BlackRock Latin American Investment Trust plc Aktie: Rabatt weitet sich aus
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 18:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Fonds, der im Juni fällt, aber besser aussieht, als die Zahl zunächst vermuten lässt. Der BlackRock Latin American Investment Trust musste im vergangenen Monat einen Nettoinventarwert-Rückgang von 2,4 Prozent in US-Dollar hinnehmen — und traf damit exakt den Rückgang des eigenen Vergleichsindex MSCI EM Latin America. Der Aktienkurs selbst gab jedoch deutlich stärker nach, um 7,1 Prozent, wodurch sich der Abschlag zum Nettoinventarwert auf 5,8 Prozent zum Monatsende ausweitete.
Diese Kursschwäche traf die gesamte Region. Brasilien verlor 2,9 Prozent, Mexiko 3,1 Prozent, während Kolumbien mit einem Plus von 12,2 Prozent nach dem Wahlsieg von Abelardo de la Espriella im Präsidentschafts-Stichentscheid aus der Reihe tanzte. Der Fonds selbst hält in Kolumbien allerdings keine Positionen — Brasilien und Mexiko bilden mit 58,1 und 26,3 Prozent des Gesamtvermögens weiterhin das Rückgrat des Portfolios.
Peru und Mexiko treiben, Argentinien belastet
Auf Einzeltitelebene lieferte die peruanische Bank Intercorp den größten Beitrag zur relativen Wertentwicklung. Der Titel profitierte vom markfreundlichen Ausgang der peruanischen Präsidentschaftswahl — Fujimoris knapper Sieg wurde am 29. Juni bestätigt — sowie von beschleunigtem Kreditwachstum im Konsumsegment. Die mexikanische Fluggesellschaft Aeromexico legte parallel zu, nachdem der Ölpreis nach dem Waffenstillstandsrahmen zwischen den USA und dem Iran fiel und die Treibstoffkosten senkte.
Belastend wirkte dagegen die argentinische Positionierung. Der IT-Dienstleister Globant büßte am meisten ein, nachdem schwächer als erwartete Buchungszahlen von Accenture Mitte Juni den gesamten Sektor unter Druck setzten. Auch die Kupferminenwerte Ero Copper und Southern Copper gaben einen Teil ihrer Mai-Gewinne wieder ab, da die Rohstoffpreise zurückkamen.
Im Portfolio selbst gab es Anpassungen: Die Position in Aeromexico wurde nach dem starken Lauf reduziert, ebenso das Engagement im chilenischen Lithium-Förderer SQM angesichts einer skeptischeren Einschätzung zum Lithiummarkt für die zweite Jahreshälfte. Neu aufgenommen wurde der brasilianische Wasser- und Abwasserversorger Copasa, an dem der Versorger Equatorial eine Mehrheitsbeteiligung übernommen hat.
Zinssenkungen als Stützpfeiler
Die brasilianische Zentralbank senkte den Leitzins Selic im Juni erneut, auf 14,25 Prozent von zuvor 14,50 Prozent. Angesichts weiterhin hoher Realzinsen sieht das Fondsmanagement Spielraum für weitere Lockerungen, was die Binnenliquidität mittelfristig stützen dürfte. Die mexikanische Zentralbank Banxico hielt ihren Leitzins im Juni dagegen bei 6,50 Prozent — nach einem umfangreichen Lockerungszyklus eine vorsichtigere Haltung angesichts schwächerer Wirtschaftsdaten und Wechselkursbewegungen.
Für Mexiko rückt zudem die für Juli 2026 angesetzte formelle Überprüfung des USMCA-Handelsabkommens in den Fokus. Das Fondsmanagement sieht in den strukturellen Lieferketten-Vorteilen des Landes weiterhin ein stärkeres Argument als kurzfristige Schlagzeilenrisiken rund um das Abkommen. Brasilien bleibt mit Blick auf die Wahlen 2026 und den fiskalischen Ausblick die größte Übergewichtung im Portfolio, während Chile die größte Untergewichtung darstellt.
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