Bendigo Bank: FSU kritisiert Infosys-Deal als drakonisch
31.05.2026 - 03:50:00 | boerse-global.deEigentlich läuft das Geschäft der Bendigo and Adelaide Bank ordentlich. Die Aktie der australischen Regionalbank notiert bei umgerechnet 6,40 Euro und damit rund zwölf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom November. Doch während die operativen Kennzahlen im Rahmen liegen, brodelt es an anderer Stelle.
Im Fokus steht ein siebenjähriger Technologiepartnerschaftsdeal mit Infosys. Mehr als 100 Mitarbeiter sollen von der Bank zum indischen Dienstleister wechseln. Die Gewerkschaft FSU hat die Arbeitsbedingungen scharf kritisiert.
Arbeitskonflikt mit dem Finanzsektor
Die Australian Finance Sector Union (FSU) bezeichnet die vorgeschlagenen Vertragsklauseln als „draconian". Konkret geht es um Regelungen zum Arbeitsort, zu Arbeitszeiten, mögliche Gehaltskürzungen und Kündigungen aus medizinischen Gründen. Infosys weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen betont, alle gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.
Für die Bank kommt der Konflikt zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Technologiepartnerschaft ist ein zentraler Bestandteil der Digitalstrategie. Ein Imageschaden oder gar rechtliche Auseinandersetzungen könnten den geplanten Umbau verzögern.
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Betriebskennzahlen im Sektorvergleich
Unabhängig vom Arbeitskonflikt liefert die Bank solide, aber nicht herausragende Zahlen. Der Nettozinsüberschuss (NIM) liegt mit 1,9 Prozent über dem Branchenschnitt von 1,78 Prozent. Positiv: Rund 87 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Kerngeschäft Kreditvergabe.
Schwächen zeigt die Rendite. Die Eigenkapitalrendite (ROE) liegt bei 7,9 Prozent – unter dem Branchenmittel von 9,35 Prozent. Auch die Kernkapitalquote (CET1) von 11,3 Prozent bleibt hinter dem Sektordurchschnitt zurück. Analysten bewerten beides als ausbaubar.
Die Bewertung bietet hingegen Potenzial. Ein Dividenden-Discount-Modell errechnet auf Basis der Ausschüttung von 0,63 Dollar einen fairen Wert zwischen 13,32 und 13,75 Dollar. Der aktuelle Kurs von 10,38 Dollar in Australien liegt deutlich darunter.
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CEO Marnie Baker, zugleich Vize-Vorsitzende des Branchenverbands ABA, steht damit vor einem Balanceakt. Der Sparkurs in der Technologiepartnerschaft soll Effizienz bringen – aber nicht um den Preis massiver Arbeitskonflikte. Bleibt der Deal am Ende teurer als geplant, dürfte das auch an der Börse kritisch gesehen werden.
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