Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Autowerte bremsen Dax vor US-Zinsentscheid

17.06.2026 - 11:48:20 | dpa.de

Belastet von einer Gewinnwarnung des Autobauers BMW muss der Dax DE0008469008 einen erneuten Test der 25.000-Punkte-Marke am Mittwoch vertagen.

Zweimal ist der deutsche Leitindex in dieser Woche über der Tausendermarke schon abgedreht und nun entfernte er sich geringfügig von ihr. Vorsicht prägt vor dem US-Zinsentscheid am Abend das Geschehen.

Nach der gekappten Prognose von BMW DE0005190003 prägten schwache Automobilwerte den Dax. Gegen Mittag lag der Leitindex leicht mit 0,15 Prozent im Minus bei 24.872 Punkten. Er war damit wieder nahe an seiner 21-Tage-Linie, die als Kurzfristindikator gilt. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten schlug sich mit einem Anstieg um ein halbes Prozent auf 32.748 Punkte besser.

Der Marktbeobachter Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets spricht von "Berührungsängsten mit den 25.000 Punkten". Es mangele dem Dax an einem "zündenden Funken" für den Ausbruch nach oben. In New York hatten sich die Anleger am Vorabend schon vermehrt zurückgehalten angesichts der ersten Zinsentscheidung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Der Schwung der SpaceXUS84615Q1031-Aktie hatte etwas nachgelassen und bei US-Technologiewerten wurden generell Gewinne mitgenommen.

Eine Zinsänderung wird von Warsh nicht erwartet, aber im Mittelpunkt des Interesses stehen wohl seine Äußerungen. "Die Märkte wollen vor allem wissen, ob die Fed unabhängig bleibt oder ob der politische Einfluss des Weißen Hauses zunimmt", glaubt der Marktbeobachter Maximilian Wienke vom Broker eToro. Er sieht Warsh in einem Dilemma zwischen dem Kampf gegen die Inflation und der Forderung niedrigerer Zinsen durch US-Präsident Donald Trump. Sollten Zinserhöhungen in Aussicht gestellt werden oder Antworten ausweichend wirken, geht Wienke davon aus, dass dies die Nervosität der Anleger erhöhen würde.

Am Vorabend hatte BMW mit gekappten Prognosen die Anleger geschockt. Gründe sind die Marktschwäche in China und der Iran-Krieg. Gleich mehrere Experten sprachen von einer "großen" oder "bedeutenden" Gewinnwarnung. Der Autobauer rechnet in diesem Jahr nur noch mit einer operativen Gewinnmarge von einem bis drei Prozent. Die Kürzung an sich ist laut dem Deutsche-Bank-Analysten Tim Rokossa keine Überraschung, sehr wohl aber deren Ausmaß. Bisher hatte das Management 4 bis 6 Prozent veranschlagt.

Für die BMW-Aktien ging es am Morgen in der Spitze um zwölf Prozent abwärts, erst bei knapp 60 Euro konnten sie sich auf einem Tief seit 2020 fangen. Zuletzt war der Abschlag dann noch 6,6 Prozent groß. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einem Weckruf für die gesamte Branche. Mercedes-Benz DE0007100000 gaben um drei Prozent nach. Titel von Volkswagen DE0007664039 büßten 2,3 Prozent ein.

Während die Autobauer mit Absatzproblemen kämpfen, will der Gebrauchtwagenhändler Auto1 DE000A2LQ884 seine Absätze kräftig steigern. Mit einem Anstieg um 8,5 Prozent machten dessen Aktien ihren Rückschlag vom Vortag wett und verzeichneten ein erneutes Hoch seit Anfang Februar. Wie Auto1 anlässlich des Kapitalmarkttags mitteilte, wird ein Absatz von 1,5 Millionen Fahrzeugen als nächstes längerfristiges Zwischenziel angepeilt.

Wieder einmal gefragt waren dieses Mal die Rüstungskonzerne, aber auch die Halbleiterausrüster Aixtron DE000A0WMPJ6 und PVA Tepla DE0007461006. Deren Kurse um bis zu fünf Prozent anzogen. Experte Stephane Houri von der Investmentbank Oddo BHF bleibt in einer Studie optimistisch gestimmt für die Chipbranche. Grundsätzlich ist er weiter von anhaltender KI-Dynamik überzeugt.

Unter den deutschen Nebenwerten hatten die Anleger noch Hapag-Lloyd DE000HLAG475 im Blick. Als Antreiber für ein erstes, sechs Prozent hohes Spitzenplus wirkte ein Bericht im "Manager Magazin", wonach der Konkurrent MSC ein Auge auf die Reederei geworfen haben soll. Die Fantasie dafür ließ aber schnell wieder nach, wie der Anstieg um zuletzt noch ein halbes Prozent zeigt.

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