Frankfurt: Dax legt zu - Fortsetzung der Rekordserie denkbar
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 10:06 Uhr | dpa.deMit guten Vorgaben aus Asien und gemilderten Zinssorgen im Rücken startete der Leitindex am Morgen freundlich, aber noch ohne neue Bestmarke in den Handel. Stützend wirkt auch, dass der Anstieg der Ölpreise eine Pause machte. Tatsächlich bleibt die Lage im Iran-Krieg jedoch weiter unklar.
Gegen Ende der ersten Handelsstunde legte der Dax um 0,4 Prozent auf 26.445 Punkte zu. Ihm fehlte dabei aber noch ein Stück zum Rekord von 26.573 Zählern, in dessen Folge es am Vortag noch zu Gewinnmitnahmen gekommen war. In der zweiten deutschen Börsenreihe gab der MDax DE0008467416 am Donnerstag um 0,1 Prozent auf 32.300 Zähler nach.
Am Markt hieß es, gepaart mit den schwachen Arbeitsmarktdaten der Vorwoche gebe eine gesunkene Inflationsrate der US-Notenbank mehr Spielraum, ihre Geldpolitik beizubehalten. "Das Glas ist damit heute Morgen halb voll und nicht halb leer", schrieb Marktbeobachter Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets. "Solange von der Zinsseite kein neuer Gegenwind kommt, spricht wenig dafür, dass die Käufer plötzlich die Segel streichen."
Eine Stütze für den Dax blieben Energiewerte mit Kursgewinnen von gut einem Prozent bei Siemens Energy DE000ENER6Y0 und dem Versorger RWE DE0007037129, der Zahlen vorgelegt hat. Der endgültige Halbjahresbericht enthalte nach den vorab vorgelegten Eckdaten zwar "keine neuen News" mehr, so Goldman-Sachs-Analyst Alberto Gandolfi. "Er säht aber die Saat für weitere Wachstumsbeschleunigung", so der Experte.
Zum Spitzenreiter im Leitindex wurde aber Rheinmetall DE0007030009 in einem guten Rüstungs-Sektorumfeld, das geprägt war von der anhaltenden Rally der TKMSDE000TKMS001-Aktien. Diese setzten ihre Vortagsrally fort mit einem Kurssprung um nochmals acht Prozent, nachdem sie vom US-Analysehaus Bernstein Research auf "Outperform" hochgestuft wurden. Der Experte Adrien Rabier glaubt an kräftig steigende Analystenschätzungen.
Die Papiere des TKMS-Mutterkonzerns Thyssenkrupp DE0007500001 konnten der Rally folgen, zumal der Industriekonzern seine Ergebnisse im dritten GEschäftsquartal trotz eines verhaltenen Marktumfeldes verbessert hat. Kräftig unter Druck gerieten im MDax aber die Papiere von Lanxess DE0005470405, weil sie von der Berenberg Bank zum Verkauf empfohlen wurden. "Nicht viel Wachstum, aber zu hohe Schulden", titelte Sebastian Bray in seinem Urteil über den Spezialchemiekonzern.
Die Berichtssaison konzentrierte sich am Donnerstag stark auf den Kleinwerte-Index SDax DE0009653386 - mit Licht und Schatten. Um fast sieben Prozent stiegen die Titel von Vincorion DE000VNC0014. Sie folgten damit dem guten Rüstungsumfeld, aber auch der Tatsache, dass das Unternehmen jetzt etwas optimistischer auf den Jahresumsatz blickt.
Recht deutliche Kursgewinne von mehr als vier Prozent konnten nach Zahlen noch die Anleger von Sixt DE0007231326 einstecken. Zum Spitzenreiter im SDax wurden aber die 7,2 Prozent höheren Titel von Indus Holding DE0006200108 nach einer Kaufempfehlung der Privatbank Metzler. Nach den Resultaten vom Vortag und einer davor bereits angehobenen Jahresprognose lobte Victor Beyer "zunehmend sichtbaren Dynamikverbesserung im gesamten Portfolio" der Beteiligungsgesellschaft.
Die Liste der SDax-Verlierer war derweil nach vorgelegten Resultaten lang. Zwischen 2,2 und 6,1 Prozent ging es bei Cewe DE0005403901, Eckert & Ziegler DE0005659700, Grenke DE000A161N30, Energiekontor DE0005313506 sowie Evotec DE0005664809 bergab. Hellofresh DE000A161408 verloren zuletzt fast zwei Prozent, nachdem der Kochboxenversender mitgeteilt hatte, dass sich der Umsatz in Richtung des unteren Endes der Prognosespanne entwickele.
