BMW Aktie: 7.500 Stellen unter von Boxberg
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 10:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BMW hat mit der Berufung von Dorothea von Boxberg an die Konzernspitze fĂŒr Personal eine neue Phase der Restrukturierung eingeleitet. Die bisher bei Brussels Airlines tĂ€tige Managerin soll nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens bis zu 7.500 Stellen streichen. Von Boxberg war zuvor innerhalb der Lufthansa-Gruppe fĂŒr Kostensenkungsprogramme verantwortlich â eine Erfahrung, die sie nun auf den Automobilkonzern ĂŒbertragen soll. FĂŒr Ende Juli ist in MĂŒnchen eine Betriebsversammlung angesetzt, auf der die Belegschaft ĂŒber die PlĂ€ne informiert werden soll.
Gewinnmarge fÀllt deutlich unter alte Zielspanne
Der Personalabbau fĂ€llt in eine Phase, in der BMW seine ProfitabilitĂ€tsziele bereits deutlich zurĂŒckgeschraubt hat. Der Konzern rechnet inzwischen nur noch mit einer Gewinnmarge von 1 bis 3 Prozent, nachdem zuvor eine Spanne von 4 bis 6 Prozent avisiert war. Im ersten Halbjahr 2026 verkaufte BMW rund 1,15 Millionen Fahrzeuge â ein RĂŒckgang von 4,2 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Damit reiht sich der MĂŒnchner Autobauer in eine breitere AbsatzschwĂ€che der Branche ein: Laut einer Studie des Center of Automotive Management verzeichneten 14 von 20 untersuchten Herstellern im ersten Halbjahr Absatzminus, im Schnitt um 2,8 Prozent. Volkswagen kam demnach auf minus 6,5 Prozent, Toyota auf minus 3,1 Prozent, Hyundai auf minus 1,6 Prozent. BMW schnitt in diesem Vergleich zusammen mit Mercedes-Benz besser ab als der Branchendurchschnitt.
WĂ€hrend BMW mit Stellenabbau reagiert, verlagert Konkurrent Mercedes-Benz KapazitĂ€ten offensiv nach Osteuropa: Der Stuttgarter Rivale investiert eine Milliarde Euro in sein Werk KecskemĂ©t in Ungarn und will die Fertigung dort verdoppeln. Auch BMW selbst hatte im September 2025 ein Werk im ungarischen Debrecen eröffnet â ein Zeichen dafĂŒr, dass die deutsche Autoindustrie ihre Kostenstrukturen zunehmend jenseits der Landesgrenzen neu ordnet. Der Wettbewerbsdruck aus China verschĂ€rft die Lage zusĂ€tzlich: Der chinesische Hersteller BYD kĂŒndigte an, mit Modellen wie dem Denza Z9GT kĂŒnftig direkt gegen Porsche und BMW antreten zu wollen, auch wenn BYD selbst im ersten Halbjahr mit einem Absatzeinbruch von 39 Prozent in China und 15,7 Prozent weltweit zu kĂ€mpfen hatte.
Aktie nahe Jahrestief
Am Markt spiegelt sich die angespannte Lage in einem schwachen Kursverlauf wider. Die BMW-Aktie schloss am Freitag bei 58,40 Euro, ein Minus von 0,75 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Verlust von 37,41 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Tief von 56,72 Euro, das Mitte Juli erreicht wurde, betrĂ€gt der Abstand nur noch knapp 3 Prozent â die Aktie bewegt sich damit weiterhin in unmittelbarer NĂ€he ihres Jahrestiefs. Anleger dĂŒrften die Betriebsversammlung Ende Juli in MĂŒnchen und weitere Details zum Stellenabbau als nĂ€chsten wichtigen Termin im Blick behalten, um abzuschĂ€tzen, wie tief die angekĂŒndigten Einschnitte tatsĂ€chlich reichen und ob sie die Margenziele stabilisieren können.
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