BMW, Aktie

BMW Aktie: 30,2% China-Minus im Q2

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 18:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de

BMW verzeichnet starke Verluste in China, während Europa und USA wachsen. Elektroautos bleiben ein Lichtblick, Indexausschluss belastet zusätzlich.

BMW Aktie: China-Absatz bricht ein, Westen und E-Autos legen zu
Eine abstrakte, atmosphärische Szene, die die Automobilindustrie in China darstellt. Eine einsame Autosilhouette ist durch einen dichten, rot getönten Nebel kaum sichtbar, was einen erheblichen Marktrückgang und eine ungewisse Zukunft vermittelt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Fast 40 Prozent Kursverlust seit Jahresbeginn, ein Kurs nur knapp über dem Jahrestief. BMW steckt mitten in einer Umbruchphase. Der Grund: China bricht ein, während Europa und die USA zulegen.

Am Freitag schloss die BMW-Aktie bei 58,28 Euro, ein minimales Minus von 0,17 Prozent. Der Blick auf die längere Frist zeigt das eigentliche Ausmaß: Auf Monatssicht verlor das Papier fast 14 Prozent, zum 52-Wochen-Hoch von Anfang Dezember fehlen mittlerweile über 40 Prozent. Der Titel notiert damit nur noch 2,14 Prozent über seinem Jahrestief von 57,06 Euro.

China bricht ein, der Westen legt zu

Die Absatzzahlen für das zweite Quartal 2026 zeigen ein gespaltenes Bild. Weltweit lieferte BMW 590.962 Fahrzeuge aus, ein Rückgang von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Halbjahr summierte sich das Minus auf 4,2 Prozent bei rund 1,15 Millionen Fahrzeugen.

Verantwortlich dafür ist vor allem ein Markt: China. Dort brachen die Verkäufe im zweiten Quartal um 30,2 Prozent auf 117.815 Einheiten ein. Für das erste Halbjahr steht ein Minus von 20,4 Prozent zu Buche. Intensiver Preiswettbewerb und schwächere Nachfrage im Premiumsegment setzen BMW dort massiv zu.

Andere Regionen entwickeln sich gegenläufig. In den USA stieg der Absatz im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 102.713 Fahrzeuge. Europa zeigte sich mit 260.173 ausgelieferten Fahrzeugen ebenfalls robust, im ersten Halbjahr wuchsen die Verkäufe dort um 5,4 Prozent.

Elektroautos laufen gut

Ein Lichtblick bleibt das Geschäft mit vollelektrischen Fahrzeugen. Zwischen April und Juni lieferte BMW weltweit 116.807 BEVs der Marken BMW und MINI aus, ein Plus von 5,2 Prozent. In Europa, wo der neue iX3 zuerst startete, kletterte der BEV-Absatz sogar um 38 Prozent auf 81.445 Einheiten.

Die Vorbestellungen für den iX3 nähern sich laut Unternehmensangaben der Marke von 100.000 Stück. Auch der BMW i3, das zweite Modell der "Neuen Klasse", verzeichnet seit Öffnung der Bestellbücher hohe Nachfrage. Beide Modelle sollen BMW in den kommenden Jahren wichtige Wachstumsimpulse liefern.

Indexausschluss sorgt für zusätzlichen Druck

Neben den operativen Zahlen belastet ein technischer Faktor den Kurs. BMW wurde kürzlich aus dem S&P Europe 350 und dem FTSE All-World Index entfernt. Auslöser war eine Reform der Kapitalstruktur: Der Konzern wandelte knapp 55 Millionen Vorzugsaktien in Stammaktien um, abgeschlossen am 3. Juli 2026.

Die Umstellung erhöht den Streubesitz der Stammaktien. Für passive Fonds, die diese Indizes nachbilden, kann das zu zusätzlichem Verkaufsdruck führen.

Zwei Analystenhäuser äußerten sich zuletzt zur Aktie. RBC beließ die Einstufung bei "Sector Perform" und nannte ein Kursziel von 84 Euro. JPMorgan bestätigte "Overweight" mit einem Kursziel von 82 Euro. Beide Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau. Der RSI von 31,1 signalisiert charttechnisch eine überverkaufte Aktie.

Halbjahresbericht als nächster Prüfstein

Am 30. Juli 2026 legt BMW seinen Halbjahresbericht vor. Anleger erwarten dort Details zur Preisstrategie in China und zum Stand des laufenden Sparprogramms. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen schwacher China-Nachfrage und starkem Elektroauto-Geschäft gefangen.

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