BMW Aktie: Gewinnmarge auf 1â3 Prozent halbiert
Veröffentlicht am: 16.07.2026 um 17:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BMW markierte am Mittwoch mit 56,72 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Am Donnerstag stabilisiert sich das Papier leicht bei 58,82 Euro. Der Grund fĂŒr die Erholung ist technischer Natur: Der Relative-StĂ€rke-Index steht bei 37 und signalisiert einen ĂŒberverkauften Markt.
An den grundlegenden Problemen Ă€ndert das wenig. BMW korrigiert seine Gewinnprognose fĂŒr 2026 drastisch nach unten. Parallel dazu holt der Konzern eine externe Managerin in den Vorstand.
Margenprognose halbiert sich
Der Aufsichtsrat beruft Dorothea von Boxberg zum 1. September 2026 in den Vorstand. Sie ĂŒbernimmt den Personalvorstand von Ilka Horstmeier. Von Boxberg kommt von Brussels Airlines, wo sie aktuell als CEO arbeitet. Zuvor fĂŒhrte sie Lufthansa Cargo.
Aufsichtsratschef Nicolas Peter begrĂŒndet die externe Besetzung mit Erfahrung in Transformationsprozessen. Vorstandschef Milan Nedeljkovi? spricht von notwendigen Anpassungen an den Branchenumbruch.
Der FĂŒhrungswechsel fĂ€llt in eine schwierige Phase fĂŒr BMW. Der Konzern senkt seine Erwartung fĂŒr die operative Marge in der Automobilsparte auf 1 bis 3 Prozent. Zuvor hatte BMW noch 4 bis 6 Prozent in Aussicht gestellt.
Der Hauptgrund liegt in China. Im ersten Quartal 2026 sackte der BMW-Absatz dort um 10 Prozent auf rund 144.000 Fahrzeuge ab. Im zweiten Quartal beschleunigte sich der RĂŒckgang massiv: Die China-VerkĂ€ufe brachen um 30,2 Prozent ein.
Weltweit lieferte BMW im zweiten Quartal 590.962 Fahrzeuge aus, ein Minus von 4,9 Prozent. Analysten verweisen zusĂ€tzlich auf einen deutlichen Preisverfall bei Modellen wie dem X5 und dem i3. Das drĂŒckt die ProfitabilitĂ€t zusĂ€tzlich.
Satelliten-Anruf als Lichtblick
Neben den schlechten Zahlen zeigte BMW am 16. Juli auch technologischen Fortschritt. Zusammen mit Viasat demonstrierte der Konzern in MĂŒnchen den ersten integrierten Satelliten-Sprachanruf in einem BMW iX3. Die Technik nutzt das Snapdragon Auto 5G Modem von Qualcomm.
KĂŒnftig sollen darĂŒber Notrufe, Flottenmanagement und Software-Updates laufen. Das funktioniert auch dort, wo kein Mobilfunknetz verfĂŒgbar ist. FĂŒr die aktuelle KursschwĂ€che spielt diese Nachricht aber keine Rolle.
Der Abstand zum Hoch bleibt groĂ
Die Aktie hat seit Jahresbeginn 38,68 Prozent verloren. Zum 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro fehlen fast 40 Prozent. Diese Zahlen zeigen: Der Markt preist die China-SchwÀche und die Margensenkung bereits massiv ein.
Von Boxberg tritt ihren Posten erst zum 1. September 2026 an. Bis dahin muss BMW zeigen, ob sich der Absatzeinbruch in China verlangsamt oder ob die Talfahrt weitergeht.
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