem Telegram-Kanal.
Im Schwarzen und im benachbarten Asowschen Meeres seien auch ein Tanker und vier Trockenfrachter getroffen worden. Er danke den StreitkrĂ€ften "fĂŒr diese Erfolge. Wir verlagern den Krieg ganz zu Recht zurĂŒck nach Russland."
In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine auch Wildberries-Logistikzentren im Moskauer Gebiet und in der Region Tambowsk in Brand gesetzt. Dabei starben insgesamt acht Menschen, Dutzende wurden verletzt. Russische Ermittler warfen der Ukraine vor, mit TerroranschlÀgen zivile Objekte unter Beschuss zu nehmen. Auch Russland hatte Logistikzentren in der Ukraine angegriffen.
Kreml wirft Ukraine Terror gegen zivile Objekte vor
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Dienstag - erst Tage nach den tödlichen Angriffen -, dass die Lage nicht einfach sei fĂŒr den VersandhĂ€ndler und seine Kunden. Viele kleine und mittelstĂ€ndische Betriebe nutzen die Logistikzentren als Depots fĂŒr ihre Waren und zahlen dafĂŒr Miete an Wildberries, etliche von ihnen sehen nun ihre Existenz bedroht.
Selenskyj behauptete, dass dort mit Sanktionen des Westens belegte GĂŒter gelagert seien, die sowohl fĂŒr zivile als auch fĂŒr militĂ€rische Zwecke genutzt werden könnten. Russische Kommentatoren meinten, dass die Ukraine so vor allem versuche, Widerstand in der Gesellschaft gegen den Krieg von Kremlchef Wladimir Putin zu schĂŒren.
Kremlsprecher Peskow wies zurĂŒck, dass Wildberries-Lager zur Versorgung des russischen MilitĂ€rs genutzt wĂŒrden. "Das Kiewer Regime setzt seine SchlĂ€ge gegen zivile Objekte fort, darin liegt der Terrorcharakter des Kiewer Regimes", sagte er. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen Moskaus Angriffskrieg - auch mit Drohnenangriffen auf russische Ziele.
