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Bund bietet LĂ€ndern 240 Millionen fĂŒr Stellen in der Justiz

25.06.2026 - 16:08:49 | dpa.de

BERLIN - Beim Treffen der Regierungschefinnen und Regierungschefs der LĂ€nder mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist ein neuer Pakt fĂŒr den Rechtsstaat besiegelt worden.

(neu: Pakt formal beschlossen)

BERLIN (dpa-AFX) - Beim Treffen der Regierungschefinnen und Regierungschefs der LĂ€nder mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist ein neuer Pakt fĂŒr den Rechtsstaat besiegelt worden. Das teilte ein Sprecher des Justizministeriums mit. Worum es dabei geht: Der Bund gibt den LĂ€ndern Geld, damit die ihre Justizbehörden digitaler machen und mit mehr Personal ausstatten können. Denn alle sind sich einig, dass jahrelanges Warten auf Entscheidungen dem Vertrauen in den Rechtsstaat schadet.

Insgesamt geht es um 210 Millionen Euro fĂŒr Digitalisierung und 240 Millionen Euro fĂŒr zusĂ€tzliche Stellen in der Justiz. Außerdem soll der Bund rechtliche Voraussetzungen fĂŒr schnellere, effektivere Verfahren schaffen.

Die LÀnder verpflichten sich ihrerseits, bis 2029 bundesweit 2.000 Richter, StaatsanwÀlte sowie sonstige Justizmitarbeiter einzustellen. Wer in den vergangenen Jahren schon viel neues Personal eingestellt hat, kann sich diese Stellen dann anrechnen lassen.

ZĂ€he Verhandlungen

Die Verhandlungen ĂŒber die Details des Pakts hatten sich lange hingezogen, obwohl Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) von Anfang an hinter dem Vorhaben stand. Der hessische MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) Ă€ußerte sich wĂ€hrend der Verhandlungen besonders kritisch. Seine Argumentation: Vom Bund komme nur eine Anschubfinanzierung, die LĂ€nder mĂŒssten die neu eingestellten, Richter, StaatsanwĂ€lte und das GeschĂ€ftsstellenpersonal aber dann ĂŒber viele Jahre weiter bezahlen.

Hubig ist ĂŒberzeugt: "Nur wenn der Rechtsstaat fĂŒr alle sichtbar funktioniert, wird seine Idee auf Dauer ĂŒberzeugen." Deshalb sei der Pakt fĂŒr den Rechtsstaat auch "ein Programm gegen Demokratie- und Rechtsverdrossenheit." Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) betonte, ihm sei wichtig, dass die fĂŒr die Digitalisierung vorgesehenen Mittel zielgenau und ohne unnötige bĂŒrokratische HĂŒrden bei den richtigen Projekten ankĂ€men.

Personalnot bei Staatsanwaltschaften und Strafgerichten

Der Deutsche Richterbund (DRB) hofft jetzt auf einen Investitionsschub fĂŒr die Justiz. DRB-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sven Rebehn sagt: "Es ist höchste Zeit, dass die Politik eine personelle Trendwende fĂŒr die chronisch ĂŒberlastete Strafjustiz einleitet und flankierend das Verfahrensrecht fĂŒr Strafprozesse deutlich vereinfacht." Das sei dringend notwendig, um das Vertrauen in den Rechtsstaat zu stĂ€rken. Denn das leide, "wenn Gerichtsverfahren sich immer lĂ€nger hinziehen und Ermittlungen aus Personalnot immer öfter vorzeitig eingestellt werden mĂŒssen". Es sei niemandem mehr zu vermitteln, dass sich bei den Staatsanwaltschaften inzwischen mehr als eine Million offene FĂ€lle stauten. Allein in den Staatsanwaltschaften und Strafgerichten fehlten aktuell rund 2.000 Juristen und ebenso viele BeschĂ€ftigte im Unterbau.

Erster Pakt wurde Ende Januar 2019 besiegelt

Einen ersten Pakt fĂŒr den Rechtsstaat zur StĂ€rkung der Justiz hatten Bund und LĂ€nder im Januar 2019 vereinbart. Auch damals ging es vor allem darum, die Justizbehörden digitaler zu machen und zusĂ€tzliches Personal einzustellen.

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