Biogen, Aktie

Biogen Aktie: Erfolg mit Makel

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 16:07 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Biogens Alzheimer-Kandidat Diranersen zeigt starke kognitive Effekte, verfehlt jedoch den primÀren Endpunkt. Die Aktie fÀllt zweistellig.

Biogen Aktie: Alzheimer-Wirkstoff ĂŒberzeugt, verfehlt aber Studienziel
Abstrakte Darstellung des Biotechnologiesektors mit Elementen von Erfolg und zugrunde liegenden Herausforderungen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Eigentlich hĂ€tte das eine gute Nachricht sein sollen: Biogens Alzheimer-Kandidat Diranersen zeigt in einer Phase-2-Studie deutliche Effekte auf Kognition und Tau-Protein. Die Börse sah das am Dienstag anders — die Aktie brach zweistellig prozentual ein. Der Grund liegt im Detail der Daten.

Was die CELIA-Studie zeigte

In der Phase-2-Studie CELIA testete Biogen den Wirkstoff, entwickelt gemeinsam mit Ionis Pharmaceuticals, an 416 Patienten mit frĂŒher Alzheimer-Erkrankung ĂŒber 18 Monate. Die 60-Milligramm-Dosis lieferte das stĂ€rkste Ergebnis: eine Verlangsamung des kognitiven Abbaus um 26 Prozent auf der CDR-SB-Skala, um 42 Prozent auf ADAS-Cog13 und um 50 Prozent auf der MMSE-Skala gegenĂŒber Placebo.

Auf der Biomarker-Seite ĂŒberzeugte der Wirkstoff ebenfalls. Diranersen senkte den Gesamt-Tau-Gehalt in der RĂŒckenmarksflĂŒssigkeit ĂŒber alle Dosierungen hinweg um 50 bis 65 Prozent — nach Angaben des Unternehmens ist es die erste gegen Tau gerichtete Therapie, die sowohl im Liquor als auch per PET-Bildgebung im Gehirn eine derart robuste Reduktion nachweisen konnte.

Der Haken: verfehlter PrimÀrendpunkt

Der eigentliche Knackpunkt ist ein anderer: Die Studie erreichte ihren primĂ€ren Endpunkt nicht. Höhere Dosierungen brachten keinen stĂ€rkeren klinischen Nutzen als niedrigere — die erwartete Dosis-Wirkungs-Beziehung blieb aus. Die 115-Milligramm-Dosen zeigten mit 14 beziehungsweise 9 Prozent Verlangsamung auf der CDR-SB-Skala schwĂ€chere Werte als die niedrigere 60-Milligramm-Dosis. FĂŒr Marktbeobachter wirft das die Frage auf, wie belastbar das Wirkprinzip in einer grĂ¶ĂŸeren Phase-3-Studie tatsĂ€chlich ist.

Die VertrĂ€glichkeit fiel dabei ĂŒberwiegend unauffĂ€llig aus, mit meist milden bis moderaten Nebenwirkungen wie Prozedurschmerzen und Symptomen nach Lumbalpunktion. Mehr als 90 Prozent der Studienteilnehmer setzten die Behandlung in einer VerlĂ€ngerungsstudie fort.

Biogen und Ionis halten trotz des verpassten PrimĂ€rziels an ihren PlĂ€nen fest und wollen Diranersen in eine bestĂ€tigende Phase-3-Studie ĂŒberfĂŒhren. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte dem Wirkstoff bereits 2025 den Fast-Track-Status verliehen. Ob die gemischten Signale aus der Phase-2-Studie in einer grĂ¶ĂŸeren Studie bestĂ€tigt oder aufgelöst werden, entscheidet sich erst mit den kommenden klinischen Daten.

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