Bildungsminister wollen kritischen Umgang mit Social Media
Veröffentlicht am: 12.06.2026 um 18:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten, kritischen und sicheren Umgang mit Social Media zu befĂ€higen, ihre Medienkompetenz zu stĂ€rken und sie besser vor negativen Auswirkungen zu schĂŒtzen", erlĂ€uterte die PrĂ€sidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz (Freie WĂ€hler), in MĂŒnchen. Es gehe um einen Dreiklang aus sensibilisieren, stĂ€rken und schĂŒtzen.
"Wir wollen junge Menschen stark machen fĂŒr die digitale Welt voller Chancen, aber auch voller Herausforderungen", betonte Stolz, die auch bayerische Kultusministerin ist. Die zustĂ€ndigen Ministerinnen und Minister der LĂ€nder hĂ€tten sich daher in einer ErklĂ€rung zum Umgang mit Social Media in den Schulen erstmals auf gemeinsame Ziele, Leitlinien und MaĂnahmen verstĂ€ndigt. Im Mittelpunkt stehe dabei die Entwicklung von digitaler Resilienz, der Schutz vor negativen Auswirkungen exzessiver Social-Media-Nutzung sowie die enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus.
Empfehlungen zu Altersgrenzen erwartet
Ăber die Notwendigkeit dieser drei Komponenten bestehe Einigkeit, betonte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) - "unabhĂ€ngig davon, ob wir jetzt im Einzelnen fĂŒr oder gegen ein pauschales Social-Media-Verbot - das ist ja eine sehr vereinfachte Debatte, die hier gefĂŒhrt wird - sind".
Wie in anderen LĂ€ndern wird auch in Deutschland derzeit ĂŒber Altersgrenzen fĂŒr soziale Medien diskutiert; aktuell erarbeitet eine Expertenkommission Empfehlungen fĂŒr konkrete MaĂnahmen. Prien kĂŒndigte an, dass die Ergebnisse am 24. Juni vorgestellt wĂŒrden und knapp 50 Empfehlungen enthielten, die sich neben den Schulen auch an Eltern, Kitas und etwa Ărzte richteten.
Schulen mĂŒssen Kinder auf digitale Welt vorbereiten
Dessen ungeachtet mĂŒssten die LĂ€nder die StĂ€rkung von Medienkompetenz in den Schulen noch mehr in den Mittelpunkt rĂŒcken, sagte die Bildungsministerin des Saarlandes, Christine Streichert-Clivot (SPD). "Social Media kann verbinden, informieren und inspirieren, aber auch verunsichern, unter Druck setzen oder manipulieren. Deshalb mĂŒssen junge Menschen lernen, kritisch hinzuschauen, Informationen einzuordnen und selbstbewusst mit digitalen Medien umzugehen."
Ihre Kollegin Dorothee Feller (CDU) aus Nordrhein-Westfalen ergĂ€nzte, Angebote wie "Kompetent im Netz" wĂŒrden daher weiter ausgebaut. Es werde aber ohne die Einbindung der Eltern nicht funktionieren, die Kinder auf eine Welt vorzubereiten, in der Social Media, kĂŒnstliche Intelligenz und sonstige digitale Entwicklungen den Alltag prĂ€gen.
PĂ€dagogenverband: Brauchen klare Ansagen
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), der nach eigenen Angaben rund 164.000 PĂ€dagoginnen und PĂ€dagogen vertritt, begrĂŒĂte die Empfehlungen, kritisierte aber das langsame Tempo bei den bisherigen BemĂŒhungen. "Die AbsichtserklĂ€rung, weitere Fortbildungen anzubieten und Inhalte der Medienbildung in den LehrplĂ€nen zu verankern, ist richtig. Wir brauchen im Sinne von VerlĂ€sslichkeit und VerantwortungsĂŒbernahme aber klare Ansagen, wann das flĂ€chendeckend passiert, wie das umgesetzt wird und wer dafĂŒr verantwortlich ist", betonte der Bundesvorsitzende Tomi Neckov.
