BioCryst, Aktie

BioCryst Aktie: Neuer Forschungschef

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 13:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

BioCryst stellt mit David W. Jenkins einen neuen CSO ein und treibt die Neuausrichtung der Forschungsstrategie voran.

BioCryst ernennt David W. Jenkins zum neuen Forschungschef
Abstrakte Darstellung des Biotechnologiesektors mit Laborelementen, die Forschung und Entwicklung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

BioCryst Pharmaceuticals baut seine Forschungsabteilung um — und holt sich dafür einen Mann mit Ipsen-Vergangenheit ins Haus. David W. Jenkins übernimmt mit sofortiger Wirkung den neu geschaffenen Posten des Chief Scientific Officer. Die Personalie fällt in eine Phase, in der das Unternehmen seine Forschungsstrategie grundlegend neu ausrichtet.

Vom Ipsen-Konzern zur Rare-Disease-Spezialistin

Jenkins berichtet künftig an Sandeep Menon, den Chief Research and Development Officer, und wird vom Boston-Büro aus operieren. Mehr als 20 Jahre Branchenerfahrung bringt er mit, zuletzt als Senior Vice President und Leiter der externen Forschungsinnovation bei Ipsen. Dort verantwortete er die präklinische Pipeline in Onkologie, seltenen Erkrankungen und Neurowissenschaften und war an mehr als 35 neuen Pipeline-Assets beteiligt. Stationen bei TESARO, MedImmune, Novartis und AstraZeneca runden seinen Lebenslauf ab, promoviert hat er in molekularer Pharmakologie und Neurowissenschaft in Cambridge.

Seine Aufgabe: ein schlankes Forschungsteam aufbauen, das gezielt externe Innovationen und Partnerschaften erschließt, um Therapien für seltene Erkrankungen schneller zu Patienten zu bringen. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. BioCryst hat angekündigt, sein internes Discovery Center of Excellence in Birmingham, Alabama, bis Ende 2026 zu schließen und stattdessen auf eine kapitaleffizientere, partnerschaftsgetriebene Pipeline zu setzen. Die Übernahme von Astria, die den HAE-Wirkstoff Navenibart ins Portfolio brachte, war bereits ein erster sichtbarer Schritt dieser Neuausrichtung.

Analysten uneins über den Kurswert

Kommerziell trägt weiterhin ORLADEYO das Geschäft, der einzige orale Plasma-Kallikrein-Hemmer gegen hereditäres Angioödem. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate liegt bei 885,72 Millionen Dollar, ein Plus von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim Kursziel gehen die Einschätzungen deutlich auseinander: Jefferies sieht BioCryst bei 17 Dollar und bestätigt die Kaufempfehlung, JPMorgan kalkuliert mit 12 Dollar bis Dezember 2027 und bleibt neutral gestimmt.

Die Personalie Jenkins ist damit mehr als eine reine Managemententscheidung. Sie markiert den nächsten Baustein einer Strategie, die BioCryst vom klassischen Inhouse-Forscher zum Partnerschafts-Kurator seiner Rare-Disease-Pipeline umbauen soll. Wie schnell sich diese externe Innovationsstrategie in konkreten Pipeline-Zugängen niederschlägt, dürfte sich in den kommenden Quartalsmitteilungen zeigen.

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