ROUNDUP, GeschÀfte

GeschÀfte des Luxuskonzerns Hermes ziehen wieder an - Kurseinbruch

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 13:36 Uhr | dpa.de

Beim Luxuskonzern Hermes FR0000052292 haben sich die GeschÀfte nach einem schwachen Jahresstart zuletzt belebt.

An der Börse brach der Kurs am Mittwoch dennoch ein, denn das wichtige LedergeschÀft lief im zweiten Quartal schlechter als am Markt gedacht. Am spÀten Vormittag brachten Aussagen des Managements dann den Kurs auf ein Tief seit mehr als drei Jahren Finanzchef Eric Du Halgouet erklÀrte in einer Investorenkonferenz, dass er im kommenden Jahr mit geringeren Preissteigerungen als 2026 rechnet.

Die Aktie des EuroStoxx-50-Schwergewichts verlor auf die Aussagen des Managers zeitweise rund elf Prozent und kostete mit 1.501 Euro so wenig wie zuletzt Anfang 2023. Die Aktie ist bereits seit dem Hoch im Februar 2025 bei 2.957 Euro auf dem RĂŒckzug und hat seitdem fast die HĂ€lfte an Wert verloren.

Insgesamt verkraftete Hermes den NachfragerĂŒckgang im gesamten LuxusgĂŒtermarkt bisher aber besser als Wettbewerber. Grund ist vor allem das auf gezielter Verknappung basierende GeschĂ€ftsmodell. FĂŒr die sehr hochpreisigen Produkte des Luxusanbieters gibt es oft lange Wartelisten, insbesondere fĂŒr die begehrten Kelly- und Birkin-Handtaschen.

Hatte Hermes zu Jahresstart noch mit einem UmsatzrĂŒckgang unter den Folgen des Iran-Kriegs gelitten, stieg der Erlös in den drei Monaten bis Ende Juni nun im Jahresvergleich um 4,8 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro. WĂ€hrungsbereinigt ergab sich ein Plus von 6,7 Prozent. Von Bloomberg befragte Analysten hatten mit 6,5 Prozent gerechnet.

Dabei profitierte der Hersteller hochpreiser Lederwaren, Uhren, Parfums und Mode von einer Erholung im französischen Heimatmarkt, einem beliebten Reiseziel von Touristen. Getragen wurde das Wachstum aber vor allem von einem krĂ€ftigen Zuwachs in Nord- und SĂŒdamerika, wo der Erlös wĂ€hrungsbereinigt um knapp 14 Prozent zulegte.

Der Konflikt im Nahen Osten belastete zwar auch Hermes weiter, und der Umsatz dort ging erneut zurĂŒck - allerdings nicht mehr so stark wie noch im Vorquartal. Diese Region habe "in einem instabilen geopolitischen Umfeld bemerkenswerte WiderstandsfĂ€higkeit gezeigt", erklĂ€rte das Unternehmen. Mit Blick auf seine einzelnen GeschĂ€ftsfelder konnte Hermes wĂ€hrungsbereinigt in nahezu allen Segmenten zulegen - einzig die VerkĂ€ufe von Parfum und Schönheitsprodukten entwickelten sich rĂŒcklĂ€ufig.

Analysten fanden allerdings einige Knackpunkte im Zahlenwerk. Adam Cochrane von der Deutschen Bank beispielsweise sprach zwar von einem "soliden Quartal" und einer Umsatzentwicklung leicht ĂŒber den Erwartungen. Die QualitĂ€t dieses Wachstums sei aber durchwachsen. So habe das Ledersegment trotz prozentual zweistelligem Wachstum etwas schlechter abgeschnitten als gedacht. Auch Europa habe etwas weniger stark als erwartet zugelegt. Die Region Amerika sowie Japan hĂ€tten hingegen stark abgeschnitten.

Jefferies-Analyst James Grzinic nannte derweil das Umsatzwachstum des Konzerns "wenig beeindruckend" - zumindest verglichen mit Hermes' historischen Standards. Zudem kritisierte er einen anhaltenden Wachstumsstillstand in China. Dieser könnte womöglich aber darauf hindeuten, dass der Konzern das Angebot kĂŒnstlich verknappe, so der Experte.

FĂŒr das erste Halbjahr ergibt sich nunmehr ein Umsatzplus von 1,6 Prozent auf knapp 8,2 Milliarden Euro, abseits der Wechselkurseffekte betrug der Zuwachs gut 6 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn lag mit 3,35 Milliarden Euro knapp ĂŒber dem Vorjahr.

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