Börse Frankfurt-News: Rohstoffe: Bei Xetra-Gold war eine Menge los
Veröffentlicht am: 08.11.2024 um 09:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNach dem lange anhaltenden Höhenflug ĂŒberraschte die Gegenbewegung vergangenen Tage. Beim stark schwankenden ?-lpreis kommt es verstĂ€rkt zu kurzfristigen Investments.
8. November 2024. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Das weltweit in Rohstoff-ETCs angelegte Volumen ist in den vergangenen Wochen erneut gestiegen. Mobeen Tahir von WisdomTree berichtet von weiteren NettozuflĂŒssen im Oktober. Klar dominiert wurde das Segment dabei von den Edelmetall-Produkten mit einem Anteil von ĂŒber 80 Prozent, nachdem sich vor allem der Goldpreis erneut sehr robust entwickelt hat. Der Kurs der Feinunze markierte Ende des vergangenen Monats bei knapp unter 2.800 Dollar ein neues Rekordhoch. "Die weltweiten KapitalflĂŒsse bei börsengehandelten Goldprodukten sind seit Mai positiv", erklĂ€rt Tahir.
Gold-ETC stark nachgefragt
Auch im ETC-Segment der Deutschen Börse waren die drei umsatzstĂ€rksten Produkte im abgelaufenen Monat allesamt Gold-ETCs. "Vor allem bei Xetra-Gold war eine Menge los", berichtet Ivo Orlemann von der ICF Bank ĂŒber das im Oktober mit weitem Abstand beliebteste Gold-Investment (DE000A0S9GB0). Ebenfalls rege gehandelt wurde neben dem iShares Physical Gold (IE00B4ND3602) noch der Invesco Physical Gold (IE00B579F325), wobei Orlemann hier zuletzt verstĂ€rkt VerkĂ€ufe beobachten konnte.
Bei den Rohstoff-Derivaten der Société Générale befanden sich unter den Top-Ten der meistgekauften Wertpapiere in den vergangenen vier Wochen ebenfalls mehrheitlich Gold. Dabei haben die Anlegerinnen und Anleger verstÀrkt auf steigende Kurse gesetzt, wie Patrick Kesselhut erklÀrt. Besonders beliebt waren zwei klassische Call-Optionsscheine mit nur noch wenigen Wochen Restlaufzeit, zum Beispiel ein kurz vor Weihnachten fÀlliger Gold-Call mit einem Basispreis bei 2,600 Dollar (DE000SW76T18). Der Schein hat sich in den letzten drei Oktober-Wochen mehr als verdoppelt, musste fast den gesamten Gewinn im Zuge der seit Anfang November laufenden Korrektur aber wieder abgeben.
US-Wahl mit ĂŒberraschenden Folgen
Dass der RĂŒcksetzer beim Goldpreis nach dem Ergebnis der PrĂ€sidentschaftswahl in den USA sogar noch weiter an Dynamik gewann, kam fĂŒr die Analysten der Commerzbank durchaus ĂŒberraschend. Die hatten im Vorfeld bei einem Wahlsieg von Trump von einem "wahrscheinlich steigenden Goldpreis" gesprochen, weil unter dem Republikaner die Inflation voraussichtlich höher ausfallen dĂŒrfte als unter Harris und die Gefahr bestehe, "dass die UnabhĂ€ngigkeit der US-Notenbank angegriffen und damit eine angemessene geldpolitische Reaktion auf eine höhere Inflation erschwert werden könnte".
Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank, vermutet nach der Wahl, dass die nachgebende Preise fĂŒr Gold und auch Silber "primĂ€r an dem sehr festen US-Dollar und den hohen Renditen liegen". Ein Grund könne aber auch sein, "dass es in den USA klare Mehrheiten und keine lĂ€ngere HĂ€ngepartie gibt". Bei der SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale war passend dazu am Mittwoch ein frisch aufgelegter Best Unlimited Turbo-Put auf Gold (DE000SY80CU3) laut Kesselhut das "dritthĂ€ufigste gehandelte Produkt ĂŒberhaupt". Dank eines sehr hohen Hebels hat sich der bei fallenden Gold-Kursen an Wert gewinnende Schein intraday zeitweise mehr als versiebenfacht.
?-l-Produktion bleibt gedrosselt
Der ?-lpreis fiel in den vergangenen Wochen immer wieder durch starke Preisschwankungen auf, ohne dass sich ein klarer Trend nach oben oder unten durchsetzen konnte. Verantwortlich dafĂŒr waren nach Ansicht von Tahir vor allem die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Seit Anfang November geht es bei Brent und WTI wieder aufwĂ€rts, was die Commerzbank darauf zurĂŒckfĂŒhrt, dass die die freiwilligen ProduktionskĂŒrzungen von acht LĂ€ndern der OPEC+ in vollem Umfang bis Ende des Jahres beibehalten werden sollen. Angesichts der schwĂ€chelnden Nachfrage und des steigenden ?-langebots auĂerhalb der OPEC+ besteht nach Meinung der Rohstoff-Strategen "kein Spielraum, die Produktion auszuweiten, ohne ein Ăberangebot und einen PreisrĂŒckgang zu riskieren".
Im Handel mit Rohstoff-Verbriefungen wurden auf Xetra in diesem Umfeld vor allem die ETCs von WisdomTree auf Brent Crude Oil (JE00B78CGV99) und WTI Crude Oil (GB00B15KXV33) gehandelt. In den Umsatzlisten der SociĂ©tĂ© GĂ©nĂ©rale taucht relativ weit oben ein Faktor 3x Long Optionsschein auf Brent Crude Rohöl (DE000SB3T5M4) auf. Insgesamt meldet Kesselhut einen deutlichen Ăberhang an gekauften Long-Produkten auf die Sorte Brent. Neben Faktor-Optionsscheinen waren dabei vor allem Knock-out-Produkte gefragt.
Von Thomas Koch, 8. November 2024, © Deutsche Börse
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
